Fachtext: Die Bedeutung der Raumgestaltung in Kindergärten

In der Reggio-Pädagogik heißt es: „Der Raum ist der dritte Erzieher.“Anhand dieser Aussage lässt sich schon erkennen, wie wichtig eine alters- und bedürfnisgerechte Raumgestaltung in Kindertageseinrichtungen ist.

Nachfolgend findest du die wichtigsten Grundlagen und Überlegungen der Elementarpädagogen im Hinblick auf die Raumgestaltung in Krippen und Kindergärten.

 

  1. Der Raum und das Konzept der Selbstbildung

  • Räume in Kitas und Krippen müssen so gestaltet sein, dass sie Selbstbildungsprozesse anregen,

  • Das Kind gestaltet seine Lernprozesse selbst, indem es sich aktiv mit seiner Umgebung und den zur Verfügung gestellten Materialien auseinandersetzt,

  • Räume sollten Schutz bieten, aber nicht beengend wirken und das Kind in seiner Explorationsfreude hemmen,

  • Räume in Kindertagesstätten müssen so gestaltet sein, dass sie das freie Spiel ermöglichen und attraktiv machen,

  • Sie müssen kindlichen Grundbedürfnissen wie dem nach Ruhe, Rückzug, Bewegung, Rollenspiel, Essen, Bau- und Konstruktionsspiel, Gestalten usw. entgegenkommen,

  • Sie müssen Orte der Begegnung sein,

  • In ihnen müssen Kinder sich angenommen und wertgeschätzt fühlen,

  • Räume müssen so gestaltet sein, dass sie Kindern viele unterschiedliche Perspektiven eröffnen (z.B. durch unterschiedliche Ebenen),

  • Sie müssen alters- und persönlichkeitsbedingte Entwicklungsunterschiede in heterogenen Kindergruppen berücksichtigen

  • Kinder sollten immer aktiv Einfluss nehmen können, wenn es um die Raumgestaltung geht (Partizipation, z.B. indem über neues Spielzeug in den einzelnen Spielbereichen abgestimmt wird).

  • Die Kinder müssen im Hinblick auf ihre Persönlichkeit, auf ihre Entwicklung und auf ihr Tun Wertschätzung erfahren, die sich auch in der Raumgestaltung ausdrückt (z.B. Bastelarbeiten, Fotos, Fundstücke usw. an Wänden platzieren).

 

  1. Der Raum und die Sinneswahrnehmung

  • Grundregel: Je kleiner ein Raum, desto heller sollte er gestrichen sein,

  • Eine weiße Decke reflektiert Licht besser,

  • Lackierte Möbel und Flächen absorbieren den Schall nicht genug,

  • Die Farbgebung sollte zu den verschiedenen Aktivitätsbereichen passen,

  • Tageslicht kann nicht durch künstliches Licht ersetzt werden, denn Tageslicht schärft die Sinneswahrnehmung von Kindern,

  • Der Lärmschutz kann durch Stoffe verbessert werden, die den Schall auffangen, z.B. Decken, Gardinen, Kissen, Tücher usw.

  • Raufasertapeten bieten zusätzlichen Schallschutz,

  • Räume müssen Struktur und Orientierung bieten (z.B. durch Raumtrenner, Ordnungssysteme, Markierungen und Schilder, Möbel, die in bestimmter Art und Weise angeordnet sind usw.)

  • Das Raumklima ist wichtig (frische Luft)

 

  1. Raum und Bewegung

  • Räume dürfen nicht zu voll gestellt werden, sie müssen Platz für Bewegung und Exploration lassen,

  • Der Boden dient gerade jüngeren Kinder als Spielfläche – darauf muss der Bodenbelag abgestimmt sein,

  • Räume müssen sich ohne großen Aufwand spontan umgestalten lassen, z.B. für Feiern, Stuhlkreise, Projektarbeit usw. (Raumdynamik)

  • Räume müssen so gestaltet sein, dass die Unfallgefahr möglichst gering ist und Sicherheitsmängel zeitnah beseitigt werden

  • Raumproportionen und Größenverhältnisse müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein, damit eine positive Raumatmosphäre entstehen kann


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