Bewegungsbaustelle: Bewegungsspiele für die Turnstunde im Kindergarten

Bewegungsspiel und  Bewegungsbaustelle

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Kindern in Krippen und Kitas Bewegungsanreize zu verschaffen. Früher beinhalteten die klassischen „Turnstunden im Kindergarten“ in erster Linie Bewegungsspiele wie „Feuer, Wasser, Erde“, „Hase und Igel“ oder „Plumpssack“. Eine geführte Tätigkeit reihte sich also an die nächste und während die Erzieherin ein Spiel erklärte oder ein einzelnes Kind an der Reihe war mussten die anderen notgedrungen still stehen.

Heute werden Bewegungseinheiten immer häufiger durch Phasen ergänzt, in denen die Kinder sich so bewegen dürfen wie sie möchten. Das Prinzip des Freispiels wird also einfach auch auf die Turnhalle ausgeweitet, weil auch hier natürlich gilt: Bildung ist Selbstbildung. Ihre Grobmotorik trainieren Kinder ganz selbstverständlich – schon deshalb, weil Bewegung ihnen ein Grundbedürfnis ist. Die pädagogische Fachkraft hat die Aufgabe, gezielt Bewegungsanreize zu setzen den Raum, in diesem Fall die Turnhalle, entsprechend vorzubereiten.

Bewegungslandschaften können ganz unterschiedlich aussehen – ja nach Alter der Kinder. Zudem kommt es natürlich darauf an, welche Geräte der jeweiligen Einrichtung zum Aufbau zur Verfügung stehen. Nachfolgend einige Ideen, die sich in den meisten Kitas umsetzen lassen:

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Bewegungsbaustelle mit Klettergerrüst  Querleiter und Weichbodenmatte zum Springen

Viele Einrichtungen haben ein ausklappbares Klettergerüst mit Sprossengerüst und/oder Netz zum Klettern. Meist kann zwischen die parallelen Sprossen eine Leiter geklemmt werden.  Dieser Aufbau bietet den Kindern vielseitige Bewegungsmöglichkeiten: Sie können klettern und ihre Körperspannung trainieren, sich an der Leiter entlang hangeln, darauf balancieren oder vom Klettergerüst auf die Weichbodenmatte springen.

 

Kasten mit eingeklemmter Langbank oder Leiter mit Weichbodenmatte als Bewegungslandschaft

Einen höhenverstellbaren Kasten besitzt fast jede Einrichtung. In diesen kannst du einfach eine Langbank klemmen. Die Kinder können sich an dieser hochziehen, auf den Kasten klettern und herunterspringen.

 

 

Bewegungsbaustellen für U3-Kinder: unterschiedliche Ebenen

Bewegungsbaustellen sind auch schon für Kinder unter drei Jahren geeignet. Die Kleinen müssen noch lernen ihren Körper koordiniert zu bewegen, diesen auszubalancieren und sich ihre Kraft richtig einzuteilen. All diese Fähigkeiten können U3-Kinder trainieren, indem du Schaumstoffelemente im Raum verteilst und darüber Decken oder Matten ausbreitest. So entstehen Höhlen und schräge, wackelige Erhebungen, die dazu einladen sie zu erklimmen.

 

Weitere Elemente, die sich gut als Station innerhalb einer Bewegungslandschaft eignen sind

  • umgedrehte Bänke zum Balancieren,

  • Schaukeln, Seile und Strickleitern, die an der Decke befestigt sind,

  • Abgetrennte Bereiche zum Fahrzeug fahren (wenn es der Platz erlaubt),

  • Mattenberge in Form von mehreren Weichbodenmatten, unter die Tische geschoben werden

  • Bälle und kleinere Kästen, um gezieltes Werfen zu üben

     

    Die Ideenliste könntest du sicher noch ergänzen, wenn du an das Bewegungsmaterial, welches in deiner Einrichtung vorhanden ist, denkst, oder es mit einem Bewegungsspiel kombinierst. Die Vorteile einer Bewegungslandschaft liegen auf der Hand: Die Kinder bestimmen eigenständig wie sie die Bewegungsangebote nutzen möchten. Gleichzeitig hat die beaufsichtigende Fachkraft mehr Zeit für Beobachtungen der Kinder, weil sie kein Spiel erklären und leiten muss.

     

    Wichtig: Achte darauf, dass alle aufgebauten Elemente mit einem ausreichenden Fallschutz in Form von Turnmatten ausgestattet sind. Das ist wichtig um Unfälle zu vermeiden. Außerdem: Turnhallen in Kindergärten und Krippen sind in der Regel kleiner als in Schulen (leider!). Eine Bewegungsbaustelle kann daher nicht von 25 Kindern gleichzeitig genutzt werden. Abhängig von den räumlichen Gegebenheiten und vom Alter der Kinder sollten sich daher nicht mehr als 10 bis 15 Kinder gleichzeitig in der Turnhalle befinden.

    Achtung: Wenn du sehr geräuschempfindlich bist, wirst du dich als Berufsanfängerin möglicherweise erst an den Lärmpegel gewöhnen müssen der in einer Turnhalle herrscht in der eine Bewegungsbaustelle aufgebaut ist. Aber das wird dir schnell gelingen. Das gilt übrigens auch für dein persönliches Gefahrenbewusstsein: Natürlich musst du dafür sorgen, dass die Kinder sich im Spiel nicht verletzen. Aber bis zu einem gewissen Grad solltest du es aushalten können, dass die Kinder ihre Grenzen austesten und dafür auch bereit sind Risiken einzugehen. Das ist ja genau Sinn und Zweck einer Bewegungsbaustelle: Sie soll Selbstbildungsprozesse anregen.

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