München will Abiturienten für den Erzieherberuf gewinnen

In Großstädten wie München ist der Mangel an geeigneten Fachkräften für Krippen, Kitas und pädagogische Einrichtungen für Schulkinder besonders groß. Die Gründe für diese Entwicklung liegen auf der Hand: In Ballungsräumen herrscht aufgrund der Bevölkerungsdichte ein erhöhter Bedarf an Betreuungsplätzen. Viele Familie sind auf zwei Einkommen angewiesen, auch aufgrund der hohen Mieten – daher entschieden sich viele Frauen dafür nach einem Jahr Elternzeit wieder in den Beruf einzusteigen und brauchen einen Krippenplatz.

Aber: Auch die pädagogischen Fachkräfte müssen das Geld für eine Wohnung in München erst einmal verdienen, wenn sie denn überhaupt das Glück haben eine geeignete zu finden. Und das ist mit einem durchschnittlichen Erziehergehalt selbst zuzüglich einer Zulage für Großstädte kein leichtes Unterfangen. Zudem werden viele potenzielle Interessenten für eine Erzieherausbildung abgeschreckt, weil diese fünf Jahre dauert und nur im letzen Ausbildungsjahr vergütet wird.

 

Abiturienten können die Ausbildung verkürzen

Für das Schuljahr 2016/2017 startete daher die Stadt München ein Modellprojekt, welches Anreize schaffen sollte um mehr Abiturienten für eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum staatlich anerkannten Erzieher zu gewinnen. Wer die allgemeine und fachgebundende Hochschulreife besitzt, kann die Ausbildung innerhalb von drei anstatt wie bisher in vier oder fünf Jahren absolvieren. Zudem erhalten die Auszubildenden währen der gesamten Ausbildungsdauer eine Vergütung.Den beteiligten Einrichtungen sind jeweils zwei Praktikanten zugewiesen, die beide im wöchentlichen Wechsel in der Praxiseinrichtung arbeiten und anschließend eine Woche an der Fachakademie ihre fachtheoretische Ausbildung erhalten. Dort wurden für diesen Zweck zwei sogenannte „Tandem-Klassen“ eingerichtet. So fehlt es in den Einrichtungen nicht an Personal, wenn einer der beiden Praktikanten, die sich eine Azubi-Stelle teilen, in der Schule ist.

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Verlängerung des Schulversuchs bis zum Schuljahr 2020/2021 beschlossen

Die erfolgreiche Maßnahme, von welcher zunächst nur städtische Einrichtungen profitierten, wurde nun auf jeden Fall bis zum Schuljahr 2020/2021 verlängert und für andere Einrichtungsträger sowie Fachschulen geöffnet. Der Modellversuch, so sind sich die Verantwortlichen einig, werde langfristig dafür sorgen, dass mehr Erzieher eingestellt werden können, um dem gravierenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Inzwischen sind auch andere große Städte nachgezogen und der Modellversuch „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen“ (OptiPrax) wird außer in München beispielsweise in Nürnberg und Regensburg angeboten. Die Resonanz seitens der Auszubildenden ist positiv und es ist zu hoffen, dass weitere Bundesländer ähnliche Modellversuche ins Leben rufen.

 

Stand der Informationen: Dezember 2017

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fachkraeftemangel-abiturienten-als-erzieher-1.3517220

 

 

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