Bereits Ende März beschloss die Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 100.000 weitere Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren zu finanzieren und auch in die Qualität der Kinderbetruung zu investieren. Die Kosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf 1,126 Milliarden Euro. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass das Geld den Bundesländern zur Verfügung gestellt wird um neue Einrichtungen zu bauen, bereits bestehende zu sanieren oder um in die Ausstattung zu investieren.

Seit 2008 hat sich die Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren von 17,6 Prozent auf 32,7 im Jahr 2016 Prozent gesteigert. Der Bedarf liegt aber wohl noch deutlich höher: Befragungen von Eltern zeigen, dass sich fast die Hälfte aller Mütter und Väter einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind wünschen. Der sollte aber in der Nähe von Wohnort oder Arbeitsplatz liegen und finanzierbar sein. Noch sind Krippenplätze teuer, wenn Sie nicht bezuschusst werden – gerade Mütter müssen abwägen ob es sich für sie lohnt früh wieder arbeiten zu gehen, wenn sie einen großen Teil des Gehalts für die Kinderbetreuung bezahlen müssen.

Experten gehen davon aus, dass sich der Bedarf an Krippen- und Kita-Plätzen aufgrund des Zuzuges von Flüchtlings- und Migrantenkindern und wegen der steigenden Geburtenrate in den nächsten Jahren noch erhöhen wird. Das Deutsche Jugendinstitut schätzt den Bedarf der zusätzlichen Betreuungsplätze für das Jahr 2020 auf 350.000. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz führt dazu, dass mehr Eltern überhaupt in Erwägung ziehen, ihr Kind vor dem vollendeten dritten Lebensjahr betreuen zu lassen und wieder arbeiten zu gehen.

Ein großes Problem sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Fachkräftemangel, den der Ausbau der Betreuungsplätze mit sich bringt. Was bringt es, wenn ausreichend Betreuungseinrichtungen geschaffen werden, wenn qualifiziertes Personal fehlt? Wie dieses Problem gelöst werden soll, scheint nach wie vor nicht geklärt zu sein. Eine gute Betreuungsqualität kann nur dann gewährleistet werden, wenn genügend Personal vorhanden ist. Bereits können Träger in einigen Städten vorhanden Kita-Plätze nicht vergeben, weil Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Norbert Hocke von der Dienstleistungsgewrkschaft Verdi schlägt vor, Erzieher in die Liste der Mangelberufe aufzunehmen – dann könnten qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland leichter eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis erhalten um in deutschen Kitas und Krippen zu arbeiten. Gleichzeitig ist es aber unumgänglich, die Erzieherausbildung insgesamt zu reformieren und finanzielle Anreize zu schaffen, damit mehr Menschen sich entscheiden den Beruf zu erlernen. Verdi lehnt groß angelegte Kampagnen für Quereinsteiger allerdings ab, da dies zu Lasten der Qualität in Betreuungseinrichtungen für Kinder ginge.

 

Quellen:

Bundestag.de vom 22.03.2017

Bundestag.de vom 27.03.2017


Ihre Anmeldung konnte nicht validiert werden.
Ihre Anmeldung war erfolgreich.

Kita-Newsletter + Praxismaterial

Melde dich jetzt für unseren kostenlosen Kita-Newsletter an und du bekommst 1x im Monat: Aktuelle Fachtexte Leitfäden, Praxismaterial und News. Unbeschränkten Zugriff auf unseren Praxismaterial Downloadbereich und Informationen zu unserem Kita-Quiz und Gewinnspielen.

Wir geben deine E-Mail-Adresse nicht weiter. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Mehr dazu in unseren Versand-, Analyse-, Datenschutz- und Widerrufshinweisen.