Alltagsfragen aus der Praxis: Wie kann ich Kinder im Alltag Wertschätzung entgegenbringen?

Man sollte Kinder da abholen, wo sie sind.

Vermeide es, Kinder untereinander zu vergleichen.

Defizitorientierung muss durch Wertschätzung ersetzt werden.

 

Diese und ähnliche Aussagen finden sich in jedem pädagogischen Ratgeber und prägen im Idealfall maßgeblich das Bild, das sich Erzieher von den zu Erziehenden machen sollten. In der Realität ist das häufig gar nicht so einfach, denn wie kann man als Erzieherin jedem Kind gleichermaßen gerecht werden, seine Persönlichkeit anerkennen und sein Tun wertschätzen, ohne Vergleiche zu ziehen? Besonders schwierig wird es, wenn Kinder ein herausforderndes Verhalten zeigen und nicht bereit sind sich anzupassen. Und haben Erzieher nicht auch einen Bildungsauftrag? Wenn sie diesen ernst nehmen, dann werden sie doch dazu genötigt Kinder auf die Schule vorzubereiten und mögliche Lernschwächen zu erkennen und ernst zu nehmen.

Fest steht also: Es ist für pädagogische Fachkräfte eine große Herausforderung Kinder für Ihre Persönlichkeit wertzuschätzen, ohne dass dafür eine wie auch immer definierte Leistung erbracht wurde. Tatsächlich liegt das Geheimnis darin jedes Kind so zu nehmen wie es ist und Lernfortschritte immer im Kontext der individuellen Entwicklung und Persönlichkeit eines Kindes zu sehen. Das bedeutet nichts anderes, als dass das eine Kind ein Lob verdient hat, weil es im Stuhlkreis an zwei Tagen hintereinander nicht gestört hat. Ein anderes hingegen, weil es sich zum ersten Mal alleine zehn Minuten lang intensiv mit etwas beschäftigt hat.

Solche individuellen Erfolgserlebnisse gilt es zu dokumentieren – aber nicht nur, um den Lernfortschritt festzuhalten, sondern vor allem um dem Kind Wertschätzung zu zeigen und sein Selbstbewusstsein zu stärken. Gerade Kinder, die aufgrund ihres unangepassten Verhaltens viel Kritik erfahren, brauchen so oft wie möglich positives Feedback, damit sie sich nicht stigmatisiert fühlen („Immer wird mit mir geschimpft. Ich kann nichts richtig machen. Mich mag sowieso keiner.“).

Lerngeschichten sind eine gute Form, um einem Kind im Alltag Wertschätzung entgegenzubringen. Dabei handelt es sich um einen persönlichen Brief einer Erzieherin an das Kind, in dem diese die beobachtete Lernsituation beschreibt. Damit der Brief für das Kind anschaulich wird, sollten Fotos integriert werden. Die Lerngeschichte kann dann, je nachdem, was dem Kind besser gefällt, im Portfolio abgeheftet oder mit nach Hause genommen werden. Aber es muss nicht immer gleich eine Lerngeschichte sein, die einem Kind zeigt, dass es wertgeschätzt wird. Auch ein persönliches, ernst gemeintes Lob zwischendurch drückt Wertschätzung aus. Wichtig ist dem Kind genau zu erklären, was genau es in den Augen der Erzieherin gut gemacht hat und warum. Sonst wirkt ein Lob belanglos und austauschbar.

Auch die individuellen Produkte der Kinder können im Alltag gewürdigt werden. Bestimme dazu eine für die Kinder gut erreichbare Stelle im Gruppenraum. Dort werden Bastelarbeiten, Bauwerke oder andere Dinge, die den Kindern wichtig sind ausgestellt werden, um sie der Gruppe oder den Eltern zu präsentieren. Laminiere Namensschilder für jedes Kind ein, auf dem auch das persönliche Symbol zu erkennen ist. So können die Kinder deiner Gruppe ihre Werke mit ihrem Namen markieren und allen zeigen: Das habe ich gemacht und darauf bin ich stolz!


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