Elternabend im Kindergarten- mit dieser Checkliste gelingt er dir

Elternabend im Kindergarten und in der Kita

Wer eine gute Beziehung zu Kindern aufbauen möchte, der sollte möglichst auch viel Zeit und Energie investieren und eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft mit den Eltern anstreben. Fühlen die sich nämlich verstanden, einbezogen und gut beraten, dann finden auch Kinder schnell ihren Platz in einer Krippe oder Kita. Neben Tür- und Angelgesprächen sowie Individuellen Elterngesprächen bieten Elternabende die Möglichkeit, sich gegenseitig besser kennenzulernen, die Einrichtung vorzustellen oder sich in angenehmer Atmosphäre über ein pädagogisches Thema zu informieren. Allerdings bedarf es einiger Planung, damit auch alle Beteiligten davon profitieren. Der folgende Leitfaden kann als Orientierung für die Planung und Durchführung von Elternabenden dienen. Die wichtigsten Aspekte, auch im Hinblick auf ein gutes Zeitmanagement, findest du am Ende des Textes in Form einer küren Checkliste.

 

Wie oft sollte ein Elternabend Stattfinden?

Wie oft ein Elternabend im Kindergarten stattfinden sollte, ist nicht genau definiert. In den einzelnen Gesetzestexten wird allerdings darauf hingewiesen, dass die Beratung und Kooperation mit Eltern ein wichtiges Fundament für den Aufbau einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft bildet. Zudem ist in der Regel vorgeschrieben, dass die Eltern zu Beginn jedes Kindergartenjahres aus ihren Reihen einen Elternrat wählen, der ihre Interessen im Austausch mit Kita-Personal und Trägervertetern vertritt. Die meisten Einrichtungen nehmen dies zum Anlass alle Eltern einzuladen um eine entsprechende Wahl durchzuführen. Darüber hinaus gibt es meist Informationsveranstaltungen für neue Eltern, die häufig vor den Sommerferien stattfinden. Ob und in welchem Umfang weitere Elternabende durchgeführt werden, entscheiden die jeweiligen Einrichtungen selbst. Die bereits angesprochen Veranstaltungen dienen in der Regel der Information der Eltern, aber es erscheint fraglich ob zwei Termine ausreichend sind, damit die pädagogischen Fachkräfte eine gute Beziehung zu den Eltern der Kinder aufbauen können, die sie betreuen. Arbeitet der Kindergarten dienstleistungsorientiert und nimmt die Bedürfnisse der Eltern und Kinder ernst, so gibt es sicherlich viele mögliche Themen und Anlässe welche die Organisation weiterer Elternveranstaltungen nahe legen. Denn eines ist klar: Während des hektischen Kita-Alltags bleibt häufig kaum Zeit, damit Team und Eltern sich näher kennenlernen können und auch untereinander ins Gespräch zu kommen ist leichter, wenn Mütter und Väter nicht aufpassen müssen, dass ihre Kinder unbemerkt das Gebäude verlassen oder kleine Geschwister Legosteine verschlucken. Andererseits: Die meisten Elternveranstaltungen finden abends statt. Möchten beide Eltern teilnehmen, muss ein Babysitter gefunden werden. Zudem haben Mütter und Väter häufig keine Lust, sich nach einem anstrengenden Arbeitstag noch einmal in den Kindergarten zu begeben. Für die pädagogischen Fachkräfte können Elternabende zur zusätzlichen Belastung werden, wenn diese in der ohnehin schon knappen Vorbereitungszeit geplant und außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit durchgeführt werden müssen. Jedes Einrichtung sollte daher individuell entscheiden, wie viele Elternabende innerhalb eines Kindergartenjahres sinnvoll und notwendig sind.

Tipp: Die jährlich stattfindenden Elternbefragungen, die der Qualitätssicherung dienen, eignen sich gut um Interessen und Erwartungen der Eltern im Hinblick auf Elternabende und Informationsveranstaltungen abzufragen.

 

Welche Möglichkeiten gibt es, einen Elternabend durchzuführen?

Elternabend ist nicht gleich Elternabend. Grundsätzlich gibt es viele mögliche Themen für einen Elternabend und auch der Ablauf kann ganz unterschiedliche ausfallen. Manchmal ist es sinnvoll, einen Elternabend für die einzelnen Gruppen individuell zu gestalten, sollen hingegen alle Eltern angesprochen werden, deren Kinder nach den Sommerferien erstmals die Einrichtung besuchen, so bietet sich eine Veranstaltung in der Turnhalle oder in einem großen Mehrzweckraum an. Zudem müssen nicht immer die Einrichtungsleitung oder die Gruppenleitung den Elternabend moderieren. Bei vielen Themen bietet es sich an, Experten einzuladen, die dann einen Vortrag halten oder, noch besser, Workshops für interessierte Eltern anbieten. Als Experten infrage kommen zum Beispiel

  •  Kinderärzte,
  • (Kinder-)Psychologen,
  • Lehrer,
  • Mitarbeiter der Jugendämter,
  • Buchautoren,
  • Therapeuten (Logopäden, Ergotherapeuten, …)

Natürlich ist es nicht immer leicht, entsprechende Experten zu finden die bereit sind unentgeltlich oder gegen eine kleine Aufwandsentschädigung einen Vortrag im Kindergarten zu halten. Oft finden sich aber auch unter den Kindergarteneltern selbst Leute, die ihr Wissen gerne weitergeben. Für mehrstündige Seminare, wie beispielsweise einen Erste-Hilfe-Kurs, kann natürlich auch eine Teilnahmegebühr erhoben werden. Dafür erhalten die Eltern dann eine entsprechenden Nachweise über ihre erfolgreiche Teilnahme.

 

Wie läuft ein Elternabend ab?

 In der Regel erstellt man für einen Elternabend einen Ablaufplan, der die einzelnen Tagesordnungspunkte enthält. Diese sollten auch aus der Einladung für die Eltern hervorgehen. Meist übernimmt die Einrichtungsleitung bzw. die jeweilige Gruppenleitung die Begrüßung der Eltern, bevor sie den ersten Tagesordnungspunkt thematisiert oder das Wort an einen externen Experten übergibt. Grundsätzlich ist es natürlich möglich, dass sich ganze Team an der Gestaltung eines Elternabends beteiligt. Das sorgt für Abwechslung und kann die Einrichtungsleitung entlasten.  Richtet sich der Elternabend an neue Eltern, so sollten sich unbedingt alle Kollegen den Eltern kurz persönlich vorstellen – das wirkt sympathisch und schafft Vertrauen. Werden vorwiegend organisatorische Dinge besprochen, so sollte im Vorfeld der Elternbeirat gefragt werden, ob dieser möglicherweise ein Anliegen hat, welches beim Elternabend zur Sprache kommen sollte. Zudem ist es wichtig, Zeit für Rückfragen und Diskussionen einzukalkulieren.Grundsätzlich sollte ein Elternabend aber nicht länger als zwei Stunden dauern, damit sich niemand langweilt. Bei Fachvorträgen und Workshops ist es sinnvoll, wenn die Eltern wichtige Informationen in Form eines Handouts ausgehändigt bekommen, damit niemand sich Notizen machen muss.

 

Wie finde ich geeignete Themen für einen Elternabend?

 Es gibt verschiedene Möglichkeiten um herauszufinden, welche Themen Eltern interessieren und im Familienalltag bewegen. Kommen mehrere Eltern mit ähnlichen Fragen auf die pädagogischen Fachkräfte zu, beispielsweise zu Themen wie Trotzphase, Grenzen setzen, Medienkonsum usw., dann könnte das ein guter Hinweis darauf sein, welche Thematik sich für die Gestaltung eines Elternabends eignet. Alternativ kann natürlich auch eine Umfrage Aufschluss darüber geben, was Eltern und Kinder aktuell bewegt. Themen, die in den meisten Einrichtungen früher oder später relevant sind, könnten sein:

 

 

 Ein Elternabend kann davon abgesehen aber auch genutzt werden, um die pädagogische Arbeit der Vorzustellen vorzustellen. In diesem Zusammenhang sind Videos und Fotopräsentationen eine gute Möglichkeit, den Eltern einen besseren Einblick in den Kita-Alltag zu ermöglichen. In Einrichtungen, die offen oder teiloffen arbeiten und die mehr als 70 Kinder betreuen sind solche Präsentationen gut geeignet, um Transparenz zu schaffen und die tägliche pädagogische Arbeit sichtbar werden zu lassen. Auch Projekte und Kooperationen mit anderen Einrichtungen lassen sich so besser vorstellen als nur durch einen unpersönlichen Elternbrief.

 

Wie lade ich für einen Elternabend ein?

Bei einigen Elternabenden ist es wichtig, dass besonders viele Eltern daran teilnehmen. Das gilt natürlich insbesondere für den ersten Elternabend im Jahr, an dem wichtige Informationen zum Kita-Jahr mitgeteilt werden und an dem in der Regel die Wahl zum Elternbeirat stattfindet. Da dieser Tagesordnungspunkt für jede Krippe und Kita obligatorisch ist, sollten die Eltern frühzeitig über den Termin des Elternabends informiert werden. Im Idealfall erhält jede Familie wie persönliche Einladung zum Elternabend, der meist im September oder Oktober stattfindet. Zusätzlich macht es Sinn, am schwarzen Brett noch einmal auf den Termin hinzuweisen, wenn dieser näher rückt. Neue Eltern erhalten ihre Einladung möglichst bei Abgabe des Betreuungsvertrages. Da der erste Info-Elternabend jedes Jahr ansteht und nahezu immer die gleichen Tagesordnungspunkte besprochen werden, kann durchaus eine Einladungsvorlage verwendet werden, bei der nur das Datum, die Uhrzeit und ggf. die persönliche Anrede ergänzt werden müssen.

 

Was gilt es noch im Hinblick auf Vorbereitung und Durchführung eines Elternabends zu beachten?

 Je nach Thema des Elternabends musst du eine Vorbereitungszeit von ein bis drei Monaten einplanen. Mehr Zeit für Planung und Organisation ist notwendig, wenn ein externer Referent den Elternabends inhaltlich gestalten soll. In diesem Fall reicht es allerdings in der Regel, wenn Leitung, Stellvertretung und eine Fachkraft pro Gruppe anwendend sind. Doch auch, wenn das Fachpersonal den Elternabend nicht selbst durchführt, sollten die einzelnen Inhalte trotzdem mit dem Referenten durchgesprochen und eventuell bereits im Vorfeld Fragen und Interessensschwerpunkte der teilnehmenden Eltern abgefragt werden. Zudem ist natürlich in Erfahrung zu bringen, ob der Referent zusätzliche Medien oder Materialien benötigt wie zum Beispiel Beamer, Flipchart, Plakate, Stifte usw. Grundsätzlich gilt: Je früher die schriftliche Einladung an die Eltern herausgeht, desto besser. Um die Planung zu erleichtern ist es sinnvoll um Rückantwort zu bitten – so wissen alle Beteiligten ungefähr mit wie vielen Teilnehmern zu rechnen ist. Damit ein Elternabend in angenehmer Atmosphäre stattfinden kann, sollten Stühle und Tische so aufgestellt werden, dass alle einen guten Blick auf den Referenten haben, sich aber trotzdem noch miteinander unterhalten können. Handelt es sich um einen reinen Vortrag und ist der Platz begrenzt, können natürlich auch Stuhlreihen aufgestellt werden. Getränke und eventuell Snacks oder Fingerfood sorgen dafür, dass sich die anwesenden Mütter und Väter wohl fühlen.

 

Kennenlernspiele am Elternabend: Wie finde ich einen geeigneten Einstieg?

Gerade am Anfang des Kindergartenjahres kennen sich die Eltern einer Kindergartengruppe untereinander noch nicht gut. Kennenlernspiele eignen sich gut um die Atmosphäre etwas aufzulockern und den Eltern die Möglichkeit zu geben ein bisschen mehr voneinander zu erfahren.

Hier einige Ideen, wie das gegenseitige Kennenlernen locker gestaltet werden kann…

 

 1. Mit Fragebogen arbeiten:

Jedes Elternteil erhält einen kleinen Fragebogen mit fünf bis sechs kurzen Fragen wie zum Beispiel:

 „Wohin reisen Sie am liebsten?“

„Welche Bücher lesen Sie gerne?“

„Wie alt sind Ihre Kinder?“ usw.

Wer seinen Fragebogen fertig ausgefüllt hat befestigt ihn an einer Pinnwand. Anschließend sucht sich jeder einen Fragebogen aus und macht die dazu gehörige Person ausfindig. Zuletzt stellen sich sich die Eltern gegenseitig in der Runde vor.

 

   2. Aufgaben verteilen:

Damit die Eltern untereinander ins Gespräch kommen, müssen sie kleine Aufgaben erfüllen. Das könnte zum Beispiel sein: sich der Größe nach aufstellen, nach dem eigenen Alter sortieren, sich so aufstellen, dass die Mutter bzw. der Vater mit dem jüngsten oder ältesten Kind am Anfang steht usw.

 

   3. Portraits der Kinder richtig zuordnen:

Vor dem Elternabend bereitet jedes Kind ein Selbstportrait vor oder alternativ ein Bild seiner Eltern. Am Elternabend selbst müssen die Eltern dann sich selbst oder ihr Kind anhand der Bilder identifizieren und sich anschließend vorstellen.

Wichtig: Kennenlernspiele machen nur Spaß, wenn die Eltern wirklich Lust darauf haben. Niemand sollte zur Teilnahme gezwungen werden. Eine kurze Abfrage zu Beginn der Veranstaltung kann als Stimmungsbild dienen und wenn einige Eltern eher verhalten auf die Aussicht reagieren an einem Kennenlernspiel teilnehmen zu müssen, dann sollte lieber darauf verzichtet und auf die klassische Vorstellungsrunde zurückgegriffen werden.

 

Checkliste Elternabend

 

Ein bis drei Monate vorher:

  • Termin festlegen

  • Themen definieren (evtl. Umfrage herausgeben bezüglich Themenfindung)

  • evtl. Referenten suchen und Ablauf bzw. Organisation besprechen

  • Team informieren

 

Drei bis vier Wochen vorher:

  • Tagesordnungspunkte festlegen

  • Einladungen verteilen bzw. verschicken

  • auf Rückantworten warten bzw. diese einholen

  • Rückmeldung an Referenten geben und Details besprechen

  • wenn Team und/oder Leitung den Elternabend planen: Themen inhaltlich erarbeiten

 

am Nachmittag vorher:

  • Raum herrichten

  • Getränke/Snacks kaufen und bereitstellen

  • Material/Medien aufbauen und bereitstellen

 

Am Elternabend selbst:

  • 30 bis 40 Minuten vor den Eltern eintreffen

  • evtl. Namensschilder nutzen, wenn es sich um neue Eltern handelt

  • Eltern begrüßen und eventuelle Gebühren einsammeln

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