Die Bäume - das wichtigste Argument im Wald

Wenn wir an Natur denken, sind unsere Gedanken sofort auch mit Bäumen verbunden. Bäume sind majestätische und manchmal auch mystische Erscheinungen. Wir Menschen blicken ehrfürchtig auf die Riesen im Wald und denken oft, wie gern wir doch ihre Geschichte hören wollen. Wenn man sich dazu dann bewusstmacht, wie klein ein Baum anfängt und wie lange es braucht, bis er zur stattlichen Größe herangewachsen ist, wird die Ehrfurcht noch größer.

Bäume sind zuständig dafür "die Luft zu reinigen", denn bei der Photosynthese entwickeln Sie neuen Sauerstoff, der für uns Menschen überlebenswichtig ist. Umso wichtiger ist es auch, dass wir uns für den Schutz von Bäumen und Wäldern einsetzen und diese Aufgabe bereits unseren Kindern bewusstmachen.

 

Bei einer Tour durch den Wald gibt es einiges zu beachten. Kindern soll bewusst werden, dass wir nur leben können, wenn Pflanzen und Bäume für uns sorgen.

- Pflanzen produzieren Sauerstoff. Besonders viel davon produzieren die Laubbäume. Ohne diesen Sauerstoff könnten wir nicht atmen.

In einer Gesprächsrunde mit den Kindern auf dem Waldboden, bietet sich die Gelegenheit, darüber zu sprechen.

Und es gibt viele Fragen zu beantworten:

-       Warum werden Bäume krank?

-       Wie schlimm ist es für die Riesen des Waldes, wenn ihre Rinde verletzt wird?

-        Wann sind solche Verletzungen erlaubt? Wer darf das?

 

Sicher fragen die Kinder dann danach, warum überhaupt Bäume gefällt werden, wenn sie doch so wichtig sind für uns Menschen. Die Antwort darauf ist ziemlich komplex und doch kann man es Kindern erklären:

Auch der Wald muss verjüngt werden, alte Bäume müssen weg, damit junge, kräftige Bäume nachwachsen können. An vielen Stellen haben die Menschen extra Bäume gepflanzt, um Sie zu Brennholz zu verarbeiten UND für jeden gefällten Baum wird an anderer Stelle ein neuer gepflanzt.

Der Tag unter den Bäumen bietet sich an, wenn man mit den Kindern viel Zeit hat, denn es gibt unzählige Möglichkeiten, die Kinder für die Waldriesen zu sensibilisieren und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

 

Praxistipp 1:

Bäume erfühlen:

Das wird gebraucht:

Schals oder Tücher, um die Augen zu verbinden

So geht’s:

 

Die Kinder bilden immer Zweierpärchen. Einem Kind werden die Augen verbunden, das zweite Kind führt es zu einem Baum, den das erste betastet. Alles, was es fühlt, versucht es sich zu merken. Nach einer Weile gehen die beiden zurück zum Ausgangspunkt und das tastende Kind darf die Augen öffnen. Nun soll es "seinen" Baum wiedererkennen.

 

Mit diesem Spiel wird Kindern deutlich, wie unterschiedlich die einzelnen Bäume sind. Es gibt dicke und dünne Borke, furchige und glatte. Alte Bäume sind oft bemoost. Uns Menschen fällt es sehr schwer ohne unsere Augen etwas zu erkennen. Umso besser ist es, dieses Spiel immer wieder durchzuführen, um den Tastsinn und den Geruchsinn von Kindern zu schärfen.

 

Praxistipp 2:

Rindenbilder

Das wird gebraucht:

Papier

Wachsmalstifte

So geht’s:

 

Mit Wachsmalstiften und Papier "bewaffnet" sucht sich jedes Kind einen Baum aus. Das Papier wird auf die Rinde gelegt und mit dem Stift darüber gerubbelt. So entsteht der Abdruck der jeweiligen Rinde. Könnt ihr die Bilder den richtigen Bäumen zuordnen?

 

Praxistipp 3:

Mit Herbstfrüchten zählen und sortieren

Das wird gebraucht:

Korb oder Stofftasche

So geht’s:

Bei einer Herbsttour durch den Wald gibt es unzählige Früchte zu sammeln, die man entweder weiterverarbeiten kann oder zum Zählen und Sortieren verwendet. Sammelt Eicheln, Bucheckern, Kastanien, etc. und sprecht mit den Kindern darüber zu welchem Baum sie gehören. Besonders gut ist es, wenn ihr die zugehörigen Blätter sucht, presst und somit die Bäume auch im Winter ihren Früchten zuordnen könnt. Daraus kann ein tolles Memory-Spiel entstehen!

Auch zum Zählen und Sortieren (also für erste Mathematikerfahrungen) eignen sich die Baumfrüchte besonders gut.

 

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Zudem lassen sich aus vielen Baumfrüchten Kuchen und Brote backen oder kleine Knabbereien herstellen.

Hier zwei Verarbeitungsmöglichkeiten zur Auswahl:

Eichelmehl zum Backen:

Für 100g Eichelmehl werden 200g Eicheln benötigt.

  • Die „geschälten“ und geviertelten Eicheln über Nacht in ein Wasserbad legen. Wer keine Zeit hat, kann die Eicheln auch abkochen, dabei immer wieder das Wasser wechseln bis dieses sich nicht mehr braun verfärbt.
  • Die Prozedur wird am nächsten Tag wiederholt und zwar so lange, bis sich das Wasser nicht mehr braun verfärbt. Bei diesem Wasch-Vorgang werden die Gerbstoffe (Tanin) aus der Eichel geschwemmt. Die Gerbstoffe könnten sonst zu Magenproblemen führen! Nach 2 Waschvorgängen (max. 3 sollten die Gerbstoffe ausgewaschen sein, eine ganz leichte Braunfärbung des Wassers ist normal)
  • Die Eicheln können sofort gemahlen werden. Dazu eine leistungsstarke Maschine verwenden, da die Eicheln sehr hart sind. Das gewonnene Mehl auf einem Backblech ausbreiten und an der Luft trocknen lassen. Wer es gerne etwas schneller haben möchte, kann das es auch bei 50°C im Backofen trocknen. Dabei die Backofentür geöffnet lassen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
  • Nach dem Trocknen kann das Eichelmehl sofort verwendet werden.

 

Bucheckern zum Knabbern:

Wer es gern nussig mag, sammelt bei seinem nächsten Spaziergang Bucheckern, weicht sie unter heißem Wasser ein - so lässt sich die Schale leicht entfernen und röstet dann die kleinen Nüsse in einer Pfanne. Sie schmecken herrlich und sind zudem noch sehr gesund!

 

 

 

Praxistipp 4:

Baumgesichter:

Das wird gebraucht:

Dicht verschließbare Schüssel

Mehl, Salz, Wasser

Wasserflasche zum Händewaschen

Naturmaterialien wie Blätter, Grashalme, Blüten, kleine Steine, Rindenstückchen, etc.

So geht’s:

 

Mit einem MEHL-SALZ-TEIG, der mit Wasser zu einer zähflüssigen Masse angerührt wird, geht ihr in den Wald und malt bunte Gesichter auf die Baumstämme, die ihr anschließend mit Blättern und Zweigen lustig verziert. Das Mehlgemisch trocknet am Baum und wird höchstens von Wildtieren abgeleckt. Ansonsten ist es absolut ungefährlich für Mensch und Umwelt und sieht zudem noch lustig aus.

 

Es macht riesigen Spaß, lustige Fantasiegesichter zu gestalten und dabei die unterschiedlichen Rindenarten zu spüren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und zudem schadet man damit der Umwelt nicht im Geringsten.

 

 

„Rauschen hören“

Das wird gebraucht:

Stethoskop

Eichen, Buchen oder Birkenbäume

So geht’s:

Wer in den ersten Frühlingstagen, nach dem langen Winter in den Wald geht, sollte unbedingt ein Stethoskop mitnehmen, denn damit kann man WIRKLICH das „Rauschen“ des aufsteigenden Wassers im Baumstamm hören. Wichtig ist, sich auf Bäume zu beschränken, die keine zu dicke Rinde besitzen. Am besten eignen sich Laubbäume. Die Birke und die Buche sind beste „Lauschermöglicher“.

So ist auch gleich die Überleitung zum nächsten Thema gelegt.

 

 „Wie trinken“ Pflanzen und Bäume eigentlich?

Das wird gebraucht:

Frühblüher (bestenfalls mit weißer Blüte, auf jeden Fall helle Farben)

 

So geht’s:

Im besten Fall benutzt man eine Weise Tulpe, die in ein Glas oder eine Vase gestellt wird. Das Wasser im Gefäß wurde mit Tinte tiefblau eingefärbt. Schneidet die Blume am Stängel noch einmal frisch an und stellt sie dann direkt in die Vase. Schon nach wenigen Stunden kann man die Farbe im Blütenblatt erkennen. Am besten ist es, vorab ein Foto der Blüte zu machen und dann wieder, wenn sich die Blüte verfärbt hat.

 

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