Das EU-Programm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas und Kindergärten

Immer mehr Berufstätige, möchten beruflich noch einmal umsatteln. Eine Ausbildung zu machen, um anschließend bis zur Rente dieselbe Tätigkeit auszuüben, ist inzwischen eher zur Ausnahme geworden. Mit dem EU-Projekt: „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“ können Sie eine Ausbildung zum Erzieher machen – und werden dafür bezahlt. Die Berufsaussichten sind bestens. 

Für das EU-Programm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“ stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 1. Juni 2015 bis zum 31. Juli 2020 insgesamt fast 34 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Gefördert werden Modellprojekte, die vergütete Ausbildungen von Erzieherinnen und Erziehern erproben und speziell auf Berufswechslerinnen und Berufswechsler zugeschnitten sind.

Fachschülerinnen und Fachschüler werden, parallel zu ihrer Ausbildung in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis, in einer Kita beschäftigt und erhalten eine angemessene Vergütung.

Ziel des Programmes ist es, mehr Fachkräfte in der Frühpädagogik zu gewinnen. Außerdem soll das  lebenslange berufliche Lernen ohne Erwerbsunterbrechung ermöglicht und auch Männer verstärkt für den Beruf des Erziehers gewonnen werden.

Steigende Kinderzahlen, ein höherer Personalschlüssel in der Kindertagesbetreuung, längere Buchungszeiten und der frühere Eintritt der Kinder in Kindergarten oder Kinderkrippe machen es nötig, neue Zielgruppen für die Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher zu erschließen.

Ein Arbeitsmarkt der Zukunft

Derzeit arbeiten etwa 615.000 Erzieherinnen und Erzieher in der Kindertagesbetreuung. Zwischen 2012 und 2015 hat sich das Berufsfeld „Frühe Bildung“ mit 15 Prozent Mitarbeiterzuwachs stärker entwickelt als der restliche Arbeitsmarkt – und es fehlen laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung von 2017, um den empfohlenen Personalschlüssel zu erreichen, rund 107.200 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte. Wer in diesem Beruf arbeitet, braucht sich also vor Arbeitslosigkeit nicht zu fürchten.

Der Personalschlüssel in Kindertageseinrichtungen hat sich in den letzten Jahren zwar etwas verbessert, trotzdem liegen wir im europäischen Vergleich hier ganz weit hinten. Die Anzahl der Kinder, die Erzieherinnen und Erzieher zu betreuen haben, hängt in Deutschland stark vom Wohnort ab. Den größten Unterschied im Personalschlüssel gibt es zwischen Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. Während in Baden-Württemberg in einigen Kreisen 6,1 Kinder von einer Fachkraft betreut werden, sind es in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 14,3 Kindergartenkinder. Wir brauchen also dringend gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher für unseren Nachwuchs.

Unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum Erzieher

In der Bestandsaufnahme der Koordinationsstelle „Chance Quereinstieg“ vom Mai 2017 gibt es interessante Fakten über die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung an einer Akademie oder einer Fachschule für Sozialpädagogik. Diese sind in den einzelnen Bundesländern verschieden. In Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein dürfen Sie mit einem fachfremden Berufsabschluss die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher absolvieren.

In anderen Bundesländern müssen Sie zu Ihrem Berufsabschluss auch praktische Erfahrungen in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld nachweisen – die Dauer der geforderten Praxiserfahrungen variiert von 4 Wochen bis zu 3 Jahren. Diese Voraussetzungen gelten für Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westphalen, Saarland, Sachsen und Thüringen.

In Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und in der Regel auch in Thüringen ist eine Aufnahme in die Fachschule für Sozialpädagogik ausschließlich über einen zweijährigen Berufsabschluss, zum Beispiel als Kinderpfleger oder Sozialpädagogischer Assistent, möglich.

Vergütete Ausbildung macht Erzieherberuf auch für Männer attraktiv

Der Bedarf an männlichen Bezugspersonen in Kindertageseinrichtungen ist unumstritten. Männliche Vorbilder sind genauso wichtig für die Entwicklung der Kinder wie weibliche.

Der Männeranteil im Beruf  des Erziehers ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Besonders attraktiv sind unter den männlichen Auszubildenden die vergüteten Ausbildungen in Teilzeit. In integrierten Teilzeitausbildungen liegt der Anteil der Männer bei 17,1 Prozent. In der Vollzeitausbildung sind es im Durchschnitt 16,4 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil in Hamburg – 25 Prozent der angehenden Erzieher sind männlich.

Jungs können sich seit März 2014 auf der Internetseite http:/https://www.zukunftsberuf-erzieher.de umfassend über den Beruf des Erziehers informieren. Das Angebot wurde von den Initiatoren des Boys'Day in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern entwickelt.

Das Programm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“ wird in sechs

Bundesländern angeboten:

 

Interessieren Sie sich für eine Erzieherausbildung? Dann lassen Sie sich am besten vor Ort von einem der Projektträger beraten:


Berlin:

  • Euro Akademie Berlin (Euro-Schulen gemeinnützige Gesellschaft für berufliche Bildung und Beschäftigung mbH)
  • Procedo-Berlin GmbH
  • Käpt‘n Browser gGmbH
  • Klax gGmbH

 

Brandenburg:

  • ABW GmbH

 

Hessen:

  • Pädagogische Akademie Elisabethenstift gemeinnützige GmbH
  • Landeshauptstadt Wiesbaden, Sozialdezernat, Amt für Soziale Arbeit/ Abt. Kindertagesstätten und Mitinitiative e.V.
  • ASB Lehrerkooperative Bildung und Kommunikation gGmbH

 

Nordrhein-Westfalen:

  • Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Westliches Westfalen e.V.

 

Sachsen-Anhalt:

  • Paritätisches Bildungswerk Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

 

Schleswig-Holstein:

  • KinderWege gGmbH
  • AWO Soziale Dienstleistungen gGmbH, Kreis Stormarn

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Wenn Sie gerne Erzieher werden möchten, können Sie sich über die Koordinationsstelle „Chance Quereinstieg/ Männer in Kitas“ beraten lassen:

Beratungstelefon zum Quereinstieg: 030 - 501010-939

Montag von 15:30 bis 19:00 Uhr
Mittwoch von 15:30 bis 19:00 Uhr
Freitag von 10:00 bis 13:00 Uhr

Oder schreiben Sie an: quereinstieg@koordination-maennerinkitas.de

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in eine zukunftsweisende Ausbildung zum Erzieher!

Autor: Tanja Höfling, Online-Redakteurin für das Euro Akademie Magazin der ESO Education Group.

Das Euro Akademie Magazin informiert Sie mehrmals wöchentlich über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, neue Entwicklungen aus der Arbeitswelt und hält Sie mit News aus den Branchen Pädagogik & Soziales, Gesundheit & Pflege, Fremdsprachen & Internationales sowie Wirtschaft & Management auf dem Laufenden. 

 

 

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