Das Erzieher-Motivationsschreiben für Bewerbungen in Fachschulen und Praxiseinrichtungen

Motivationsschreiben für Erzieher

„Bitte senden Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen inklusive eines Anschreibens zu, aus dem Ihre Motivation hervorgeht gerade in unserer Einrichtung zu arbeiten zu wollen“.

Immer mehr Praxisstellen, aber auch Fachschulen möchten mehr über Bewerber erfahren als aus dem klassischen Bewerbungsanschreiben hervorgeht und verlangen zusätzlich ein Motivationsschreiben. Was aber hat es damit auf sich und welche Aspekte müssen inhaltlich beachtet werden?

 

Ein Motivationsschreiben darf nicht mit dem Anschreiben verwechselt werden

Während das Anschreiben, auch erste Seite der Bewerbung genannt, ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Bewerbung ist, dient ein Motivationsschreiben als Ergänzung und zusätzliche Möglichkeit, persönliche Qualifikationen und Interessen ausführlicher Darzustellen. Erzieherschulen möchten so herausfinden, warum du Erzieherin bzw. Erzieher werden willst und erfahren, welche Erfahrungen du schon mitbringst. Praxisstellen versprechen sich von einem Motivationsschreiben eine bessere Möglichkeit einzelne Bewerber und deren Qualifikationen miteinander zu vergleichen. Daher werden Motivationsschreiben auch zunehmend für ein Kindergarten-Praktikum zur Pflicht. Aber: Selbst wenn in der Stellenausschreibung nicht explizit ein Motivationsschreiben verlangt wird: Es hilft dir, dich, deine pädagogischen Überzeugungen und deine Qualifikationen professionell zu beschreiben und dich als potenzielle neue Praktikantin oder Kollegin interessant zu machen! Bewirbst du dich initiativ bei einer sozialpädagogischen Einrichtung oder einem Träger, so ist es in der Regel besonders wichtig ergänzend zum Anschreiben überzeugend darzulegen, warum gerade du gut ins Team passt – auch im Hinblick auf die Umsetzung des jeweiligen pädagogischen Konzeptes.

Beispiel: Du hast eine umfangreiche Fortbildung absolviert oder eine Zusatzqualifikation erworben. Im Anschreiben kannst du lediglich darauf hinweisen, mit dem Motivationsschreiben hingegen hast du die Möglichkeit zu erklären, welche Schwerpunkte die Weiterbildung umfasset und wie sich dein pädagogisches Fachwissen in die Praxis umsetzen lässt.

 

Wann ein Motivationsschreiben sinnvoll ist und wann nicht

Fordert eine Fachschule oder ein potenzieller Arbeitgeber ein Motivationsschreiben ein, so solltest du selbstverständlich auf keinen Fall darauf verzichten. Darüber hinaus kann eine dritte Seite als Ergänzung der Bewerbungsunterlagen sinnvoll sein, wenn

 

  • … dein Anschreiben zu lang und ausführlich zu werden droht,
  • … die Konkurrenz um eine Stelle sehr groß ist (beispielsweise dann, wenn es nur wenige  Praxiseinrichtungen gibt, die Auszubildende einstellen welche die praxisintegrierte Erzieherausbildung absolvieren),
  • … du besondere Qualifikationen und/oder Erfahrungen mitbringst, z.B. durch Fort- und Weiterbildungen, im Hinblick auf Fremdsprachenkenntnisse usw.
  • … dein Lebenslauf auf den ersten Blick nicht zur ausgeschriebenen Stelle passt, du aber überzeugend darlegen möchtest, warum trotzdem gerade du die bzw. der Richtige für die zu besetzende Position bist

 

Weniger sinnvoll ist das Verfassen eines Motivationsschreibens, wenn du schon Probleme hast dein Anschreiben mit Inhalt zu füllen oder wenn du lediglich ein kurzes Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung absolvieren möchtest.

 

Sorge dafür, dass man dich unbedingt kennenlernen möchte!

Was den inhaltlichen und formalen Aufbau seines Motivationsschreibens angeht, so hast du relativ freie Hand. Wichtig ist, dass dein Schreiben übersichtlich aufgebaut ist und wirklich dazu beiträgt, deinen potentiellen neuen Arbeitgeber neugierig auf dich zu machen. Fachschulen möchten wissen, mit welchen Persönlichkeiten sie es zu tun haben und warum sich jemand entschließt Erzieher/in zu werden. Dass die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz aufgrund des Fachkräftemangels an dieser Stelle keine überzeugende Motivation darstellt, sollte daher klar sein.

Wichtig ist, aussagekräftige und interessante (Zwischen-)Überschriften zu wählen.

Folgende Überschriften für dein Motivationsschreiben sind denkbar:

 

  • Das möchte ich Ihnen noch über mich mitteilen
  • Ich über mich
  • Meine Motivation Erzieher/in zu werden
  • Warum gerade eine bilinguale Kita/Montessori-Einrichtung/Kita mit offenem Konzept/Krippe …
  • Warum gerade ich Ihr Team ergänzen kann
  • Ich möchte Erzieher/in werden, weil….

 

Wie genau dein Motivationsschreiben aufgebaut ist hängt stark davon ab, wo und als was du dich bewirbst (Schule, ausbildendende Praxiseinrichtung, als ausgebildete Erzieherin bei einer Krippe oder Kita mit besonderem Konzept usw.). Folgende Aspekte können eingebracht und ausgeführt werden:

 

  • Deine Motivation, den Beruf zu ergreifen
  • Deine Motivation, dich gerade in dieser Einrichtung zu beerben
  • Deine besonderen Qualifikationen, Interessen und Einstellungen zu pädagogischen Fragestellungen
  • Dein Interesse an der Einrichtung, deren Konzept und/oder am Träger
  • Dein Bild vom Kind und deine Sicht von Erziehung
  • Dein Erzieherpersönlichkeit
  • Deine Leidenschaft für den Beruf

 

Du merkst: Ein Motivationsschreiben ist weniger sachlich und nüchtern als ein Bewerbungsanschreiben aufgebaut. Du hast auch mehr kreative Freiheit, was den Inhalt und die optische Gestaltung angeht. Trotzdem solltest du wirklich nur relevante Informationen erwähnen und deine Fähigkeiten und Qualifikationen mit konkreten Beispielen belegen.

 

Praktische Tipps für Form und Inhalt des Motivationsschreibens in Kürze

  • Wähle eine aussagekräftige Überschrift
  • Nutze zwei bis vier Zwischenüberschriften
  • Passe das Layout des Motivationsschreibens dem der restlichen Bewerbungsunterlagen an
  • Nutze ein Zitat, um deine Einstellung zu pädagogischen Fragen deutlich zu machen und/oder zu unterstreichen
  • Achte auf eine korrekte Grammatik und Rechtschreibung, sowie auf einen angemessenen Sprachstil
  • Schreibe natürlich und freundlich, bleibe aber professionell und überwiegend sachlich
  • Belege deine Aussagen und Beschreibungen mit konkreten Beispielen
  • Beschränke dich auf für deinen Arbeitgeber wirklich relevante Informationen
  • Vermeide reine Aufzählungen von Fähigkeiten und vergewissere dich, dass du nicht einfach Aspekte wiederholst, die du bereits im Anschreiben erwähnst
  • Stelle heraus, warum du mit deinen Qualifikationen einen Mehrwert für eine pädagogische Einrichtung darstellst, nicht umgekehrt – rechtfertige dich nicht!
  • Das Datum und deine Unterschrift gehört ans Ende eines jeden Motivationsschreibens

 

Anbei findest du zwei Motivationsschreiben Vorlagen für Word, die du gratis herunterladen und anpassen kannst! Ein Muster-Motivationsschreiben ist geeignet für die Bewerbung an Fachschulen, die zweite kannst du nutzen, wenn du eine Praxiseinrichtung anschreibst oder ein Bewerbungsmuster für Praktika benötigst.



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