In Bautzen werden künftig weniger Erzieher*innen benötigt. Die Stadt reagiert auf rückläufige Kinderzahlen und will Personal in den kommunalen Kitas abbauen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden – stattdessen bietet die Stadt freiwillig ausscheidenden Beschäftigten Abfindungen an.
Der Stadtrat von Bautzen hat einem entsprechenden Modell zugestimmt. 17 Mitglieder votierten dafür, sieben dagegen, vier enthielten sich. Betroffen sind sowohl pädagogische Fachkräfte als auch Leitungspersonal in den städtischen Kindertageseinrichtungen.
Rund zwölf Vollzeitstellen sollen entfallen
Grund für den geplanten Personalabbau ist die demografische Entwicklung. In Bautzen werden weniger Kinder betreut, entsprechend sinkt nach Berechnungen der Stadt auch der Personalbedarf in den Kitas. Bis zum Sommer 2027 rechnet die Verwaltung mit einem Überhang von rund zwölf Vollzeitstellen.
Die Stadt möchte zunächst vermeiden, Beschäftigte betriebsbedingt zu kündigen. Mitarbeiter*innen, die freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden, können deshalb eine Abfindung erhalten. Abhängig vom Zeitpunkt des Ausscheidens sind Zahlungen von bis zu 13 Monatsgehältern vorgesehen.
Für das Programm kalkuliert Bautzen mit Kosten von insgesamt rund 600.000 Euro. Das Geld soll aus bislang nicht ausgeschöpften Mitteln des Personalhaushalts stammen.
Streit über Personalausstattung bereits seit 2025
Die Zahl der Beschäftigten in den Bautzener Kitas sorgt bereits seit längerer Zeit für politische Diskussionen. Ein Prüfbericht hatte ergeben, dass die Stadt über Jahre mehr Erzieher*innen beschäftigte, als nach den gesetzlichen Vorgaben erforderlich gewesen wären. Die zusätzlichen Personalausgaben waren mit einem höheren pädagogischen Bedarf begründet worden.
Im Herbst 2025 führte die Auseinandersetzung über die Kita-Finanzierung zu einem heftigen Streit im Stadtrat. Ende Juni 2026 verabschiedete das Gremium schließlich ein neues Personalkonzept. Die Verwaltung erhielt dabei den Auftrag, ein Abfindungsmodell für den freiwilligen Stellenabbau auszuarbeiten.
Mit dem aktuellen Beschluss wird dieses Vorhaben nun umgesetzt.
Nach den zwölf Stellen könnte weiterer Abbau folgen
Mit dem Wegfall der zunächst vorgesehenen zwölf Vollzeitstellen könnte die Personalreduzierung allerdings noch nicht abgeschlossen sein. Nach dem Beschluss soll erneut geprüft werden, wie viele pädagogische Stellen über den errechneten Personalbedarf hinaus vorhanden sind.
Sollte weiterhin ein Überhang bestehen, sollen zusätzliche Stellen möglichst durch freiwillige Arbeitszeitreduzierungen abgebaut werden.
Sinkende Kinderzahlen verändern die Lage in den Kitas
Die Entwicklung in Bautzen verweist auf eine Herausforderung, die sich insbesondere in Regionen mit stark rückläufigen Geburtenzahlen zunehmend bemerkbar macht. Während die öffentliche Kita-Debatte über Jahre vor allem vom Fachkräftemangel geprägt war, führt die demografische Entwicklung mancherorts inzwischen dazu, dass weniger Betreuungsplätze benötigt werden.
Auch andere Kommunen stehen deshalb vor der Frage, wie sie ihre Kita-Landschaft an sinkende Kinderzahlen anpassen. Einrichtungen werden zusammengelegt oder geschlossen, Gruppen verkleinert und der Personalbedarf neu berechnet.
Für pädagogische Fachkräfte entsteht damit eine widersprüchliche Situation: Bundesweit bleibt qualifiziertes Personal in der Kindertagesbetreuung gefragt, gleichzeitig können sinkende Kinderzahlen regional dazu führen, dass Stellen wegfallen. Wie sicher Arbeitsplätze in Kitas künftig sind, könnte deshalb stärker als bisher vom jeweiligen Wohn- und Arbeitsort abhängen.
Quelle:
https://www.tagesschau.de/inland/regional/sachsen/news-stadtrat-abfindung-stellenabbau-,kita-erzieher-112.html

