Alltagsfragen aus der Praxis: Warum sind Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Jahreskreislauf so wichtig für Kinder?

Zeit ist für Kinder im Kindergartenalter eine Variable, die sie noch nicht einschätzen können. Gleichzeitig entwickeln sie nach und nach ein Gespür dafür, dass Zeit langsam oder schnell vergehen kann, wobei das Zeitempfinden für sie aber ein subjektiver Prozess bleibt, solange sie die Uhr nicht lesen können.

 

Wie oft muss ich noch schlafen bis das Christkind kommt?“

Wann kommt die Mama mich abholen?“

Wie lange dauert es noch bis ich in die Schule komme?“

Wann sind wir endlich im Park angekommen?“

 

Für Kinder ist Zeit so lange etwas Abstraktes, bis sie eine Vorstellung davon entwickeln, dass Zeit objektiv messbar ist. Tage, Wochen, Monate – alle diese Zeiteinheiten machen erst dann Sinn für Kinder, wenn sie mit diesen etwas Konkretes verbinden. Dann wissen sie zum Beispiel, dass Ostern im Frühling und Weihnachten im Winter gefeiert wird. Der eigene Geburtstag findet statt, wenn die Blätter von den Bäumen fallen und wenn es dunkel wird ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Am Morgen gehen alle Kinder in den Kindergarten, Mama und Papa arbeiten. Nachmittags hingegen kann zu Hause oder auf dem Spielplatz gespielt werden.

Rhythmen und Rituale helfen Kindern, sich im Alltag zu orientieren und ein Zeitgefühl zu entwickeln. Aus keinem anderen Grund hat sich beispielweise die Tradition des Adventskalenders entwickelt. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Kindern das Thema Zeit im Gruppengeschehen näher gebracht werden kann. In vielen Einrichtungen basteln die Vorschulkinder Kalender die ihnen helfen, ihr letztes Jahr im Kindergarten ganz bewusst mitzuerleben und mitzugestalten. An den Wänden hängen Uhren, die mithilfe von Bildern anstatt Zahlen die Tageszeit visualisieren. Der Geburtstagskalender zeigt, in welcher Jahreszeit die einzelnen Kinder ihren Ehrentag feiern und im Morgenkreis wird besprochen, welcher Wochentag heute ist. Irgendwann wissen die Kinder dann, dass beispielsweise Donnerstag Turntag ist oder dass am Freitag Spielsachen von zu Hause mitgebracht werden dürfen. Weil jeder Tag gleich oder zumindest ähnlich abläuft lernen Kinder Zeitspannen besser einzuschätzen. Sie wissen dann, dass die Mama jeden Tag nach dem Mittagessen kommt und verlassen sich darauf. Diese Zuversicht gibt ihnen Sicherheit und Selbstvertrauen, daher sind Wiederholungen und Rituale so wichtig für Kinder. Es ist also sinnvoll, Vertrautes immer wieder in die pädagogische Arbeit zu integrieren, indem beispielweise häufig ein bestimmtes Begrüßungslied gesungen wird. Die meisten Kinder empfinden es auch nicht als langweilig, wenn sie zwei Jahre infolge im Herbst Drachen basteln und im Winter Sterne falten.


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