Forschen und Experimentieren mit Kindern: Wichtige Tipps, Hinweise und Hintergrundinformationen

Der naturwissenschaftlichen Bildung kommt in den Bildungs- und Erziehungsplänen der einzelnen Bundesländer eine große Bedeutung zu. Daher ist jede Einrichtung verpflichtet, entsprechende Lernangebote zu schaffen. Doch was gilt es beim Forschen und Experimentieren mit Kindergartenkindern zu beachten?

 

  • Naturwissenschaftliche Bildung schon im Kindergarten – ist das wirklich nötig? Diese Frage ist eigentlich überflüssig, denn der mathematische und naturwissenschaftliche Bildungsbereich hat einen festen Platz in allen Gesetzen, die sich in den einzelnen Bundesländern mit vorschulischer Bildung befassen. Daher sind wir Erzieher sogar verpflichtet, Selbstbildungsprozesse in diesem Bereich anzuregen. Außerdem: Beim Forschen werden noch viele weitere Kompetenzen gefördert wie beispielweise die Sprache, die Konzentration, die Feinmotorik, die Problemlösungskompetenz usw.

 

  • Einfache Experimente eignen sich schon für Krippenkinder, denn Lernprozesse funktionieren genau so. Ein Kleinkind erforscht seine Umwelt mit allen Sinnen und lernt dadurch, sich zurecht zu finden. Daher passen für U3-Kinder vor allem Versuche, die auf Sinnes- und Wahrnehmungsförderung abzielen und die dazu anregen, selbst aktiv zu werden und Dinge auszuprobieren.

 

  • Experimente müssen funktionieren – und zwar auch und vor allem dann, wenn die Kinder diese selbstständig durchführen. Das ist wichtig, damit Motivation und Konzentration nicht leiden. Daher sollte man jeden Versuch, auch wenn er noch so banal aufgebaut ist, vorher mehrfach selbst ausprobieren. So wird man auch selbst sicherer im Umgang mit den benötigten Materialien und kann Mengen besser einschätzen. Beim Forschen selbst gilt: Wiederholung macht klug. Nimm dir also Zeit und lasse die Kinder ein Experiment auch mehrmals hintereinander durchführen, wenn sie sich dies wünschen.

 

  • Verwende vorwiegend Materialien und Gegenstände, welche die Kinder aus ihrem Alltag kennen. So können sie sich besser auf das Experimentieren einlassen, weil sie einen Bezug zu den verwendeten Gegenständen haben. Du hast es zudem leichter, die benötigten Dinge zu beschaffen und musst nicht in irgendeinem Fachgeschäft danach suchen. So können auch Einrichtungen mit einem niedrigen Budget zur „Forschungsstätte“ werden.

 

  • Es gibt mehrere denkbare Anlässe, mit Kindern zu forschen. Die offensichtlichsten bieten die Jahreszeiten. Wenn im Frühling die Natur erwacht und viele Insekten unterwegs sind äußern viele Kinder von sich aus den Wunsch, sich näher mit diesen zu beschäftigen und sie beispielweise in einem Lupenbecher zu beobachten oder ein Blatt zu mikroskopieren. Im Winter hingegen bietet es sich an, sich mit Schnee und Eis zu beschäftigen: Für Kinder ist schon faszinierend zu beobachten wie sich der Schneeball im Gruppenraum plötzlich in Wasser verwandelt.

 

  • Bevor es losgehen kann, sollten die wichtigsten Forscherregeln besprochen werden. Diese beinhalten unter anderem, dass die Materialien nicht in den Mund genommen werden dürfen, dass nur Erwachsene eine Kerze anzünden und dass Vorsicht bei heißen Flüssigkeiten geboten ist. Auch wenn du natürlich nur ungefährliche Materialien verwendest, so sind grundlegende Schutzmaßnahmen wichtig und sinnvoll.

 

  • Natürlich kann ein Experiment mit der gesamten Kindergruppe durchgeführt werden. Besser geeignet zum Forschen und Experimentieren ist jedoch die Kleingruppenarbeit. So sind die einzelnen Kinder näher dran am Geschehen, können besser beobachten und du als Erzieherin kannst die Fragen der Kinder schneller aufgreifen. Ideal ist eine Gruppengröße von drei bis sechs Kindern in Form eines regelmäßigen, freiwilligen Angebotes oder als aufbauende Reihe bzw. als Schwerpunkt einer Projektarbeit.

 

  • Viele Erzieherinnen und Erzieher trauen sich nicht mit Kindern zu experimentieren, weil sie selbst keinen Bezug zu Naturwissenschaften haben oder befürchten, nicht die korrekten Erklärungen für chemische oder physikalische Prozesse liefern zu können. Diese Angst ist unbegründet: Beim Forschen mit Kindern geht es gar nicht darum, ihnen zu erklären woraus ein Gas besteht oder was man unter „Dichte“ versteht. Überhaupt sollte es beim Forschen nicht zugehen wie in der Schule, denn die pädagogischen Fachkraft nimmt eher eine moderierende als eine anleitende Rolle ein. Die Kinder beschreiben, was sie sehen und versuchen selbst eine Erklärung zu finden. Du stellst lediglich offene Fragen und motivierst die kleinen Forscher, Theorien aufzustellen und ihre Ideen zu äußern.

 

  • Die meisten Materialien zum Forschen mit Kindern zwischen drei und zehn Jahren wie Gläser, leere Plastikflaschen, Schüsseln, Wasser usw. sind in jeder Betreuungseinrichtung vorhanden oder es gibt sie für wenig Geld zu kaufen. Folgende Dinge lohnt es sich jedoch nach und nach anzuschaffen, wenn regelmäßig geforscht werden soll:

  • Reagenzgläser

  • Becherlupen

  • Magnete

  • Thermometer

  • Pipetten

  • Kindermikroskop

  • Kleine Gewichte

  • Waage

 

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