Die Abenteuer des Coronavirus

Sandra Mirbek & Frank Francesco Birk

Dieser Beitrag fokussiert Projektideen zum Coronavirus, der Wissen über die Infektionskrankheit vermitteln möchte und zugleich Kindern Ängste nehmen möchte.

1. Der Coronavirus (COVID-19)

Der COVID-19 breitet sich weltweit aus. Aktuell sind bereits über 16.000 Menschen durch den Virus gestorben sowie über 400.000 Menschen erkrankt (Stand: 03/2020) und die Fallzahlen werden weiter ansteigen. COVID-19 zählt zu den Pandemien, da diese Infektionskrankheit Menschen in vielen Ländern und auf allen Kontinenten infiziert. Symptome sind u.a. Husten, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen sowie Atemnot. Infektionen erfolgen größtenteils über Speichel- oder Schleimtröpfchen beim Sprechen, Husten und Niesen (Tröpfcheninfektion) und möglicherweise durch Berührung von Objekten oder Lebewesen (Schmierinfektion).

2. Einschränkung durch den Coronavirus

Die Kinder erhalten über die Medien vielfältige Informationen über den Coronavirus und erleben Situationen, die Unsicherheit und Angst auslösen. Dazu zählen z.B. Bilder von Menschen in Schutzanzügen und mit Atemmasken oder Berichte über Erkrankungen und Todesfälle sowie Betroffene im persönlichen Umfeld (z.B. Großeltern). Auch im Alltagsgeschehen erleben die Kinder Veränderungen wie z.B. die Schließungen von Kitas bzw. Spielplätzen oder Kontaktverbote, welche die Kinder in ihrer Bewegungs- und Kontaktfreiheit außerhalb der eigenen Wohnung massiv einschränken. Zudem erfahren einige Kinder zum ersten Mal Quarantäne und erfahren somit soziale Distanzierung und Isolation. Weiter erleben Kinder, Gedränge und Hamsterkäufe sowie leere Supermarktregale, die dazu führen, dass Lebensmittel und andere Güter nicht mehr wie gewohnt verfügbar sind. Diese Situation ist auch für viele Erwachsene unbekannt und erzeugt auch bei Eltern und pädagogischen Fachkräften Unsicherheiten und Ängste. Wenngleich viele Kinder über ausreichend Resilienz verfügen, um mit diesen neuen Herausforderungen umgehen zu können, können diese jedoch auch zu großen Entwicklungshemmnissen oder sogar zu psychischen Erkrankungen (z.B. Angststörungen, Depressionen) führen. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, achten die Erwachsenen stärker als sonst drauf, dass Präventionsmaßnahmen wie regelmäßig, gründliches Händewaschen, das Husten und Niesen in ein Taschentuch bzw. in die Armbeuge, das Vermeiden von Händeschütteln sowie das verstärkte Abstandhalten zu anderen Menschen eingehalten werden.

3. Coronavirus als Thema in der Kita

Kita´s sind in vielen Bundesländern geschlossen. Alle hoffen, dass sich die Lage bald wieder beruhigt und der Alltag wie gewohnt stattfinden kann. Die Kita hat die Herausforderung den Kindern kindgerecht zu vermitteln, was der Coronavirus ist, welche Gefahren eine Infektion birgt, wie man sich schützen kann und was passiert, wenn jemand aus der Kita erkrankt. Hierbei ist es wichtig die Thematik nicht zu tabuisieren, sondern bestenfalls in ein Projekt zu integrieren. Somit erhalten die Kinder viele Möglichkeiten, die Thematik zu verarbeiten und sich in einem geschützten Raum austauschen sowie Fragen stellen zu können. Als Einstieg eignen sich Bildungsbücher besonders gut. Es existieren bereits einige Bilderbücher, die sich mit dem Coronavirus beschäftigen. Dies sind beispielweise folgende:

Bahro, J. (2020): Hallo, ich heiße ‚K‘orona! Berlin: epubli.

Strobel, E. (2020): Malerisch mit Kindern über das Corona Virus sprechen. Kindle Ausgabe.

Das Corona Ausmalbuch-Wir schützen uns alle vor Corona

Man kann es nicht sehen, man kann es nicht riechen, denn Corona ist klein, doch richtig gemein! Mit diesem Ausmalbuch lernen Kinder, wie sich das Virus verbreitet und warum sie jetzt nicht mehr Oma und Opa besuchen können.
Kindgerechte Illustrationen zeigen ihnen, auf was man achten muss und warum Händewaschen so wichtig ist. Das Malbuch bekommt Ihr jetzt in unserem Kima-Shop

 

Anschließend kann der Coronavirus mit unterschiedlichen Materialien gestaltet werden (z.B. Malen, Modellieren mit Ton oder Knete, Bauen mit Lego), sodass er für die Kinder greifbar wird und die Kinder ihre Kreativität ausleben können. Denn jeder Eindruck braucht einen Ausdruck. Diese Kunstwerke können auch im Gruppenraum ausgestellt werden. Des Weiteren kann ein Materialtisch angelegt werden, auf dem wichtige Gegenstände des Bilderbuches bzw. des Projektes liegen. Hierfür eignen sich z.B. Virus-Plüschfiguren (Giantmicrobes Themed Gift Boxes), Schutzmasken und Einweghandschuhe, damit die Kinder selbst Rollenspiele zum Thema entwickeln können. Auch in der Gruppe können Geschichten zum Coronavirus ausgedacht und dazu Bilderbücher gestaltet werden. Hierbei kann der Coronavirus z.B. auf Reise gehen und in fremden Ländern Abenteuer erleben. Somit kann die Thematik auch in bestehende Projekte wie Kinder aller Welt oder Projekte zur Sprachbildung bzw. -förderung wie im Rahmen des Language Route-Konzepts integriert werden. Als weitere Projekteinheit zum Thema kann im Rollenspiel mit den Kindern ein Stück erprobt werden, das darstellt, wie man sich vor dem Coronavirus schützen kann. Begleitend kann ein Bilderbuch herstellt werden. Zudem können die oben angegebenen Hygieneregeln durch das Basteln und die praktischen Tätigkeiten wie das Rollenspiel oder Geschichtenentwickeln wiederholt und generalisiert werden. Als weiterer Projektbaustein kann ein gemeinsam gestalteter Kalender sein, der Aktivitäten wie Knobelspiele, Bewegungsspiele oder Lieder für die Zeit einer möglichen Quarantäne oder Ausgangssperre bereitstellt, sodass die Zeit für das Kind schneller vorbei geht und es Vorfreude auf den Kitaalltag entwickeln kann. Zum Abschluss kann auch eine Ausstellung für die Eltern, Träger und andere Interessierte durchgeführt werden, um allen die Ergebnisse des Projektes darzustellen und über den Coronavirus aufzuklären. Neben den Kindern brauchen auch die Eltern Informationen durch Materialien wie Broschüren, um zum einen selbst ausreichend informiert zu sein und zum anderen ihre Kinder in dieser schwierigen Zeit bestmöglich unterstützen zu können.

Die Autoren                                                     

Sandra Mirbek ist Doktorandin an der Goethe-Universität Frankfurt und pädagogische Fachkraft. Ihre Schwerpunkte sind Bewegung, Sprache, Inklusion und Heilpädagogik.

Frank Francesco Birk ist Doktorand an der Universität zu Köln und heilpädagogische Fachkraft. Seine Schwerpunkte sind Psychomotorik, Natur-, Heil- und Kulturpädagogik.

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