Von der Kinderpflegerin zur Erzieherin

Finanziell attraktive Qualifizierungsmöglichkeiten in Bayern und in den anderen Bundesländern

 

Obwohl sie heute in der Praxis fast identische Aufgaben übernehmen, werden Kinderpflegerinnen in pädagogischen Einrichtungen deutlich schlechter bezahlt als ihre Kolleginnen und Kollegen, die eine Erzieherausbildung absolviert haben.

Davon abgesehen werden in vielen Bundesländern trotz Fachkräftemangel nur noch wenige Kinderpflegerinnen und Sozialassistenten neu eingestellt, um den Beruf aufzuwerten. Daher ist es nachvollziehbar, dass immer mehr betroffene Pädagoginnen und Pädagogen über eine Weiterbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin nachdenke.

Das Problem: Viele Kinderpflegerinnen arbeiten schon lange in ihrem Beruf – die Schul- und Ausbildungszeit ist lange her. Und wer zu Hause eine eigene Familie hat kann es sich zeitlich und finanziell in der Regel nicht leisten eine (unbezahlte) Vollzeitausbildung an einer Fachschule oder Fachakademie für Sozialpädagogik zu absolvieren. Da Erzieherinnen aber nach wie vor händeringend gebraucht werden, bieten einige Bundesländer alternative Modelle der Weiterqualifizierung an, die auch für ältere und erfahrene Kinderpfleger/innen und Sozialassistentinnen und Sozialassistenten interessant ist. Besonders das Bundesland Bayern übernimmt in diesem Zusammenhang eine wichtige Vorreiterrolle.

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Erzieherin werden und währenddessen Geld verdienen – diese Möglichkeiten gibt es

 

Neben der klassischen Vollzeitausbildung bieten viele Fachakademien in Bayern auch Ausbildungsmodelle in Teilzeit an. Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/zum staatlich anerkannten Erzieher dauert in diesem Fall drei Jahre, an die sich das Anerkennungsjahr noch anschließt. Der Unterricht finden je nach Fachakademie in den Abendstunden und/oder am Wochenende statt.

Der Vorteil: Kinderpflegerinnen, die bereits einen Job haben, können diesem weiter nachgehen und müssen sich keine Gedanken um die Finanzierung ihrer Weiterbildung machen, die an sich in der Regel kostenlos ist.

Seit dem Schuljahr 2016/2017 testet Bayern noch ein weiteres Modell, welches für Kinderpflegerinnen eine Weiterqualifizierung zur Erzieherin attraktiv machen soll. Die „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen“ (OptiPrax) ermöglicht es ausgebildeten Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern von Beginn der dreijährigen Weiterqualifizierung an eine Vergütung für ihre Arbeit in den sozialpädagogischen Einrichtungen zu erhalten. Diese ist vertraglich geregelt und beträgt je nach Ausbildungsjahr zwischen 850 und 950 Euro monatlich.

Weil es sich um einen Modellversuch handelt, wird OptiPrax in dieser Variante bisher jedoch nur an wenigen ausgewählten Fachakademie testweise umgesetzt.

 

Weitere Informationen zu OptiPrax findest du hier:

 

http://www.erzieherin-ausbildung.de/content/optiprax-ein-modellversuch-des-kultusministeriums-bayern

 

und hier:

 

https://www.km.bayern.de/download/13765_stmbw_optiprax_dinlang_6seiter_ansicht.pdf

 

Und wie sieht es in anderen Bundesländern mit Möglichkeiten aus während der Weiterqualifizierung zur Erzieherin ein Einkommen zu erzielen?

Die Länder Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg bieten eine sogenannte „praxisintegrierte Erzieherausbildung“ (PIA) an. Die Auszubildenden, die dieses Weiterbildungsmodell wählen, erhalten für ihren Einsatz in den Praxiseinrichtungen im Durchschnitt einen Bruttolohn von 850 Euro im ersten Ausbildungsjahr und 950 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

Davon abgesehen kann mittlerweile in fast allen Bundesländern (abgesehen von einigen Stadtstaaten) die Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher von Kinderpflegern mit stattlicher Anerkennung auch in Teilzeit absolviert werden. Diese Ausbildungsvariante ermöglichen es Kinderpfleger/innen, während ihrer Weiterbildung zur Erzieherin/zum Erzieher zumindest in Teilzeit (weiterhin) in ihrem Beruf zu arbeiten und Geld zu verdienen.

Wer weiterhin in Vollzeit arbeiten möchte und sehr diszipliniert ist, was eigenständiges Lernen angeht, der kann in allen Bundesländern unter bestimmten Voraussetzungen auch an der Nichtschüler- bzw. Externenprüfung teilnehmen, welche ausgewählte Fachschulen und Fachakademien durchführen.

Auch hier ist Bayern vorbildlich, was das Weiterbildungsangebot für Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger angeht: In München können Interessenten einen intensiven Vorbereitungskurs für die Externenprüfung besuchen, der ein Jahr oder eineinhalb Jahre dauert und an ein bis vier Abenden pro Woche stattfindet.

Auch in anderen Bundesländern bieten einige Schulen (in manchen Ländern nur private Bildungsinstitutionen) zu diesem Zweck gezielte Vorbereitungskurse an.

 

Infos dazu findest du hier:

http://www.erzieherin-ausbildung.de/content/nichtschuelerpruefung-ein-weg-nicht-ohne-risiko

 

Stand der Informationen:

Oktober 2016

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