Die Wahl eines geeigneten Kita-Trägers ist für dich und somit für viele Pädagogen von zentraler Bedeutung, da er die Rahmenbedingungen für deine pädagogische Arbeit maßgeblich beeinflusst. Träger spielen eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Bildungs- und Betreuungsqualität, der Ausstattung und Organisation der Einrichtungen sowie bei der Unterstützung für dich als Fachkraft. Aber was ist ein Träger im Kindergarten?, Welche Träger gibt es überhaupt? und wie finde ich heraus, welcher der Beste ist? In diesem Artikel erhältst du einen umfassenden Überblick.
Was ist ein Kita-Träger?
Ein Kita-Träger ist die Organisation oder Institution, die eine Kindertagesstätte betreibt. Der Träger übernimmt die finanzielle, personelle und organisatorische Verantwortung für die Einrichtung. Dazu gehören beispielsweise die Anstellung des Personals, die pädagogische Ausrichtung sowie die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften. Träger können sowohl öffentlich als auch privat organisiert sein. In Deutschland gibt es verschiedene Arten von Kita-Trägern, die sich in ihrer Struktur, ihrer Finanzierung und ihren Aufgaben unterscheiden.
Welche Träger gibt es?
In Deutschland gibt es verschiedene Arten von Trägern für Kitas. Diese sind:
- Öffentliche Träger: Öffentliche Träger sind kommunale Einrichtungen, die von Kommunen, Städten und Landkreisen getragen werden. Diese Träger sind verantwortlich für die Bereitstellung von Plätzen in Kitas und sorgen in erster Linie für die Grundversorgung. Beispiele für öffentliche kommunale Träger sind Stadtverwaltungen, Jugendämter oder kommunale Eigenbetriebe. Öffentliche Träger sind in der Regel an die Finanzierung durch staatliche Mittel gebunden.
- Freie Träger: Freie Träger sind Organisationen wie beispielsweise Caritas, AWO, Diakonie oder Johanniter, die nicht staatlich organisiert sind, aber dennoch im Auftrag des Staates tätig sind. Sie können als gemeinnützige Vereine, Kirchen oder Stiftungen auftreten. Zu den freien Trägern gehören Wohlfahrtsverbände wie die Caritas oder das Deutsche Rote Kreuz, Kirchen (katholische oder evangelische Träger), Elterninitiativen und Vereine. Die freien gemeinnützigen Träger haben in der Regel die Rechtsform eines als gemeinnützig anerkannten eingetragenen Vereins (gem. e.V.) oder einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH). Sie sind gesetzlich gleichberechtigt, haben jedoch mehr Spielraum bei der Gestaltung ihres Angebots und bieten somit oft spezielle Konzepte wie Montessori- oder Waldorfpädagogik an.
- Private Träger: Private Träger sind gewinnorientierte Unternehmen, die Kitas betreiben. Diese Träger arbeiten in der Regel unabhängig von staatlichen Vorgaben, müssen jedoch ebenfalls gesetzliche Auflagen erfüllen. Private Träger bieten oft flexiblere Betreuungszeiten. Dazu zählen gewerbliche Träger wie Betriebskindergärten großer Firmen.
Was sind die Aufgaben eines Kita-Trägers?
Der Träger einer Kita hat umfassende Aufgaben, die sowohl die betriebliche Organisation als auch die pädagogische Ausrichtung umfassen. Zu den Hauptaufgaben eines Trägers gehören:
- Personalmanagement: Der Träger ist verantwortlich für die Einstellung, Betreuung, Personalplanung, Personalentwicklung (z. B. Fortbildungen , Personalführung, Personalcontrolling und Personalverwaltung.
- Finanzierung und Budgetverwaltung: Dazu gehört die Sicherstellung der Finanzierung der Kita durch staatliche Zuschüsse, Elternbeiträge oder Eigenmittel, die effiziente Verwaltung sowie die Beschaffung zusätzlicher finanzieller Mittel.
- Pädagogische Ausrichtung: Der Träger legt die pädagogische Grundausrichtung der Einrichtung fest und sorgt dafür, dass diese im Kita-Alltag umgesetzt wird. Dazu gehört beispielsweise die kontinuierliche Weiterentwicklung der Konzeption und die klare Positionierung des Trägers in sozialpolitischer und pädagogischer Hinsicht.
- Betriebsführung und Verwaltung: Dies umfasst die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, das Qualitätsmanagement und die Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Betriebs.
- Sicherstellung der räumlichen und materiellen Ausstattung: Der Träger ist dafür verantwortlich, eine kindgerechte Ausstattung und ausreichende Räumlichkeiten sicherzustellen.
- Öffentlichkeitsarbeit: Hierzu zählen Vernetzungen und Kooperationen sowie die Zusammenarbeit im Bereich Politik und soziales Engagement.
Welcher Kita-Träger zahlt am besten?
Die Frage nach der Bezahlung der Fachkräfte in Kitas hängt stark vom jeweiligen Träger ab. Generell gilt:
- Öffentliche Träger zahlen meist nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Hier sind die Gehälter in der Regel transparent und tariflich geregelt, was eine gewisse Sicherheit und Planbarkeit bietet.
- Freie Träger orientieren sich häufig an den Tarifen des öffentlichen Dienstes, können aber je nach Größe und finanzieller Lage der Organisation abweichen.
- Private Träger bieten oft flexiblere Gehaltsstrukturen. Je nach Unternehmen können die Gehälter über oder unter den öffentlichen Tarifen liegen. Hier ist es entscheidend, sich über die individuellen Angebote der Träger zu informieren.
Zudem gibt es bei vielen Trägern zusätzlich zum Gehalt spezielle Boni, wie z. B. eine Jahresfahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel, eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio, Zuschüsse zur Altersvorsorge usw.
Welcher Kita-Träger ist der Beste?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da es stark von deinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben abhängt, welchen Träger man bevorzugt.
Generell gilt
- Öffentliche Träger bieten häufig eine stabile und verlässliche Betreuung mit festen Strukturen und orientieren sich stark an gesetzlichen Vorgaben.
- Freie Träger können flexibler auf die Bedürfnisse von Kindern und Eltern eingehen und bieten oft spezialisierte pädagogische Konzepte wie Waldorf- oder Montessori-Pädagogik an.
- Private Träger bieten oft Zusatzleistungen wie beispielsweise eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Sie sind nicht immer so stark durch Regulierungen gebunden wie öffentliche oder freie Träger.
Jede Trägerform hat jedoch ihre Vor- und Nachteile:
Öffentliche Träger
Vorteile:
- Tarifgebundene Vergütung: Die Bezahlung erfolgt nach Tarifen (z. B. TVöD), was klare und transparente Gehaltsstrukturen bietet. Auch regelmäßige Gehaltserhöhungen sind planbar.
- Vertretung der Mitarbeiterinteressen: Häufig gibt es Betriebsräte oder Personalräte, die sich für die Interessen der Mitarbeiter einsetzen.
- Gute soziale Leistungen: Oftmals bieten öffentliche Träger Zusatzleistungen wie betriebliche Altersvorsorge oder höhere Absicherung im Krankheitsfall.
Fortbildungsangebot: Größere Träger verfügen häufig über ein eigenes Fortbildungsinstitut und können somit vermehrt interne Fortbildungen anbieten.
Nachteile:
- Wenig Flexibilität: Arbeitszeiten und -bedingungen sind oft strenger geregelt, sodass es weniger Möglichkeiten gibt, individuelle Absprachen zu treffen.
- Bürokratie: Der Arbeitsalltag kann durch viele Vorgaben und Bürokratie belastet sein, was den Spielraum für kreative pädagogische Arbeit einschränken kann.
- Schließzeiten: In vielen öffentlichen Einrichtungen gibt es vorgegebene Schließzeiten, was den Urlaub weniger flexibel planbar macht.
Private Träger
Vorteile:
- Flexibilität: Arbeitsverträge können individuell verhandelt werden, was oft mehr Spielraum bei Gehalt, Zusatzleistungen wie z. B. einen monatlichen Wertgutschein bei einem Supermarktanbieter, Arbeitszeiten und Urlaubsregelungen bietet.
- Schnellere Entscheidungswege: Da es weniger bürokratische Strukturen gibt, können Entscheidungen oft schneller getroffen werden.
- Möglichkeit zur Verhandlung: Gehalt und weitere Bedingungen (z. B. Weiterbildungen oder Zuschüsse) sind oft verhandelbar und können oftmals leichter individuell angepasst werden.
Nachteile:
- Unsichere Arbeitsverhältnisse: Private Träger können je nach wirtschaftlicher Lage unsicherer sein, insbesondere, wenn sie stark von Elternbeiträgen abhängen.
- Unklare Strukturen: In kleineren privaten Einrichtungen fehlen manchmal klare Strukturen oder Schutzmechanismen wie Betriebsräte.
Druck durch Eltern: Da Eltern oft viel Geld für die Betreuung zahlen, gibt es eventuell mehr Druck, spezielle Leistungen oder Service zu bieten, was zu höheren Erwartungen und Stress führen kann.
Freie Träger:
Vorteile:
- Teilweise tarifgebunden: Einige freie Träger, insbesondere große Organisationen wie die Caritas oder das DRK, bezahlen nach Tarif (AVR, TVöD-ähnlich).
- Betriebsklima: Oft herrscht eine familiäre Atmosphäre, besonders in kleineren Einrichtungen wie Elterninitativen, was das Arbeitsumfeld angenehmer machen kann.
Nachteile:
- Unterschiedliche Arbeitsbedingungen: Nicht alle freie Träger sind tarifgebunden, sodass die Bezahlung und Arbeitsbedingungen stark variieren können.
- Weniger Fortbildungen: Insbesondere kleinere Träger haben oft weniger Ressourcen für trägerinterne Fortbildungen oder Zusatzleistungen.
- Unklare Strukturen: In kleinen privaten Einrichtungen wie zum Beispiel Elterninitiativen, arbeiten die Vorstände ehrenamtlich und haben oft wenig Wissen über Pädagogik oder Personalführung. Da diese Einrichtungen sehr klein sind, fehlt oft die professionelle Distanz. Man ist mit den Vorständen per Du, was zu Konflikten führen kann.
Damit du den passenden Träger für dich findest, hier ein Leitfaden, der dir bei der Auswahl helfen kann.
- Pädagogisches Konzept: Welche pädagogische Ausrichtung und Werte vertritt der Träger, und wie decken sich diese mit meiner eigenen pädagogischen Überzeugung?
- Fort- und Weiterbildung: Bietet der Träger regelmäßig Fortbildungen oder Schulungen an, um mein pädagogisches Wissen weiterzuentwickeln?
- Personalentwicklung und Unterstützung: Welche Unterstützungssysteme (z.B. Supervision oder Teamtage) stellt der Träger zur Verfügung, um das Wohlbefinden des pädagogischen Teams zu fördern?
- Weiterbildungschance: Welche Möglichkeiten bietet der Träger, um mich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln?
- Rahmenbedingungen: Wie sind die personellen und räumlichen Bedingungen, die der Träger für eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit und für mich als Arbeitnehmer bietet?
- Elternarbeit: Wie wird die Zusammenarbeit mit den Eltern gestaltet und unterstützt?
Fazit
Für dich als Fachkraft ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Trägern zu verstehen, um die bestmöglichsten Arbeitsbedingungen für dich zu gewährleisten. Der richtige Träger hängt von den individuellen Vorstellungen ab – sei es, dass man mehr Sicherheit durch öffentliche Träger bevorzugt oder mehr Freiheit und Flexibilität in einem freien Träger schätzt.
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