Was blüht denn da? Pflanzen entdecken und benennen

Wer mit Kindern in der Natur unterwegs ist, wird nicht umhinkommen, an jeder Ecke stehen zu bleiben, weil hier jemand ein Gänseblümchen entdeckt und dort ein anderer eine Butterblume findet. Kinder freuen sich an den bunten Blüten ohne zu erahnen, wie groß die Vielfalt an Pflanzen tatsächlich ist. Dass Kinder sich für Pflanzen begeistern, verdanken wir in erster Linie tatsächlich der Farbenpracht. Es geht uns doch selbst so: Alles, was bunt ist, zieht unsere Blicke magisch an. Kindern geht es dabei nicht anders.

Lassen wir uns also mit ihnen darauf ein und entdecken auch wir Pflanzen in unserer Umgebung.

 

Zuerst einmal muss man sich folgendes bewusstmachen:

Pflanzen sind ein zartes Konstrukt aus Wurzel, Stängel, Blättern und Blüte. Und eben hier finden wir die verschiedensten Unterscheidungsmerkmale. Bei einer Erkundungstour mit Kindern, die das Thema "Pflanzen" beinhaltet, solltest du auf jeden Fall auf die Verschiedenheiten aufmerksam machen.

Schaut Euch die Blätter an, befühlt die Stängel und wenn es eine Pflanze ist, die mehrfach vorkommt (z.B. Löwenzahn), dann darf man auch die Wurzel ausgraben und diese genauer betrachten.

 

Praxistipp:

Besonders eindrucksvoll lässt sich die Vielfalt verdeutlichen, wenn ihr die gesammelten Pflanzen presst und hinterher auf einer Collage aufklebt. So sind sie haltbar und schön anzusehen.

Beim Pressen ist zu beachten, dass man entweder eine Pflanzenpresse verwendet oder aber dicke Bücher. Die Pflanzen sollte man dabei vorsichtig auf Papiertaschentüchern auslegen. Somit schützt man das Buch.

 

Praxistipp 2:

MIt Löwenzahn kannst du die Kraft einer Pflanze sehr gut deutlich machen, denn seine Samen kennen alle Kinder. Sammelt gemeinsam Pusteblumen und legt einige Samen in die Erde. Klebt andere Samen mit Tesafilm auf ein weißes Papier. So bleibt allen deutlich vor Augen, wie klein die Samen einst waren und es beeindruckt noch stärker, wie groß die Pflanze später wird.

 

Pflanzen brauchen eine bestimmte Umgebung, um zu gedeihen. Einige allerdings sind so genügsam, dass sie auf fast allen Untergründen wachsen. Der Löwenzahn ist ein solcher Vertreter, aber auch Giersch wächst, wenn er sich erst einmal angesiedelt hat, rasch zu stattlichen Ansammlungen heran.

 

Wenn du Kinder für die Pflanzenwelt sensibilisieren möchtest, solltest du folgendes beachten: Eine kleine Anzahl an pflanzlichen Vertretern sollten Kinder mühelos erkennen. Für alles andere gibt es Bestimmungsbücher und die dürfen bei einem Ausflug in die Natur nicht fehlen.

 

Praxistipp:

Löwenzahn, Gänseblümchen, Butterblume, Spitzwegerich und Mohn begegnen uns fast überall. Versuche im Laufe der Zeit den Kindern diese Pflanzen bekannt zu machen. Lass die Kinder wissen, dass man Gänseblümchen essen kann und mit Spitzwegerichblättern einen Stich einreiben kann. Die Blätter vom Löwenzahn eignen sich bestens als Salat. Aber hier gilt es auch gleich wieder einige Regeln zu beachten: Pflanzen, die wir essen wollen, sollten nicht direkt am Wegrand stehen, denn dort werden sie oft von Gassi-gehenden Hunden als Toilettenplatz genutzt. Gleichzeitig gilt: Absolutes Essverbot in Regionen mit Fuchsbandwurm oder Tollwut und ähnlichen Krankheitsbildern. Solltest du dir unsicher sein, dann nehmt besser keine Pflanzenteile zum Essen mit. Ansonsten kannst du dich beim zuständigen Förster über mögliche Parasiten erkundigen. Sicher ist sicher!

 

Damit Pflanzen wachsen und sich verbreiten können, brauchen Sie Unterstützung. Hierfür sind die fleißigen Bienen und Hummeln zuständig. Aber auch Schmetterlinge und der Wind spielen keine unerhebliche Rolle. Nimm den Kindern die unberechtige Angst vor den summenden Gesellen und mache ihnen deutlich, wie wichtig Biene. Hummel und Co für die Pflanzen und letztlich auch für uns sind.

 

Was tun bei Kinderfragen?

Pädagogische Fachkräfte sind nicht allwissend. Daher ist es kein Problem, wenn Kinder dir eine Pflanze zeigen, die du nicht kennst. Eines ist aber immens wichtig. Gib nur dann Informationen an die Kinder weiter, wenn du dir ganz sicher bist.

Wenn du keine Antwort weißt, dann sag das den Kindern und biete ihnen an, dass ihr gemeinsam nach einer Antwort sucht. Erstes Nachschlagewerk ist hier ein Bestimmungsbuch (bestens geeignet: "Was blüht denn da? - Kosmos Verlag). Im Umgang mit dem Buch können die Kinder dann gleich lernen, wie eine solche Pflanzenbestimmung funktioniert.

Sieht die Blüte aus, wie auf dem Bild?

Wie sehen die Blätter aus? Passen sie zu den Abbildungen?

Der Stängel auch?

Erst wenn alle Einzelteile übereinstimmen, könnt ihr davon ausgehen, dass ihr die Pflanze richtig zuordnen konntet.

 

Praxistipp: Lass die Kinder immer wieder mit dem Bestimmungsbuch hantieren. So gewinnen sie Sicherheit und Vertrauen ins eigene Tun.

 

Wichtig ist: Reißt keine Pflanzen ab, solange ihr sie nicht kennt. Es gibt eine ganze Reihe giftiger Pflanzen oder Pflanzenbestandteile, die nicht in Kinderhände gehören.

 

Besonders gefährlich und daher zu meiden sind vor allem der Riesenbärenklau, der oft an Feldrändern wächst und dessen Saft extreme Verätzungen an der Haut hervorruft und die Tollkirsche, die man immer wieder am Waldrand findet und die mit ihren glänzenden Früchten geradezu zum Naschen einlädt. Sobald Du auf eurem Weg eine Pflanze findest, die für Kinder gefährlich werden kann, sprich mit ihnen darüber und sensibilisiere sie für die Gefahren. Kinder erkennen durchaus die Ernsthaftigkeit hinter deiner Aussage und werden sich von den Pflanzen fernhalten.

Trotzdem gilt: Vorsicht und ein ganz starkes Augenmerk auf die Kinder in der Nähe dieser Pflanzen. Am besten meidest du diese Stellen.

 

2. Pflanzensamen

Wenn eine Pflanze verblüht ist, gibt sie ihren Samen frei. Mach dich mit Kindern gezielt auf die Suche nach Samen. Bei vielen Pflanzen ist es gar nicht so einfach, die Samenstände zu finden. Doch mit etwas Ausdauer und dem Blick für die kleinen Details, werdet ihr sicher fündig. Mit den gesammelten Samen, könnt ihr entweder kleine Blumentöpfe bestreuen oder in einem Hochbeet auf dem Kindergartengelände die verschiedenen Samen aussäen. Beobachtet dort, was passiert. Welche Pflanze keimt zuerst? Welche wächst am schnellsten? Was blüht? Gibt es auch Samen, die nicht angehen? Woran kann das liegen? Stellt euch all diese Fragen und versucht, Antworten zu finden.

 

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