Reflexion schreiben Erzieher

 

Das Reflektieren des eigenen pädagogischen Handelns und der eigenen Rolle als (angehende) Fachkraft ist ein wichtiger Bestandteil der Erzieherausbildung. Gleiches gilt für die Ausbildung von Kinderpfleger*innen und Sozialassistent*innen. Das Reflexionsgespräch folgt in der Regel immer auf einen Lehrerbesuch, es wird aber auch in der täglichen Praxis eingesetzt um zu analysieren, ob ein pädagogisches Angebot erfolgreich geplant und umgesetzt wurde, ob gemeinsam festgelegte Ausbildungsziele erreicht wurden oder um Probleme und offene Fragen zu klären.

 

Reflexionsgespräche in der Kita – das eigen Handeln hinterfragen

 

Es ist normal, dass angehende Erzieher*innen und Kinderpfleger*innen während ihrer Ausbildung immer wieder mit Situationen konfrontiert werden, denen sie sich noch nicht gewachsen fühlen, die sie überfordern oder in denen sie nicht so handeln, wie es vielleicht angemessen wäre. Das gilt sowohl für die Planung und Umsetzung pädagogischer Angebote als auch für ganz alltägliche Situationen, auf die du vielleicht nicht vorbereitet bist. Die Arbeit mit Kindern verlangt häufig, dass du situativ angemessen und gleichzeitig spontan handelst, strukturierst planst, aber zugleich flexibel bleibst. Du musst professionell Konflikte klären, auch in stressigen Phasen einen kühlen Kopf bewahren, immer präsent sein und nicht zuletzt auch oft deine eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Das ist nicht immer einfach und gelingt selbst erfahrenen pädagogischen Fachkräften häufig nicht zufriedenstellend für alle Beteiligten.

Das eigene Tun zu reflektieren ist daher für dich persönlich genauso wichtig wie für deine berufliche Weiterentwicklung. Aber was bedeutet der Begriff „Reflexion“ eigentlich und wie läuft ein Reflexionsgespräch für angehende Erzieher*innen ab?

 

Das Reflexionsgespräch mit der Praxisanleitung  – Inhalte und Ziele

 

Es gibt viele denkbare Anlässe für ein Reflexionsgespräch mit der Praxisanleitung, z.B.
 

  • der Beginn oder das nahende Ende eines Praktikums,
  • die Planung und/oder Durchführung eines pädagogischen Angebotes oder Projektes,
  • ein Praxisbesuch durch die Lehrkraft,
  • Konflikte oder Probleme zwischen Anleitung und Praktikant*in,
  • Das Definieren von persönlichen Zielsetzungen für die pädagogische Arbeit oder die eigene Persönlichkeitsentwicklung,
  • weitere Anliegen beider Seiten, von der Einrichtungsleitung etc.

 

Während spontane Reflexionsgespräche zwischen Praktikant*in und Anleitung oft eher informell ablaufen, arbeiten Praxislehrer häufig mit einem Leitfaden für Reflexionsgespräche und nutzen für das Reflexionsgespräch eine Vorlage. Inhaltlich beziehen letztere sich meist auf ein zuvor statt gefundenes pädagogisches Angebot oder auf die Beobachtungen der Lehrkraft zum Beispiel im Hinblick auf die Freispielführung.

Jede Fachschule entwickelt für die Reflexionsgespräche nach dem Praxisbesuch, an dem Anleitung, Praxislehrer*in und Praktikant*in teilnehmen, einen eigenen Leitfaden, aber grundlegend geht es um die Selbst- und Fremdeinschätzung des zuvor gezeigten Handelns sowie um die Fähigkeit, die eigenen Stärken, aber auch Fehler und Schwächen zu erkennen und analysieren zu können. Wichtig ist, dass du durch das Reflexionsgespräch lernst dein pädagogisches Handeln zu begründen und so deine Handlungskompetenz sowie deine methodisch-didaktischen Fähigkeiten erweiterst.

 

Beispiele für das Reflexionsgespräch für Erzieher – Struktur und Leitfaden

 

Nachfolgend haben wir dir beispielhaft aufgeführt, wie ein professionelles Reflexionsgespräch ablaufen kann: Außerdem haben wir dir eine Vorlage für das Reflexionsgespräch zur Verfügung gestellt, die du dir kostenlos herunterladen kannst.

 

  1. Festsetzung des Zeitrahmens

 

Je nachdem, wie viel Zeit alle Beteiligten mitbringen und welche Inhalte thematisiert werden sollen, dauert ein Reflexionsgespräch zischen 30 und 60 Minuten. Für eine bessere Planbarkeit im Hinblick auf den Gesprächsverlauf macht es Sinn vorher festzulegen wie lange das Gespräch etwa dauern soll.

 

  1. Wie fühlst dich gerade? Was geht dir durch den Kopf?

 

Bevor besprochen wird, wie dein Angebot abgelaufen ist und wie die Planung war, bekommst du die Gelegenheit ganz spontan zu äußern, wie es dir geht. So können Anleitung und Lehrkraft besser einschätzen, was sie bei der Gesprächsführung beachten sollten.

 

  1. Was hat gut geklappt?

 

An dieser Stelle wirst du aufgefordert zu erzählen, was bei der Planung und Durchführung deines Angebotes gut gelaufen ist: Waren die Kinder motiviert? Hast du deine festgelegten Ziele umsetzen können? Inwieweit wurde das Angebot aus methodisch-didaktischer Sicht sinnvoll gestaltet?

Nachdem du selbst deine Einschätzung gegeben hast, können Anleitung und Praxislehrer*in ihr Feedback zu den positiven Aspekten abgeben

 

  1. Was ist nicht so gut gelaufen?

 

Nun sollst du dich zu Problemen bei der Planung und Umsetzung des Angebotes äußern. Dabei geht es in erster Linie um dein pädagogisches Handeln und um deine Rolle während der Durchführung. Wenn du mit deiner Selbsteinschätzung fertig bist, gebe Anleitung und Lehrkraft ihr Statement ab.

 

  1. Benotung

 

Nach Abwägung der positiven und negativen Aspekte bei Planung und Umsetzung des Angebotes darfst du eine Note vorschlagen. Nachdem auch deine Anleitung diesbezüglich einen Vorschlag gemacht hat legt die Lehrkraft die finale Zensur fest.

 

  1. Entwicklungsziele

 

Woran kannst du in Zukunft arbeiten? Worauf solltest du vermehrt achten, wenn du Angebote planst und durchführst?

Individuelle Entwicklungsziele werden an dieser Stelle des Reflexionsgespräches gemeinsam besprochen und festgelegt.

 

  1. Ausblick/Klärung offener Fragen

 

Am Schluss haben alle Beteiligten die Möglichkeit offene Fragen zu klären, zum Beispiel im Hinblick auf Termine und Fristen, Ausbildungsinhalte usw.

 

Wichtig: Du solltest dir stichpunktartig alle Inhalte des Reflexionsgesprächs notieren. In der Regel musst du nach dem Praxisbesuch bei der Lehrkraft ergänzend zur Planung eine schriftliche Reflexion einreichen, die auf den Ergebnissen des Reflexionsgespräches basiert und ebenfalls benotet wird.

 

Reflexionsgespräche sicher meistern und schreiben  – Tipps und Anregungen

 

Gerade zu Beginn der Ausbildung kann ein Reflexionsgespräch für Praktikant*innen eine große Herausforderung darstellen. Man ist nervös, hat gerade eine Prüfungssituation hinter sich gebracht und ist möglicherweise nicht zufrieden mit der eigenen Leistung.

Du solltest jedoch nicht vergessen, dass auch das Reflexionsgespräch selbst einen Teil deiner Praxisnote ausmacht. Wenn du es schaffst dein Handeln gut zu begründen und selbst erkennst, wo deine Stärken und Schwächen bei der Planung und Durchführung deines Praxisangebotes lagen, dann wird das immer zu deinen Gunsten ausgelegt werden. Versuche also einen kühlen Kopf zu bewahren und deine Leistung realistisch einzuschätzen – damit zeigst du, dass du bereit bist daran zu arbeiten fachtheoretisches Wissen immer besser in die Praxis umsetzen zu können.

Hier noch einige weitere Tipps die dir helfen können im Reglexionsgespräch einen möglichst professionellen Eindruck zu hinterlassen:

 

  • Führe regelmäßig in Absprache mit deinen Kollegen Angebote durch und reflektiere diese anschließend gemeinsam mit deiner Praxisanleitung. So gewinnst du Sicherheit und wirst immer routinierter.
  • Notiere dir während des Reflexionsgespräches wichtige Aspekte stichpunktartig, damit du sie später zu einem Fließtext verarbeiten kannst. So vermeidest du, dass du in der Aufregung irgendetwas vergisst.
  • Wenn du während der Durchführung deines Angebotes merkst, dass du, aus welchem Grund auch immer, von deiner ursprünglichen Planung abweichen musst, so ist das in der Regel kein Problem. Wichtig ist, dass du dein Handeln immer pädagogische begründen kannst.
  • Versuche während des Reflexionsgespräches möglichst oft dein Fachwissen unter Beweis zu stellen und verwende entsprechendes Vokabular.
  • Stelle während des Gespräches möglichst häufig einen Bezug zu deiner schriftlichen Planung her – so zeigst du, dass du in der Lage bist die Theorie erfolgreich in die Praxis umzusetzen und dich gründlich vorbereitet hast.
  • Sei nicht zu kritisch mit dir, aber nimm konstruktive Kritik seitens deiner Anleitung oder der Praxislehrkraft an.

 

Reflexion schreiben – Beispieltext für Erzieher

Nachdem der Praxisbesuch beendet ist und das Reflexionsgespräch durchgeführt wurde musst du in der Regel eine Reflexion schreiben, also deine Stichpunkte in einem Fließtext weiter ausführen.
Die Reflexion für Erzieher beinhaltet eine kritische Auseinandersetzung mit der Planung und der Durchführung des Praxisangebotes bzw. der Projekteinheit.
Wichtig ist, dass du vor allem deine eigene Rolle im Hinblick auf dein pädagogisches Verhalten reflektierst. Das hast du mündlich ja bereits während des Reflexionsgesprächs getan, nun folgt die schriftliche Ausarbeitung, die auch benotet wird. Der Reflexion als Erzieherin kommt eine fast ebenso große Bedeutung zu wie der Planung und Umsetzung von pädagogischen Angeboten, weil von dir erwartet wird dass du lernst, dein eigenes Handeln immer wieder kritisch zu hinterfragen und neu zu bewerten.
Bei der Gliederung der Reflexion kannst du dich an den oben genannten Unterpunkten orientieren (siehe „Struktur und Leitfaden). Eventuell musst du noch weitere Aspekte wie zum Beispiel

„Reflexion Erzieherverhalten“ hinzufügen – diesbezüglich hat aber jede Fachschule ein eigenes Konzept bzw. entsprechende Vorlagen.

Tipp: Wir haben dir die Reflexion für Erzieher mit einem Beispiel veranschaulicht und wenn du für die schriftliche Reflexion für Erzieher eine Vorlage suchst, melde dich einfach für unseren Newsletter an und erhalte Zugriff auf zahlreiche praktische und individualisierbare Vorlagen für deine Ausbildung und für die Zeit danach!


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