PIA Erzieherausbildung in Baden Württemberg- die wichtigsten Informationen


 Als erstes deutsches Bundesland hat Baden Württemberg vor wenigen Jahren auf den Erziehermangel reagiert und mit der PIA Ausbildung eine vergütete Ausbildungsmöglichkeit für angehende Erzieher/innen geschaffen.
Das Ziel dabei ist, zusätzliche Ausbildungsplätze zu erhalten und zugleich einen größeren Personenkreis für die Erzieherausbildung zu gewinnen. Die Ausbildung wird durch die Arbeitsagentur mit dem Sonderprogramm WeGebAU gefördert. Dazu müssen Interessierte jedoch einige Auflagen erfüllen:


1.) Vor der Anmeldung an einer Fachschule für Sozialpädagogik muss die Schülerin/ der Schüler über den Träger den Praxiseinrichtung bei der Arbeitsagentur eine Beratung erhalten. Diese Beratung muss spätestens einen Tag vor Beginn der Maßnahme erfolgen.
2.) Die Schüler müssen ein einjähriges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung nachweisen. Je nach Vorbildung des Bewerbers kann der Träger das Praktikum auf max. 3 Monate verkürzen.
3.) Der Ausbildungsvertrag wird durch einen Arbeits-/ Ausbildungsvertrag ersetzt. Die Schüler schließen diesen Vertrag mit ihrem Einrichtungsträger ab. Er wird auf drei Jahre befristet und muss zwingend die Klausel enthalten, dass Auszubildende für die Schule freigestellt werden.
Zudem müssen Bewerber die entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen der jeweiligen Fachschulen erfüllen.


Allgemeingültig sind folgende Vorgaben:


- Realschulabschluss, Fachschulreife oder das Versetzungszeugnis in Klasse 11 (des 9-jährigen Gymnasiums) bzw. Klasse 10 (des 8-jährigen Gymnasiums) oder
- der erfolgreiche Abschluss des Berufskollegs (für Bewerber anderer Bundesländer) oder
- die Fachhochschulreife, das (Fach-) Abitur und ein sechswöchiges Praktikum in einer einschlägigen Einrichtung oder
- eine einjährige abgeschlossene Berufsausbildung im sozialpädagogischen oder pflegerischen Bereich oder
- die zweijährige kontinuierliche Tätigkeit als Tagesmutter oder
- eine mindestens zweijährige Tätigkeit in einer sozialpädagogischen Einrichtung (hier wird auf das freiwillige soziale Jahr anerkannt) oder
- die Führung eines Familienhaushaltes mit mindestens einem Kind für mindestens drei Jahre
- Nicht-Muttersprachler müssen Deutschkenntnisse mit mindestens dem Niveau B1 nachweisen
Zudem fordern manche Fachschule die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Konfession, u.a.


WebGebAU richtet sich vornehmlich an folgende Personenkreise:


- Menschen, die eine mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit nachweisen können
- geringqualifizierte, die nicht über eine Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Ausbildungsdauer verfügen
- Bewerber mit einem Abschluss, die als An- oder Ungelernte nach mindestens 4-jähriger Tätigkeit ihren Beruf nicht mehr ausüben können.
Somit werden für die PIA-Ausbildung vor allem auch Bewerber angesprochen, die bereits im Berufsleben standen und nun als Quer- oder Seiteneinsteiger den Erzieherberuf anstreben.
Anstatt der zweijährigen Vollschulausbildung mit zwei Blockpraktika und einem Anerkennungsjahr, werden bei der PIA-Ausbildung Theorie und Praxis miteinander verschmolzen. In der Regel besuchen die Schüler an drei Tagen in der Woche die Schule und an zwei Tagen die sozialpädagogische Einrichtung. Auch in dieser Art der Erzieherausbildung überwiegen also die theoretischen Teile. Somit gelten Auszubildende in der Erzieherausbildung als Schüler und sind nach dem Berufsbildungsgesetz nicht mit Auszubildenden anderer Berufszweige gleichzusetzen.
Die Hauptverantwortung bei der PIA-Ausbildung obliegt der jeweilige Fachschule für Sozialpädagogik, nicht dem Praxisbetrieb. Eine positive Entwicklung der PIA Ausbildung ist die Möglichkeit, dass Schüler während der Ausbildungszeit ein Entgelt erhalten.
Im Arbeitsvertrag mit der Einrichtungsträger der sozialpädagogischen Einrichtung wird diese Vergütung festgehalten. Dabei werden die Schüler als geringqualifizierte Mitarbeiter eingestuft und es erfolgt keine Eingruppierung laut TVÖD. In den ersten beiden Ausbildungsjahren erstattet die Arbeitsagentur dem Einrichtungsträger 75% der für den Schüler entstehenden Personalkosten. Schüler können Kosten für Lehrgänge, Fahrtkosten, etc. ebenfalls bei der Arbeitsagentur geltend machen.
Somit wird gewährleistet, dass einem größeren Personenkreis die Teilnahme an der Erzieherausbildung ermöglicht wird. Weitere Details zur PIA-Ausbildung in Baden-Württemberg sind auf der Seite https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/Remote/km/pia-wegebau_2016-03-09.pdf ersichtlich, die das Kultusministerium des Landes zur Verfügung stellt.
Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Ausbildungsform weiterhin etabliert und andere Bundesländer dem Beispiel Baden-Württembergs folgen, um dem Erziehermangel entgegenzuwirken und der Ausbildung mehr Attraktivität zu verleihen.

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