Corona-Krise heißt Betreuungsnotstand – Angehende Erzieher/innen für die private Kinderbetreuung geht das?

Kitas und Schulen sind geschlossen, Eltern ratlos, weil sie nicht wissen wer ihre Kinder betreuen soll: Die Corona-Pandemie stellt Familien, aber auch pädagogische Fachkräfte vor massive Herausforderungen. Was tun, wenn Kinder nicht mehr in größeren Gruppen aufeinandertreffen dürfen, aber Mütter und Väter weiterhin Geld verdienen müssen?

 

Prekäre Lage: Wer betreut Deutschlands Nachwuchs?

Vierjährige, die sich morgens allein das Frühstück herrichten müssen, weil Mama an einer Telefonkonferenz teilnimmt oder ein Kleinkind, das tagelang von Nachbarn betreut wird, die es kaum kennt: Diese und ähnliche Szenarien wären normalerweise undenkbar. Doch seit ein paar Tagen ist alles anders. Die Corona-Krise führt dazu, dass die Alltagsroutine von Familien komplett durcheinander gerät. Weil Schulen, Krippen und Kitas geschlossen sind, müssen Eltern die Betreuung ihrer Kinder selbstständig organisieren. Auch wer sonst im Notfall auf die Hilfe von Omas und Opas zählen konnte, der steht nun ziemlich alleine da. Da ältere Menschen besonders gefährdet sind, wenn sie sich anstecken, raten Mediziner und Politiker gleichermaßen eindringlich die Großeltern nicht für die Kinderbetreuung einzuplanen. Gleichzeitig müssen die  meisten Erzieher zu Hause bleiben, weil in den Einrichtungen höchstens noch vereinzelt die Kinder von Eltern betreut werden, die beide in sogenannten „Schlüsselpositionen“ tätig sind, wie beispielsweise Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern. Das pädagogische Fachpersonal muss also untätig bleiben, während Eltern nicht wissen, wie sie gleichzeitig arbeiten und ihre Kinder beaufsichtigen sollen. Diese bereits ziemlich aussichtslose Lage wird erschwert durch die Auflagen, an die sich alle Bürger halten sollen. Sport- und Freizeitangebote fallen weg, Spielplätze dürfen nicht mehr betreten werden und eigentlich sollte niemand das Haus verlassen, wenn es nicht unbedingt nötig ist.

 

Homeoffice, Gleitzeit, unbezahlter Urlaub: In Krisenzeiten sind kreative Lösungen gefragt

Die Bundesregierung hat umfangreiche, größtenteils einschneidende Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen und sicherzustellen, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Infolgedessen müssen auch viele Branchen ihren Betrieb einstellen und Mitarbeiter nach Hause schicken. Wer noch arbeitet, hat häufig mehr zu tun als sonst, weil die Wirtschaft im Krisenmodus läuft und viele Menschen verunsichert sind. Wem es möglich ist, der arbeitet von zu Hause aus – wenn man von „Arbeiten“ sprechen kann, wenn die kleine Tochter alle fünf Minuten ins Zimmer gerannt kommt oder der Sohn damit überfordert ist, sich die Anwendung der binomischen Formeln selbst beibringen zu müssen.

Größere Unternehmen überlegen daher bereits wie sie ihre Mitarbeiter darin unterstützen können die Kinderbetreuung zu organisieren. Mittlerweile ist es schließlich auch nicht mehr ausgeschlossen, dass Schulen und Kitas noch über die Osterferien hinaus geschlossen bleiben. Ein Ansatz wäre aus Sicht der Arbeitgeber angehende Erzieher, die ohnehin zur Zeit zur Hause sitzen, weil die Fachschulen geschlossen sind, für die Betreuung der Mitarbeiterkinder zu gewinnen. Theoretisch könnten auch freigestellte Fachkräfte einspringen, aber es besteht die Gefahr, dass diese von jetzt auf gleich zurückbeordert werden, wenn sich die Lage wieder verändert oder Kollegen erkranken. Und dann bleibt immer noch die Frage, inwieweit sich diese Handhabung mit dem eindringlichen Appell der Bundesregierung vereinbaren lässt soziale Kontakte wenn möglich zu vermeiden.

 

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