Erzieherinnen und Erzieher werden überall händeringend gesucht und natürlich wollen Kitas, Krippen, Horte und andere sozialpädagogische Einrichtungen nicht nur qualifiziertes Personal einstellen, sondern auch Fachkräfte, die zum Team passen. Wie aber formuliert man Stellenannoncen professionell und gleichzeitig so interessant, dass potenzielle neue Mitarbeiter sich sofort angesprochen fühlen?

 

Ein interessantes Konzept und relevante Fakten unbedingt erwähnen

Natürlich werden Stellenanzeigen zunächst nur überflogen und dürfen daher inhaltlich nicht zu ausführlich gestaltet sein. Aber: Jede Einrichtung hat ein individuelles pädagogisches Profil, welches auch Erwähnung finden sollte – schließlich ist es genau dieses Profil, welches die Kitas voneinander unterscheidet. Erzieherinnen und Erzieher auf Stellensuche lesen sehr viele Annoncen und haben in der Regel die Wahl zwischen vielen potenziellen neuen Arbeitgebern. Erfahren sie in der Stellenausschreibung zu wenig über die jeweilige Einrichtung besteht die Gefahr, dass sie sich erst gar nicht bewerben, weil andere Ausschreibungen interessanter gestaltet sind und den Leser neugierig machen. Folgende Fragen sollte eine aussagekräftige Stellenanzeige, die sich an (angehende) Erzieher und andere pädagogische Fachkräfte richtet, auf jeden Fall beantworten:

 

  • Um welchen Träger handelt es sich? (städtischer Träger, konfessioneller Träger, Elterninitiative, privater Träger,…),
  • Wie alt sind die Kinder, die betreut werden (Krippenkinder, Kinder von 3 bis 6 Jahren, Grundschulkinder, Jugendliche und junge Erwachsene)
  • Nach welchem pädagogischen Ansatz arbeitet die Einrichtung? Werden auch Kinder/Jugendliche mit Behinderungen betreut?
  • Welche Gruppenstrukturen gibt es? (Z.B. kleine oder große Altersmischung, offene oder teiloffene Arbeit, integrative Gruppenformen usw.)
  • Wie groß ist die Einrichtung (wie viele Mitarbeiter gibt es? Wie viele Kinder besuchen die Einrichtung?)

Tipp: Um potenzielle neue Mitarbeiter neugierig zu machen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben mehr über einen Träger und/oder eine Einrichtung zu erfahren ist es immer sinnvoll in einer Stellenanzeige auf die eigene Homepage hinzuweisen. Das Partnerprofil auf erzieherin-ausbildung.de ist eine weitere Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erzeugen und sich positiv darzustellen

 

Im Zweifel eine persönliche Ansprache wählen

„Du“ oder „Sie“? Welche Ansprache gewählt wird, gibt oft der Träger vor. Städtische Einrichtungen beispielsweise wählen in der Regel generell das förmliche „Sie“ für ihre Stellenanzeigen. Im pädagogischen Bereich ist es jedoch üblich, sich innerhalb der Teams zu duzen. Grundsätzlich gilt: Ein „Du“ ist persönlicher und schafft schneller eine Vertrauensbasis. Gerade dann, wenn mit der Stellenausschreibung jüngere Bewerber angesprochen werden sollen, ist eine förmliche Ansprache nicht notwendig.

 

Auf eine übersichtliche und ansprechende Gestaltung achten

Wichtig ist, dass eine Stellenausschreibung übersichtlich und interessant gestaltet ist. Sie sollte sowohl Informationen zum jeweiligen Arbeitsplatz, als auch solche im Hinblick auf das Anforderungsprofil enthalten. Zudem muss dem potenziellen Bewerber verdeutlicht werden, inwieweit er profitiert, wenn er in der jeweiligen Einrichtung für den entsprechenden Träger arbeitet.

  • Im oberen Teil der Annonce sollte sich das Logo der Einrichtung oder des jeweiligen Trägers befinden. Das wirkt professionell und dient zudem als „Eyecatcher“.
  • Unter dem Logo erhält die Bewerberin bzw. der Bewerber einen kurzen Überblick über den Träger und/oder die Einrichtung. Wichtige Informationen in diesem Zusammenhang sind wie oben erwähnt Dinge wie die Größe der Einrichtung, Art des Trägers (Elterninitiative, städtischer Träger, Verein usw.), Besonderheiten im Hinblick auf das Konzept, das Alter der zu betreuenden Kinder usw.
  • Anschließend erfährt die Interessentin bzw. der Interessent, welche Qualifikation gewünscht ist und wann die Einstellung erfolgen soll. Weitere wichtige Fakten, die genannt werden sollten, sind der vorgesehene Stundenumfang sowie eine mögliche Befristung der Stelle. Ist die Stelle unbefristet, so sollten Träger unbedingt darauf aufmerksam machen, denn in Zeiten des Fachkräftemangels bewerben sich Erzieherinnen und Erzieher natürlich bevorzugt auf Stellen, die einen Festvertrag beinhalten.
  • Unter der Überschrift „Wen wir suchen“ oder „Du passt zu uns, wenn…“ folgt stichpunktartig die Aufzählung der gewünschten Qualifikationen und persönlichen Kompetenzen, Fähigkeiten und Merkmale, über die das neue Teammitglied verfügen soll.
  • Der nächste Punkt, welcher ebenfalls in übersichtlichen Stichpunkten aufgeführt werden kann, ist die Antwort auf die Frage, inwieweit der Bewerber bzw. die Bewerberin profitiert, wenn er für den jeweiligen Träger arbeitet. Hier spielt natürlich der Arbeitslohn eine Rolle, aber auch zusätzliche Anreize wie ein Jobticket, Mitgestaltungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten, Bonus-Zahlungen, die Möglichkeit, an Fort-, Weiterbildungen und Supervisionen teilzunehmen usw. können an dieser Stelle erwähnt werden.
  • Am Schluss der Annonce sollten die Kontaktdaten aufgeführt sein sowie gegebenenfalls ein Hinweis auf die Bewerbungsfrist. Wichtig ist, dass der Träger zudem darauf hinweist auf welchem Weg er die Bewerbungsunterlagen erhalten möchte, also auf dem Postweg oder per E-Mail. In den meisten Branchen ist eine elektronische Versendung der Bewerbung bereits üblich und hat den Vorteil, dass Bewerber Zeit und Geld sparen – ein Fakt der durchaus berücksichtigt werden sollte, wenn ohnehin zu erwarten ist, dass die Resonanz auf eine Stellenanzeige in Zeiten des Fachkräftemangels nicht gerade groß ausfallen wird. 
 

Die Formulierung der Stellenanzeige sorgfältig prüfen (lassen)

Aus rechtlicher Sicht gibt es einige Formulierungen, die in Stellenanzeigen nichts zu suchen haben, weil sie als Diskriminierung ausgelegt werden könnten. Grundsätzlich gilt: Das AGG (Allgemeines Gleichstellungsgesetz) verbietet jede Form der Diskriminierung aufgrund

  • des Alters,
  • des Geschlechtes,
  • der ethnischen Herkunft,
  • der Religionszugehörigkeit,
  • der Rasse,
  • der sexuellen Orientierung,
  • von Behinderungen

 

Folgende Bespiele sollen verdeutlichen, was das für die Formulierung einer Stellenannonce bedeutet:

  1. Die Stelle muss immer geschlechtsneutral ausgeschrieben werden, es darf also nicht explizit „eine Erzieherin“ oder „ein Erzieher“ gesucht werden, sondern „ein/e Erzieher/in“:
  2. Es ist nicht erlaubt, das Alter als Einstellungskriterium anzugeben – Träger sollten also weder „eine junge, dynamische Kollegin“ noch „einen erfahrenen Kollegen“ suchen.
  3. Auch bei der Beschreibung des Teams ist es empfehlenswert, Hinweise auf die Altersstruktur zu vermeiden. Die Formulierung „Du wirst Teil eines motivierten Teams“ ist besser als „Sie erwartet ein junges, flexibles Team“.
  4. Städtische und private Träger dürfen die Religionszugehörigkeit nicht als Einstellungskriterium aufführen. Anders sieht es bei konfessionellen Einrichtungen aus. Eine katholische Kita kann als sogenannter „Tendenzbetrieb“ in Übereinstimmung mit dem AGG darauf bestehen eine katholische Fachkraft einzustellen.
  5. Auch im Hinblick auf Sprachkenntnisse dürfen Träger in einer Stellenanzeige nur bedingt Kriterien nennen. „Perfekte Deutschkenntnisse“ oder die Beherrschung von „Deutsch als Muttersprache“ sind rechtlich nicht zugelassene Formulierungen. Anders sieht es aus, wenn in bilingualen Einrichtungen beispielsweise nach englischen Muttersprachlern gesucht wird – dann gilt die Sprache als Qualifikation und darf als Einstellungsvoraussetzung genannt werden.
  6. Träger dürfen nicht mehr explizit auf die Zusendung eines Lebenslaufes und eines Fotos bestehen. Rechtlich unbedenklich ist hingegen die Bitte um Einreichung der „vollständigen Bewerbungsunterlagen“.

 

Textfeld: Wichtig: Diese Hinweise stellen keine Rechtsberatung von erzieherin.ausbildung.de dar! Leitungen sollten jede Stellenanzeige vom jeweiligen Träger und dessen Rechtsabteilung vor der Veröffentlichung prüfen lassen.

 

Die Reichweite der Stellenanzeige erhöhen

Früher wurden Stellenanzeigen für pädagogisches Fachpersonal oft lediglich in der lokalen Pressen veröffentlicht. Das ist heute in der Regel nicht mehr ausreichend. Aufgrund des großen Mangels an Erzieherinnen sollten Träger überlegen, wie sie die Reichweite ihrer Annoncen vergrößern können. Es scheint empfehlenswert möglichst deutschlandweit Erzieherinnen und Erzieher anzusprechen. Gerade jüngere Fachkräfte suchen vermehrt im Internet nach interessanten Stellenangeboten in ganz Deutschland. Optimal geeignet für die Veröffentlichung von Stellenausschreibungen sind Portale, auf denen sich die jeweilige Zielgruppe häufig aufhält. So erhöht sich die Chance, dass Träger mehrere Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Stelle erhalten und eine geeignete Auswahl treffen können, was die Besetzung der Stelle angeht.

 


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