Fachschulen für Sozialpädagogik Baden-Württemberg

Erzieherausbildung und Zugangsvoraussetzungen


Um in Baden-Württemberg die Erzieherausbildung absolvieren zu können, müssen Bewerber folgende Voraussetzungen erfüllen:

- Nachzuweisen ist ein Realschulabschluss, die Fachschulreife oder die Versetzungen in die 11. Klasse des Gymnasiums bzw. in die 10. Klasse, wenn es sich um eine Schule handelte, an der das Abitur nach acht Schuljahren abgelegt wird.Zusätzlich muss entweder das einjährige Berufskolleg für Sozialpädagogik erfolgreich abgeschlossen worden sein oder Bewerber müssen zuvor eine einschlägige zweijährige Berufsausbildung absolviert haben (Kinderpfleger oder Sozialassistent). Qualifikationen, die in anderen Bundesländern erworben wurden, können berücksichtigt werden.Zusätzlich müssen die Bewerber schriftlich belegen, dass sie einen Praktikumsplatz in einer sozialpädagogischen Einrichtung gefunden haben. Plätze für das Anekennungsjahr findet Ihr auch bei unseren Stellenangeboten.

- Sollten die Fachschulen für Sozialpädagogik noch Kapazitäten frei haben, können auch Bewerber berücksichtigt werden, die kein Berufskolleg besucht haben und keine einschlägige zweijährige Berufsausbildung haben.In diesem Fall können ein mindestens sechswöchiges Praktikum und ein Fachschulabschluss bzw. der Erwerb der allgemeinen Hochschulreife die geforderten Qualifikationen ersetzen. Auch eine jeweils einjährige Ausbildung im sozialpädagogischen oder pflegerischen Bereich bzw. eine zweijährige nicht einschlägige Berufsausbildung können angerechnet werden.

- Zuletzt berücksichtigt werden können Bewerber, die mindestens zwei Jahre lang in einer sozialpädagogischen Einrichtung tätig waren, die in der Tagespflege tätig waren oder selbst mindestens drei Jahre lang im eigenen Haushalt ein Kind betreut haben. Auch ein freiwilliges soziales Jahr kann angerechnet werden. In jedem Fall ist aber der Nachweis über ein sechswöchige Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung unter Anleitung einer Fachkraft zu erbringen.Die Eignung sowie die Qualifikationen der Interessenten werden individuell bewertet und geprüft. Die oben genannten Aufnahmekriterien gelten für staatliche Fachschulen. Konfessionelle und private Schulen können zusätzliche Nachweise verlangen. Zudem müssen sich die Interessenten meist schriftlich und/oder persönlich bei der jeweiligen Fachschule bewerben und vorstellen.Zudem können die Zugangsvoraussetzungen je nach gewähltem Ausbildungsmodell (s.u.) leicht variieren.

 

Die Schulart

Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/ zum staatlich anerkannten Erzieher absolvieren die Bewerber an einer Fachschule für Sozialpädagogik bzw. vorher an einem Berufskolleg für Sozialpädagogik.

 

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildung dauert je nach Ausbildungsmodell vier bis fünf Jahre, wenn man den Besuch des einjährigen Berufskollegs für Sozialpädagogik mitrechnet.

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Aufbau der Ausbildung - vollzeit ,teilzeit und praxisintegrierte Ausbildung

Es gibt in Baden-Württemberg drei verschiedene Ausbildungsmodelle.
Die meisten angehenden Erzieher besuchen zwei Jahre lang die Fachschule für Sozialpädagogik. Der Unterricht findet täglich statt, wird jedoch unterbrochen durch Praxistage oder längere Praxisphasen, die in den sozialpädagogischen Einrichtungen abgeleistet werden.Alternativ bietet das Land Baden-Württemberg auch eine praxisintegrierte und eine Teilzeitausbildung an. Letztere dauert insgesamt vier Jahre arbeiten die Studierenden nicht einen, sondern zwei Tage pro Woche in einer sozialpädagogischen Einrichtung. Zudem ist die Ausbildungsv. Bei der praxisintegrierten Ausbildung arbeiten die Studierenden nicht einen, sondern zwei Tage pro Woche in einer sozialpädagogischen Einrichtung. Zudem ist die Vergütung höher.An die schulische Ausbildung und die bestandenen Fachprüfungen schließt sich das einjährige Berufspraktikum an. Dieses ist in einer vom Schüler ausgewählten sozialpädagogischen Einrichtung zu absolvieren.Nicht jede Fachschule für Sozialpädagogik in Baden-Württemberg bietet alle Ausbildungsmodelle an. Interessenten sollten sich daher direkt bei den infrage kommenden Schulen über deren Ausbildungsangebot informieren.

 

Der Lehrplan

Inhaltlich orientiert sich die Ausbildung an mehreren pädagogischen Handlungsfeldern. Zudem gehören Deutsch, Englisch und Religion zu den Pflichtfächern. Zusätzliche wählen die Schüler ein Wahlpflichtfach (Forschen und Experimentieren, Musik und Rhythmik oder Sport und Bewegung). Beim Landesinstitut für Schulentwicklung findet man den Lehrplan zum download.

Die schulische und die praktische Ausbildung sind eng verknüpft. Die angehenden Erzieher müssen gelerntes in der Praxis umsetzen und werden dabei von ihren Lehrern und von ihren Praxisanleitungen unterstützt. Letztere werden von der Einrichtung abhängig von ihrer fachlichen und persönliche Eignung ausgesucht, um die Praktikanten zu betreuen und um mit der Fachschule Ausbildungsinhalte abzustimmen und umzusetzen.Im Berufspraktikum sollen vor allem die Kompetenzen im Hinblick auf Elternarbeit, sozialpädagogische Praxis und Verwaltung erweitert werden. Zudem sind mehrere, schriftliche Ausarbeitungen wie beispielsweise Planungen von pädagogischen Angeboten anzufertigen. 

 

Prüfungen und Abschlüsse

Der schulische Teil der Ausbildung endet nach zwei bzw. bei der Teilzeitausbildung nach drei Jahren mit der Abgabe einer Facharbeit mit Fachgespräch und Präsentation. Zusätzlich müssen eine schriftliche und eine mündliche Prüfung erfolgreich absolviert werden.Das Berufspraktikum endet mit einem Kolloquium. Anschließend erhalten die Absolventen ein Zeugnis und eine Urkunde und können sich ab diesem Zeitpunkt "staatlich anerkannte/r Erzieher/in" nennen.


Alternative Möglichkeiten, den Abschluss zu erlangen

Beruflich qualifizierte Interessenten, die mehrere Jahre lang in der sozialpädagogischen Praxis tätig waren aber keinen anerkannten pädagogischen Abschluss haben, können in Baden-Württemberg die "Nichtschülerprüfung" ablegen. Sie melden sich bei der örtlich zuständigen Behörde für die Prüfung an und bereiten sich selbstständig oder mit der Unterstützung privater Anbieter darauf vor. Abgelegt werden kann die Externenprüfung an jeder öffentlichen Fachschule für Sozialpädagogik.

 

Zusatzqualifikationen

Während der schulischen Ausbildung können die angehenden Erzieher zusätzliche Kurse belegen und nach zwei bzw. drei Jahren eine zusätzliche Prüfung ablegen, um die Fachhochschulreife zu erhalten.Weitere Informationen auch unter : http://www.kultusportal-bw.de/,Lde/772613