Tabelle Erzieher Gehalt

Über das Gehalt von Erzieher*innen und anderen pädagogischen Fachkräften wird häufig diskutiert – aber was verdienen Erzieherinnen und Erzieher denn nun eigentlich wirklich?
Der Durschnittslohn liegt bei bei Berufsanfänger*innen bei rund 2.650 Euro. Nach zehn Jahren im Job sind es ca. 3.100 Euro. Weitere interessante Fakten zum Erzieher-Gehalt: Wer nach Tarif bezahlt wird hat am Monatsende bis zu 8 Prozent mehr in der Tasche und im Westen werden pädagogische Fachkräfte besser bezahlt als im Osten.

 

Lohn für Erzieher*innen: die wichtigsten Fragen und Anworten

 

Nachfolgend haben wir für dich die wichtigsten Fragen zum Gehalt von Erzieherinnen und Erziehern beantwortet:

 

Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt von Erzieher*innen?

 

Die Höhe des Gehaltes für Erzieher*innen fällt sehr unterschiedlich aus und ist abhängig von verschiedenen Faktoren, nämlich von

 

  • dem jeweiligen Bundesland und dem Sozialraum (Großstadt, ländliches Umfeld usw.)
  • der Größe des Betriebes,
  • dem jeweiligen Arbeitgeber (Stadt, Verein, Kirche, …)
  • der Berufserfahrung,
  • der wöchentlichen Arbeitszeit,
  • der Steuerklasse,
  • der Tarifbindung,
  • den individuellen Zugeständnissen des Arbeitgebers,
  • dem individuellen Verhandlungsgeschick

 

Was verdienen Erzieher*innen in der Stunde?

Der Stundenlohn von pädagogischen Fachkräfte ist natürlich abhängig vom monatlichen Bruttogehalt, von der Steuerklasse usw. Daher verdienen Erzieher*innen zwischen 21 und 25 Euro brutto und 13 bis 18 Euro netto in der Stunde.

Was verdient eine Erzieherin in Vollzeit?

Das durchschnittliche Jahresgehalt für Erzieher*innen liegt bei ca. 46.836 Euro, das monatliche Einstiegsgehalt bei 2.932 Euro und das Durchschnittsgehalt bei ca. 3.903 Euro.

Werden Erzieher*innen fair bezahlt?

Mehr als 70 Prozent der Erzieher*innen empfinden die Höhe ihres Verdienstes als nicht fair. (Quelle: Hans-Böckler Stiftung). Sie sind also deutlich seltener zufrieden mit ihrem Lohn als andere Beschäftigte in Deutschland. Zum Vergleich: Das Durchschnittseinkommen in Deutschland liegt bei ca. 49.200 Euro brutto im Jahr.

Wo verdienen Erzieher*innen am meisten?

In Ostdeutschland verdienen Erzieher*innen im Durchschnitt vier Prozent weniger als im Westen. Den durchschnittlich höchsten Lohn erhalten sie in Rheinland-Pfalz, den niedrigsten in Mecklenburg-Vorpommern.
Wer nach Tarif bezahlt wird, hat Vorteile im Hinblick auf das Gehalt, auch große Städte wie München zahlen Zulagen von bis zu 470 Euro und mehr, die aber in Zusammenhang mit den hohen Mietpreisen bewertet werden müssen.

 

Erzieher*in-Ausbildung und Gehalt: Wie hoch ist der Verdienst während der Ausbildung?

 

Ob und wie viel Erzieher*innen während der Ausbildung verdienen hängt davon ab, welche Form der Ausbildung sie absolvieren.

Bei der sogenannten praxisintegrierten Ausbildung (PiA), die mittlerweile von Fachschulen in fast allen Bundesländern angeboten wird, erhalten angehende pädagogische Fachkräfte von Beginn eine Vergütung. Diese ist auch tariflich festgelegt:
 

  1. Ausbildungsjahr:        1.190,69 €
  2. Ausbildungsjahr:        1.252,07 €
  3. Ausbildungsjahr:        1.353,38 €

 

Bei der klassischen Form der Erzieherausbildung wird ein Gehalt nur für das Berufspraktikum gezahlt, also für das dritte Ausbildungsjahr. Die Vergütung beträgt zur Zeit bei 1.256 Euro.

 

Wie hoch ist das Weihnachtsgeld für Erzieher*innen?

 

Erzieher*innen, die nach TvöD bezahlt werden, erhalten eine sogenannte Jahressonderzahlung, umgangssprachlich auch Weihnachtsgeld genannt. Bemessungsgrundlage ist das Durchschnittsgehalt der Monate Juni, Juli und August.

Das „Weihnachtsgeld“ für Erzieher*innen beträgt zur Zeit 84,51 % des durchschnittlichen Lohnes.

Auch die meisten anderen Arbeitgeber, deren Gehälter sich am TvöD orientieren, gewähren ihren Angestellten eine Jahressonderzahlung.

 

Gehalt und Verdienst für Erzieherinnen und Erzieher im Vergleich der Bundesländer

 

Im Durchschnitt verdienen Erzieher*innen in Rheinland-Pfalz mit rund 3.460 Euro am meisten, in Mecklenburg-Vorpommern mit 2.690 Euro am wenigsten:

 

Bundesland Durchschnittliches Monatsgehalt (brutto) Durchschnittliches Jahresgehalt (brutto)
Baden-Würtemberg 3.026 EUR. 37.517 EUR.
Bayern 2.931 EUR. 36.339 EUR.
Berlin 2.633 EUR. 32.650 EUR.
Brandenburg 2.200 EUR. 27.227 EUR.
Bremen 2.671 EUR. 33.118 EUR.
Hamburg 2.951 EUR. 36.587 EUR.
Hessen 3180 EUR. 39.426 EUR.
Mecklenburg-Vorpommern 2.117 EUR. 26.248 EUR.
Niedersachsen 2.558 EUR. 31.722 EUR.
Nordrhein-Westfalen 2.808 EUR. 34.825 EUR.
Rheinland-Pfalz 2.741 EUR. 33.987 EUR.
Saarland 2.648 EUR. 32.833 EUR.
Sachsen 2.228 EUR. 27.622 EUR.
Sachsen-Anhalt 2.199 EUR. 27.262 EUR.
Schleswig-Holstein 2.461 EUR. 30.511 EUR
Thüringen 2.259 EUR. 28.008 EUR.

 

Gehal Erzieher/in nach Bundesländern

 

Gehalt und Verdienst von Erzieher*innen unterscheiden sich also je nach Bundesland. Der Unterschied macht teilweise vier Prozent aus.

 

Gehalt für Erzieher*innen im öffentlichen Dienst (TvöD)

 

Jede Entgeltgruppe in öffentlichen Dienst besteht aus sechs Gehaltsstufen. Berufsanfänger steigen in Stufe 1 ein. Wer bereits Berufserfahrung hat, kann auch direkt in Stufe 2 oder 3 eingruppiert werden.

 

  • Das Bruttogehalt einer Erzieherin in der Entgeltgruppe S 8a, Stufe 1 liegt bei einer Wochenarbeitszeit von 39 Stunden ca. 2.930 Euro und in Stufe 6 3.980 Euro.
     
  • Eine Kinderpflegerin verdient am Anfang zwischen 2.380 Euro und 2.580 Euro brutto- je nachdem, in welche Entgeltgruppe sie eingruppiert wird.
     
  • Eine Kita-Leitung einer mittelgroßen Einrichtung mit 80 Betreuungsplätzen verdient rund 4.000 Euro brutto in Stufe 3 der Entgeltgruppe S 15 (wahrscheinlich ist sie schon einige Jahre im Beruf, bevor sie die Leitungstätigjeit übernimmt). Nach etwa 13 Jahren wird sie, wenn es alles gut läuft, in Stufe 6 aufgestiegen sein und rund 5.000 Euro brutto verdienen – vermutlich sogar noch etwas mehr, da die Gehälter aufgrund von Tarifverhandlungen jährlich etwas angehoben werden.
     
  • Im Berufspraktikum verdienen angehende Erzieher*innen etwa 1650 Euro brutto.
     
  • Im ersten Ausbildungsjahr der PiA-Ausbildung beträgt die Vergütung 1.190 Euro, im dritten Ausbildungsjahr 1.353 Euro.

 

Hier findest du den TvöD-Gehaltsrechner!

 

Der Nettolohn ist natürlich abhängig von der jeweiligen Steuerklasse, der wöchentlichen Arbeitszeit, der Konfession usw.

Wann der Aufstieg in die nächste Gehaltsstufe erfolgt ist genau festgelegt und abhängig von der jeweiligen Entgeltgruppe.

Es gelten folgende Regelungen:

 

  • Nach einem Jahr in Stufe 1 erfolgt der Aufstieg in Stufe 2,
  • Nach drei Jahren in Stufe 2 erfolgt der Aufstieg in Stufe 3,
  • Nach vier Jahren in Stufe 3 erfolgt der Aufstieg in Stufe 4,
  • Nach vier Jahren in Stufe 4 erfolgt der Aufstieg in Stufe 5
  • Nach fünf Jahren in Stufe 5 erfolgt der Aufstieg in Stufe 6

 

Wichtig: Ab dem 01. Oktober 2024 werden die Stufenlaufzeiten den allgemein gültigen Zeiten im öffentlichen Dienst angepasst. Dadurch steigt das Gehalt für Erzieher*innen mit Berufserfahrung schneller!

 

Eingruppierung für Erzieher*innen im TvöD (öffentlichen Dienst)

 

Der Verdienst für Pädagogische Fachkräfte, die im öffentlichen Dienst tätig sind, richtet sich  nach der für den Sozial-und Erziehungsdienst gültigen Entgeldtabelle. Wie hoch das Gehalt am Ende ausfällt ist genau festgelegt, ebenfalls die Eingruppierung in die jeweilige Gehaltsklasse:

 

Erzieher/innen

S 4 (selten), in der Regel S 8a

Erzieher/innen mit „besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten“

S 8b

Erzieher/innen mit „fachlich koordinierenden Aufgaben“

S 9

Kita-Leitungen mit >40 Plätzen, stellvertr. Leitungen mit <40 Plätzen

S 9

Kita-Leitungen mit <40 Plätze, stellvertr. Leitungen mit <70

S 13

Kita-Leitungen <70 Plätzen, stellvertr. Leitungen ab 100 Plätzen,

Kita-Leitungen mit behinderten Kindern >40 Plätzen,

 stellvert. Leitungen mit behinderten Kindern <40 Plätzen,

 stellvetr. Leitung in Erziehungsheimen <50 Plätzen

S 15

Stellvertr. Leitung mit behinderten Kindern >40 Plätze

S 11

Kita-Leitungen <100 Plätze,

Stellvertr. Leitung <130 Plätze,

Kita-Leitung mit behinderten Kindern <40 Plätze,

Stellvertr. Leitung mit behinderten Kindern <70 Plätze,

Stellvertr. Leitung von Erziehungsheimen <50 Plätze,

Kita-Leitungen in Erziehungsheimen >50 Plätze

S 16

Kita-Leitungen <130 Plätze,

Stellvertr. Leitung <180 Plätze,

Kita-Leitung mit behinderten Kindern <70 Plätze,

Stellvertr. Leitung mit behinderten Kindern <90 Plätze

S 17

Kita-Leitungen <180 Plätze,

Kita-Leitungen mit behinderten Kindern

S 18

Stellvertr. Leitungen von Erziehungsheimen <90 Plätze

S 17

Heilpädagogen

S 9

Heilerziehungspfleger und Heilerzieher

S 8a

Sozialarbeiter

S 8 oder S 14(je nach Tätigkeit)

Kinderpfleger

S 2 oder S 3

Kinderpfleger mit „schwierigen fachlichen Tätigkeiten“

S 4

 

Keine Eingruppierung gibt es nach wie vor für Kindheitspädagogen bzw. Absolventen ähnlicher Studiengänge mit dem Schwerpunkt frühe Kindheit!

 

Weiter heißt es dort:

 

„Sollte der Beschäftigte direkt und unmittelbar im Anschluss an ein Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst (§ 34 Abs. 3 Satz 3 und 4) oder zu einem Arbeitgeber, der einen dem TVöD vergleichbaren Tarifvertrag anwendet, wechseln, so ist es möglich, die bereits erworbene Stufe beizubehalten. Dies obliegt jedoch dem Arbeitgeber. Ab der Stufe 3 erreichen die Beschäftigten die nächsthöhere Stufe nach einer bestimmten Stufenlaufzeit und in Abhängigkeit ihrer Leistung gemäß § 17 Abs. 2 TVöD.“

 

Quelle:

 https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-sue.html Stand: August 2019)

 

Es liegt also am Arbeitgeber, ob und in welchem Umfang vorhandene Berufserfahrung angerechnet wird!

 

Überdurchschnittlich gute oder schlechte Arbeitsleistungen können dazu führen, dass pädagogische Fachkräfte früher in die nächsthöhere Stufe aufsteigen können bzw. länger in der aktuellen Gehaltsstufe verbleiben müssen.

 

Hier noch einmal die wichtigsten Gehaltsinformationen auf einen Blick:

 

 

Gehälter Erzieher/innen (brutto) , Stand November 2022

Gehalt einer Erzieherin beim Berufseinstieg:

2931,61€ (S 8a Stufe 1)

Gehalt nach vier Jahren:

3360,03 €

Gehalt ohne Aufstieg in der letzen Stufe:

3979,53 € (S 8a Stufe 6)

Gehalt einer Kita-Leitung, Gehaltsstufe 3

4000,14 € (Kita mit 100 Plätzen)

Gehalt in Stufe 6:

4000,48 €

Gehalt einer Kinderpflegerin beim Berufseinstieg:

2436,24 € (S 3 Stufe 1)

Gehalt nach vier Jahren:

2927,70 €

Gehalt in Stufe 6:

3244,68 €

Erzieherin ohne Aufstieg in Entgeltgruppe S 8a

Stufe 1:

2931,61 €

Stufe 2:

3141,47 €

Stufe 3:

3360,03 €

Stufe 4:

3566,15 €

Stufe 5:

3767,64 €

Stufe 6:

3979,52 €

Monatliches Praktikantenentgelt:

Erzieherinnen:                                              

1652,02 €

Kinderpflegerinnen:                                     

1595,36 €

Sozialpädagogen/Sozialarbeiter/Heilpädagogen:

1876,21 €

Ausbildungsvergütung für Erzieher/innen in der praxisintegrierten Ausbildung (PiA)

Ausbildungsjahr 1

1190,69 €

Ausbildungsjahr 2

1252,07 €

Ausbildungsjahr 3

1353,38 €

 

Quelle: https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Arbeit_und_Recht/Tarif/TVoeD/GEW_Entgelttabelle_TVoeD_Kommunen_SuE_Web.pdf

 

 

Die wichtigsten Fakten zum Erziehergehalt auf einen Blick:

 

  • Welchen Lohn ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher mit staatlicher Anerkennung erhalten, kommt auf den Träger an, bei dem sie angestellt sind. Eine einheitliche tarifliche Regelung garantiert nur der öffentliche Dienst, allerdings zahlen kirchliche Träger Gehälter, die sich am TvöD orientieren.
  • Bei privaten Trägern ist das Gehalt Verhandlungssache, ebenso übrigens wie der Urlaubsanspruch. Gemeinnützige, große Träger, die Einrichtungen in ganz Deutschland haben wie das Rote Kreuz, die Diakonie oder die Lebenshilfe, haben eigene Tarifverträge, die an den TvöD angelehnt sind.
  • Wer als Erzieherin oder Kinderpflegerin im öffentlichen Dienst tätig ist, wird in eine Gehaltsstufe eingruppiert. Welche das ist, hängt davon ab, welche Berufsausbildung man absolviert hat, wie viel Berufserfahrung vorliegt und welche Aufgaben im Berufsalltag übernommen werden. Zudem verdienen pädagogische Fachkräfte, die mit behinderten Kindern oder Erwachsenen arbeiten, etwas mehr.
  • Jahressonderzahlungen (ehemals Urlaubs- und Weihnachtsgeld) sind in den Tarifverträgen genau festgelegt. Träger, die nicht nach Tarif bezahlen bzw. nur in Anlehnung daran, treffen abweichende Regelungen.
  • Nur 75 Prozent der Erzieher*innen werden nach Tarif bezahlt. Eine übertarifliche Bezahlung ist selten.

 

Die 5 besten Gehalts-Tipps für Erzieher*innen:

 

  • Konditionen bei verschiedenen Arbeitgebern vergleichen: Durch den enormen Fachkräftemangel kannst du dir als Erzieher*in die Stellen oft aussuchen. Wäge genau ab, welcher Job dir die besten finanziellen Konditionen bietet.
  • Selbstbewusst verhandeln: Bestehe darauf, dass Berufserfahrung bei der Festsetzung des Gehaltes berücksichtigt wird!
  • Zugeständnisse einfordern: Wenn ein Arbeitgeber nicht nach Tarif bezahlt, sollte er aber zumindest in anderen Bereichen Zugeständnisse machen. Frage beispielsweise nach einem Jobticket, mehr Urlaubstagen oder bezahlten Weiterbildungen.
  • Clever kalkulieren: Wenn die Lebenshaltungskosten in deiner Region sehr hoch sind macht es möglicherweise Sinn sich einen Job in einer anderen Stadt oder in einem anderen Bundesland zu suchen. Wenn du weniger Ausgaben für die Miete hast bleibt am Ende des Monats mehr vom Gehalt übrig.
  • Verträge genau lesen: Viele Träger bezahlen Erzieher*innen „in Anlehnung an den TvöD“. Das kann vieles bedeuten, oft müssen aber Nachteile im Vergleich zur Entlohnung im öffentlichen Dienst in Kauf genommen werden, beispielsweise weniger Urlaubstage oder eine verzögerte Umsetzung von Tariferhöhungen.
     

Bild: shutterstock_1673915062

 

 

 

 

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