Ausbildung zur Erzieherin

 

Bildung ist Ländersache. Das hat auch Folgen für Ausbildungsberufe. In jedem Bundesland läuft die Erzieherausbildung ein wenig anders ab und auch die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich teilweise voneinander. Selbst die einzelnen Fachschulen bzw. Fachakademien für Sozialpädagogik haben eigene Aufnahmekriterien anhand derer sie entscheiden, ob eine Schülerin oder ein Schüler aufgenommen werden kann oder nicht. Es ist daher wichtig, sich über die jeweiligen Bedingungen und Voraussetzungen im Hinblick auf die Erzieherausbildung direkt an den in Frage kommenden Ausbildungsstätten zu informieren.

Für wen kommt eine Erzieherausbildung infrage?

 

Wer den Beruf des Erziehers ergreifen möchte, sollte sich grundsätzlich gerne mit Menschen beschäftigen. Erzieherinnen und Erzieher arbeiten zwar hauptsächlich mit Kindern oder Jugendlichen, müssen sich aber auch mit Eltern, Institutionen und Behörden auseinandersetzen. Die "Arbeit am Kind" ist ein wichtiger Aspekt, aber längst nicht der Einzige. Neben sozialer Kompetenz, Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen müssen  Interessenten Reflexionsfähigkeit mitbringen. Das eigene Handeln reflektieren und hinterfragen zu können bzw. zu wollen ist nicht nur eine wichtige Kompetenz, die während der Ausbildung gefragt ist. Auch im Berufsleben spielt sie eine große Rolle. Weiter sollten Erzieher belastbar, flexibel und lernbereit sein. Die Anforderungen, denen Erzieher täglich gerecht werden müssen, haben sich in den letzten Jahren verändert, das Arbeitspensum wächst. Es sollte daher die Bereitschaft bestehen, sich regelmäßig fortzubilden und sich selbst als Erzieherpersönlichkeit weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt zum Schutz der eigenen Gesundheit ist es zudem wichtig, auch in stressigen Situationen Ruhe zu bewahren.

 

Wie sieht die Arbeitsmarktsituation für Erzieher aus?

 

Erzieher haben sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das liegt zum einen daran, dass die Branche generell sehr viele mögliche Einsatzbereiche bietet. Durch den hohen Anteil junger Frauen, die selbst ein Kind bekommen möchten, stehen außerdem sehr oft Jobs als Mutterschaftsvertretung zu Verfügung. Zum anderen werden Erzieher händeringend gesucht, weil es seit 2013 einen bundesweiten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für jedes Kind gibt, welches das erste Lebensjahr vollendet hat. Hinzu kommt, dass für die nächsten Jahre eine Verrentungswelle von pädagogischem Personal erwartet wird. Besonders männliche Erzieher werden sehr gerne eingestellt. Die Männerquote in Krippen und Kindergärten liegt momentan noch bei deutlich unter zehn Prozent. Es gibt bereits Kampagnen, die darauf abzielen diesen Zustand zu ändern und mehr Männer für den Beruf des Erziehers zu begeistern.

 

Welche Arbeitsfelder existieren für Erzieher?

 

Für Erzieher existieren sehr viele Arbeitsfelder. Gut ausgebildete Erzieher Pädagoginnen und Pädagogen können sich in der Regel eine Stelle aussuchen, die genau den persönlichen Interessen und Vorlieben entspricht. In den letzten Jahren wurden vor allem viele Stellen in Krippen geschaffen. Dort betreuen Erzieher Kleinkinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Davon angesehen können Erzieher in Kindergärten arbeiten oder auch in der Schulkindbetreuung tätig sein. Zudem werden Erzieher in Heimen, Jugendeinrichtungen, Internaten, Krankenhäusern und Therapiezentren, Hotels und teilweise auch in Privathaushalten gebraucht.

 

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zur Erzieherin

 

Um in Deutschland ermächtigt zu werden, Erzieherinnen auszubilden, müssen Sie folgende Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Auf diese Punkte wird im Folgenden näher eingegangen.

1. Nachweis über den Erhalt des mittleren Schulabschlusses
2. Abgeschlossene Berufsausbildung im erzieherisch-pflegerischen Bereich
3. Besitz eines aktuellen ärztlichen Gesundheitszeugnisses

Weitere Informationen zu Punkt 1:

  • zudem zulässig: Hauptschulabschluss mit zusätzlicher abgeschlossener Berufsausbildung, welche den SEK I-Abschluss beinhaltet.
  • in Bayern und Bremen muss die Note in Deutsch auf dem Abschlusszeugnis mindestens "befriedigend" betragen.


Weitere Informationen zu Punkt 2:

  • Ausbildungen im erzieherisch-pflegerischen Bereich sind zum Beispiel: KinderpflegerIn, ErziehungshelferIn, SozialassistentIn, Alten- oder KrankenpflegerIn etc.
  • in Bayern ist die Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten KinderpflegerIn Pflicht.
  • in Baden Württemberg muss zuvor ein Berufskolleg für Praktikanten/Praktikantinnen für die Dauer von einem Jahr besucht werden. Der Nachweis über einen dortigen Abschluss muss erbracht werden.
  • in Hessen sowie in Rheinland-Pfalz ist die vorangegangene Ausbildung zum/zur Sozialassistenten/Sozialassistentin verpflichtend
  • in Niedersachsen muss wie in Hessen die Ausbildung zum/zur Sozialassistenten/Sozialassistentin vorangegangen sein, diese muss zusätzlich den Schwerpunkt Sozialpädagogik beinhaltet haben


Auf die Berufsausbildung können zudem folgende Qualifikationen angerechnet werden:

  • Ableistung des Wehr- oder Zivildienstes oder eines freiwilligen sozialen Jahres
  • Führung eines selbstständigen Haushaltes mit Kind oder pflegebedürftiger Person
  • Engagement als Entwicklungshelfer oder Au-Pair im Ausland.
  • Abschluss der Fachoberschule oder vorhandenes (Fach-) Abitur
  • bereits absolvierte förderliche Studienzeiten

Weitere Informationen zu Punkt 3:

  • Der Besitz eines aktuellen ärztlichen Gesundheitszeugnisses ist in allen Bundesländern gleichermaßen Pflicht


An verschiedenen (Fach-) Schulen werden zusätzlich folgende Nachweise benötigt:

  • Bescheinigung über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs
  • Nachweis über ein polizeiliches Führungszeugnis
  • Nachweis über die Vollführung einer praktischen Tätigkeit
  • bei Konfessionellen Ausbildungsstätten wird in der Regel die entsprechende Konfession erwartet
     

Für Quereinsteiger gibt es darüber hinaus folgende alternative Möglichkeiten, zur Ausbildung von Erzieherinnen ermächtigt zu werden:

  • Abschluss einer ähnlichen, nicht anerkannten Ausbildungstätigkeit. Dazu wird eventuell ein Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung vorausgesetzt
  • einschlägige Berufsausbildung über einen Zeitraum von mehreren Jahren, die vorausgesetzte Dauer richtet sich hierbei nach der Art der Tätigkeit
  • bei zutreffender Vorbildung: Ein bis zweijähriges Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung


Abgesehen von den oben genannten alternativen Möglichkeiten, bieten verschieden Schulen auch noch zahlreiche andere Optionen an. Diese können aber nicht verallgemeinert werden, da sie von Schule zu Schule beziehungsweise von Bundesland zu Bundesland variieren. Um Informationen über die jeweiligen alternativen Möglichkeiten zu erhalten, fragen Sie bitte bei der entsprechenden Einrichtung nach.

Das Auswahlverfahren ähnelt sich bei allen Ausbildungsstätten: Auf die Einsendung schriftlicher Bewerbungsunterlagen folgt üblicherweise die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch. Im Normalfall wird das erste Jahr als Probejahr gewertet.

 

Zugangsvoraussetzungen und Schulverzeichnis der Bundesländer

 

 

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

 

Welche verschiedenen Formen der Erzieherausbildung gib es?

 

 

Die klassische Art, Erzieher zu werden ist der Besuch eine Fachschule für Sozialpädagogik. In Bayern heißt diese Fachakademie. Auch viele staatliche und private berufliche Schulen und Berufskollegs bieten häufig eine Erzieherausbildung an. Die Ausbildung wird bei den meisten Anbietern in Vollzeit absolviert, einige Schulen bieten aber auch Teilzeit- oder Abendkurse an. Diese richten sich in der Regel an pädagogische Ergänzungskräfte, die bereits in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld tätig sind. Davon abgesehen existieren seit einigen Jahren auch einige  elementar pädagogische Studiengänge. Diese werden in der Regel von Fachhochschulen angeboten und qualifizieren die Absolventen für eine Tätigkeit in sozialpädagogischen Einrichtungen und darüber hinaus häufig auch für eine Leitungsposition. Eine weitere Möglichkeit, die staatliche Anerkennung als Erzieher/in zu erhalten ist die erfolgreiche Teilnahme an einer Nichtschüler- bzw. Externenprüfung. Diese Option kommt jedoch nur für sehr wenige Interessenten infrage.

 

Ausbildungsmodelle Erzieherausbildung im tabellarischen Vergleich

 

Ausbildungsmodelle Erzieherausbildung im tabellarischen Vergleich[1]

 

 

„klassische Erzieherausbildung“

Erzieherausbildung in Teilzeit

PiA-Ausbildung

Dauer[2]

je nach Vorbildung drei bis fünf Jahre

meist vier Jahre

drei Jahre

Voraussetzungen[3]

mittlerer Schulabschluss

+

einschlägige Erstausbildung

 

oder

 

Abitur und einschlägiges Praktikum

mittlerer Schulabschluss

+

Erstausbildung

 

Oder

 

Abitur und einschlägiges Praktikum

Mittlerer Schulabschluss

+

Erstausbildung und Praxiserfahrung

Aufteilung Theorie/Praxis

hoher Theorieanteil (ca. 80 Prozent), theoretische Fachschulausbildung und Praktika,

 

Unterricht findet morgens statt

Theorie und Praxisanteil ca. gleich, aber weniger verzahnt als bei PiA,

 

Unterricht findet am Abend bzw. am Wochenende statt

Theorie- und Praxisanteil liegen bei jeweils 50 Prozent,

 

sehr enge Verzahnung,

 

Unterricht findet jeden Nachmittag oder an festen Wochentagen statt

Verdienst während der Ausbildung

Nicht indem ersten zwei Ausbildungsjahren, aber Förderung durch Schüler- bzw. Aufstiegs-BAföG möglich,

 

Berufspraktikum wird einheitlich und tariflich festgelegt vergütet

nicht tariflich und einheitlich geregelt

ja, tariflich und einheitlich festgelegt

Fördermöglichkeiten

Schüler- oder Aufstiegs-BAföG

nein, da Vergütung möglich

nein, da Vergütung gesichert

Ungefährer Arbeitsaufwand in Wochenstunden[4]

25 bis 30 Wochenstunden Unterricht, ca. 5 Stunden Vor- und Nachbereitung sowie Prüfungsvorbereitung

16 bis 20 Wochenstunden Unterricht plus Vor- und Nachbereitung, ca. 20 Wochenstunden Praxistätigkeit

20 Stunden Unterricht,

20 Stunden vergütete Tätigkeit in der Praxiseinrichtung,

ca. 10 Stunden Vor- und Nachbereitung sowie Selbstlernphasen

Für wen besonders geeignet?

alle Interessenten

Quereinsteiger (mit Kindern)

Alle Interessenten, die Wert auf eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis legen, sich gut organisieren können und belastbar sind

Erlangung der Fachhochschulreife während der Ausbildung möglich?

ja

teilweise

nein

Schulferien = Urlaub?

ja

nein

nein

 

 

[1] Stand der Informationen: Februar 2022

[2] Ausbildungsdauer richtet sich nach individuellen Voraussetzungen und ist abhängig von den Regelungen der einzelnen Bundesländer. Modelle für Quereinsteiger möglich

[3] Voraussetzungen variieren in allen Bundesländern leicht und es gibt viele mögliche Szenarien, die eine Zulassung zur Ausbildung wahrscheinlich machen (Einzelfallentscheidung)

[4] Grobe Schätzung, sehr individuell und abhängig von Lehrplan, Ausbildungsmodell und der eigenen Vorbildung

 

[1] Stand der Informationen: Februar 2022
[1] Ausbildungsdauer richtet sich nach individuellen Voraussetzungen und ist abhängig von den Regelungen der einzelnen Bundesländer. Modelle für Quereinsteiger möglich
[1] Voraussetzungen variieren in allen Bundesländern leicht und es gibt viele mögliche Szenarien, die eine Zulassung zur Ausbildung wahrscheinlich machen (Einzelfallentscheidung)
[1] Grobe Schätzung, sehr individuell und abhängig von Lehrplan, Ausbildungsmodell und der eigenen Vorbildung

Wie ist die Erzieherausbildung aufgebaut und wie lange dauert sie?

 

Regelmäßig erfolgen Leistungskontrollen durch schriftliche Tests, Präsentationen, Ausarbeitungen und Projektarbeiten sowie durch praktische Prüfungen in den jeweiligen Einrichtungen. Die Studierenden sollen das Gelernte in die Praxis umsetzen. An den meisten Fachschulen werden zudem Zwischenzeugnisse erstellt, um die angehenden Erzieher/innen über ihren Leistungsstand zu informieren. Nach zwei Schuljahren erfolgt eine schriftliche Prüfung in Form von Klausuren. Inhalt sind in der Regel die theoretischen und praktischen  Lerninhalte der beiden zurückliegenden Jahre. Häufig müssen die Studierenden zusätzlich eine schriftliche Hausarbeit zu einem pädagogischen Thema anfertigen. Diese sollte wissenschaftlichen Standards entsprechen. An die bestandene Prüfung schließt sich das Berufspraktische Jahr bzw. Anerkennungsjahr an. Dieses absolvieren die angehenden Erzieher wieder in einer sozialpädagogischen Einrichtung. In der Regel müssen sie dort mindestens 30 Stunden pro Woche tätig sein, erhalten dafür aber erstmals eine Vergütung. Im Betreuungsschlüssel werden die Berufspraktikanten wie eine reguläre Zweit- bzw. Ergänzungskraft angerechnet. Auch während des Anerkennungsjahres findet in regelmäßigen Abständen Unterricht an den Fachschulen statt, meist in Form von Blockunterricht. Zudem müssen wieder Praxisaufgaben erfüllt werden, die dann eine Bewertung von den hospitierenden Lehrern erhalten. Am Ende des Berufspraktikums erfolgt eine letzte Abschlussprüfung - in der Regel in Form eines Kolloquiums.

 

Was sind die Inhalte der Erzieherausbildung?

 

Die Inhalte der Ausbildung legt die jeweilige Schule anhand des Lehrplans fest, den das jeweilige Kultusministerium vorgibt.
Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist die Vermittlung von pädagogischem Fachwissen und von pädagogischer Handlungskompetenz. Dazu gehören die Erarbeitung von entwicklungspsychologischen Grundlagen, Lerntheorien, pädagogischen Strömungen sowie von Bildungsprozessen und Lerntheorien. Im Fach Deutsch/Kommunikation geht es um Kinderliteratur, Sprachentwicklung und Sprachstörungen sowie um Medien und Kommunikationstheorien.

Außerdem erfahren die Studenten alles über Techniken der kreativen Gestaltung, über Bewegung und Bewegungserziehung und über die Abendzeitung von Musik und Rhythmik für Kinder. Weitere lernen die angehenden Erzieher, wie sie pädagogische Angebote ausarbeiten, durchführen und reflektieren und erhalten einen Einblick in die Dokumentation von Bildungsprozessen. Ergänzende Aspekte sind Elternarbeit, Projektarbeit, gruppendynamische Prozesse, naturwissenschaftliche Bildung sowie Integration und Inklusion. In einigen Fachschulen stehen auch Englisch, Religion, Religionspädagogik sowie das Erlernen eines Instrumentes auf dem Stundenplan. Manche Ausbildungszentren haben ein spezielles Schulprofil entwickelt und bieten ihren Studenten an, zeitgleich mit der Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/ zum staatlich anerkannten Erzieher zusätzliche Qualifikationen zu erwerben. Fast immer ist es an den Fachschulen möglich, die Fachhochschulreife zu erhalten, manchmal sogar die allgemeine Hochschulreife.

Bei der methodischen und didaktischen Umsetzung des Unterrichts an den Fachschulen werden moderne Lernkonzepte umgesetzt. So arbeiten die Lehrer häufig fächerübergreifend und themenorientiert und bringen ihren Schülern unterschiedliche Methoden und Sozialformen näher wie zum Beispiel Gruppenarbeit, Projektarbeit, Rollenspiele, verschiedene Präsentationstechniken usw.

 

Welches Gehalt bekommen Erzieher und gibt es Förderungen

 

die Studierenden in dieser Zeit kein Gehalt. Kosten kommen jedoch auch nicht auf sie zu, ausgenommen für Bücher, Klassenfahrten, Kopien oder spezielles Lernmaterial. Nur sehr wenige Fachschulen erheben ein Schulgeld.

Es gibt jedoch finanzielle Fördermöglichkeiten für angehende Erzieher*innen. Besonders interessant ist das sogenannte Aufstiegs-BAföG. Dieses kann jeder beantragen, der eine weiterqualifizierende Aus- oder Weiterbildung absolviert, für die eine in der Regel mindestens zweijährige Erstausbildung Voraussetzung ist. Die Ausbildung muss, wie im Fall der klassischen dreijährigen Erzieherausbildung, in Voll- oder Teilzeit von einem anerkannten Berufs- oder Weiterbildungsträger durchgeführt werden. Gefördert werden kann jeder unabhängig vom Alter und Familienstand, lediglich das Einkommen und das Vermögen wird bei der Berechnung der Höhe des Aufstiegs-BAföGs berücksichtigt. Wer Kinder hat erhält zusätzliche Unterstützung, ebenso alleinerziehende. Insgesamt beträgt der ausgezahlte Zuschuss zwei Jahre lang monatlich zwischen

 

  • maximal 892 Euro (für Ledige ohne Kinder),

  • maximal 1597 Euro (für Verheiratete mit zwei Kindern, für die Kindergeld bezogen wird) und

  • maximal 1662 Euro (für Alleinerziehende mit zwei Kindern unter 14 Jahren).[1]


Das Aufstiegs-BAföG wird zwei Jahre lang als Vollzuschuss gewährt, muss also nicht zurückgezahlt werden. Im dritten Ausbildungsjahr, dem sogenannten Berufspraktikum, erhalten angehende Erzieher*innen eine Vergütung von ihrem Arbeitgeber. Diese beträgt monatlich je nach Träger und Bundesland für eine Arbeitszeit von 39 Wochenstunden ca. 1620 Euro brutto (netto in Steuerklasse I ca. 1200 Euro, zuzüglich eventueller Einmal- oder Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld im öffentlichen Dienst).

Zum Vergleich: Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung startet bei etwa 1800 Euro netto nach TvöD S8a (in Steuerklasse I und einer Arbeitszeit von 39 Wochenstunden).

Theoretisch könnten angehende Erzieher*innen auch das Schüler-BAföG beantragen. Dieses wird jedoch nicht, wie das Aufstiegs-BAföG, altersunabhängig gewährt. Zudem richtet es sich nach dem Einkommen der Eltern und sieht geringere Freibeträge vor.

Wer sich für die sogenannte „praxisintegrierte Ausbildung“ (PIA) entscheidet, erhält von Anfang an ein Gehalt, weil die Ausbildung zu 50 Prozent schulisch und zu 50 Prozent praktisch erfolgt. Angehende Erzieher*innen sind mit 25 Stunden pro Woche fest in einer sozialpädagogischen Einrichtung angestellt und erhalten eine Vergütung. Diese beträgt
 

  • im ersten Ausbildungsjahr ca. 1140 Euro

  • im zweiten Ausbildungsjahr ca. 1202 Euro

  • im dritten Ausbildungsjahr ca. 1303 Euro


Grundlage ist der TVAöD Pflege.

Stand der Informationen: Februar 2022


[1] Hier handelt es sich um eine Beispielrechnung ohne Gewähr. Entscheidend sind immer die individuellen Lebens- und Einkommenverhältnisse.

 

1. Wer kann mir mitteilen, ob meine schulischen und beruflichen Qualifikationen für einen Quereinstieg in den Erzieherberuf ausreichen?

Ob und wie ein Quereinstieg in den Erzieherberuf möglich ist, entscheiden die zuständigen Behörden der einzelnen Bundesländer. Of ist es möglich die Erzieherausbildung zu umgehen und direkt als Fach- oder Ergänzungskraft in einer sozialpädagogischen Einrichtung zu arbeiten, wenn Interessenten eine Vorqualifikation vorweisen können, die für den Erzieherberuf vorteilhaft ist und viele pädagogische Komponenten enthält wie z.B. bei Grundschullehrern. Das Bundesland Bayern hat eine Datenbank mit vielen verschiedenen akademischen und nicht-akademischen Berufsabschlüssen online gestellt die es Interessenten ermöglicht herauszufinden, ob ein Quereinstieg in den Erzieherberuf möglich ist: https://www.egov.bayern.de/kitaberufe/onlinesuche/kitaberufesuche Die Datenbank wird fortlaufend aktualisiert und berücksichtigt sowohl nationale als auch internationale Abschlüsse. Die gesetzliche Grundlage im Hinblick auf die Entscheidung wer im Kindergarten, in der Krippe oder im Hort arbeiten darf bilden die Kita-Gesetze der einzelnen Bundesländer. Eine ausführliche Übersicht über die Möglichkeiten eines Quereinstiegs in den Erzieherberuf hat das Portal „Chance Quereinstieg“ zum Download zusammengestellt. Die PDF-Dokumente enthalten zudem Informationen zu Kontaktdaten und Ansprechpartnern: https://www.chance-quereinstieg.de/quereinstieg-erzieher-in

2. Was ist eine Anpassungsqualifizierung und kommt sie für mich infrage?

Alle wichtigen Informationen zur Anpassungsqualifizierung haben wir hier zusammengefasst. Ob eine Anpassungsqualifizierung ausreicht, um als Fachkraft in einer sozialpädagogischen Einrichtung zu arbeiten ist eine Einzelfallentscheidung. Zuständig für diese Entscheidung sowie für die Beratung von Interessenten sind in der Regel die zuständigen Kultusministerien. Kontaktdaten sind hier zu finden: https://www.chance-quereinstieg.de/quereinstieg-erzieher-in

3. Kann ich die Erzieherausbildung verkürzen oder umgehen?

Für Abiturienten und Interessenten, die eine einschlägige berufliche Vorbildung haben ist es in der Regel möglich die Erzieherausbildung zu verkürzen. Informationen darüber erteilen die jeweiligen Fachakademien und Fachschulen für Sozialpädagogik. Eine weitere Möglichkeiten in den Erzieherberuf einzusteigen ist die Nichtschülerprüfung bzw. die Schulfremdenprüfung. Informationen dazu findest du hier.

4. Kann ich mit einem ausländischen Berufsabschluss in Deutschland als Erzieherin arbeiten?

Ob ein ausländischer Berufsabschluss in Deutschland anerkannt wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Die Berufsbezeichnungen „Staatlich anerkannte/r Erzieher/in“ bzw. „Staatlich geprüfte/r Kinderpfleger/in“ gehören in Deutschland zu den geschützten Berufen. Das bedeutet, dass eine formale Berechtigung zum Führen der Berufsbezeichnung vorhanden sein muss. Bei Erzieher/innen, Kinderpfleger/innen oder Sozialassistentinnen/Sozialassistenten entscheidet jedes Bundesland für sich, ob ein ausländischer Abschluss den formalen und praktischen Anforderungen an den jeweiligen Beruf gerecht wird. Daher muss bei der zuständigen Behörde ein Antrag auf Anerkennung/Gleichstellung eines ausländischen Anschlusses gestellt werden. Der folgende Link hilft, den richtigen Ansprechpartner bzw. die zuständige Behörde für das Antragsverfahren zu finden. Zudem finden Interessenten dort Informationen zur Dauer und den Kosten des Verfahrens, zu den benötigten Unterlagen sowie Hinweise zu weiteren Handlungsmöglichkeiten, wenn das Verfahren scheitert (z.B. Anpassungslehrgang oder Eignungsprüfung). https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/index.php

5. Welche ausländischen Schulabschlüsse werden anerkannt, wenn ich in Deutschland die Erzieherausbildung absolvieren möchte?

Es gibt keine pauschale Antwort auf diese Frage, da es sich jeweils um Einzelfallentscheidungen der jeweiligen Fachschulen handelt. Ob ein im Ausland erworbener Schulabschluss mit dem für die Erzieherausbildung normalerweise benötigten mittleren Bildungsabschluss gleichgesetzt werden kann, entscheiden die Zeugnissanerkennungsstellen der jeweiligen Bundesländer. Die zuständigen Stellen können hier ermittelt werden:

http://anabin.kmk.org/no_cache/filter/anerkennungs-und-beratungsstellen-in-deutschland.html Weitere Informationen zur Vorgehensweise bei der Anerkennung von Zeugnissen erteilt die Bundesagentur für Arbeit.

6. Mit welchen in Deutschland erworbenen Abschlüssen kann ich im Kindergarten als Fach- oder Ergänzungskraft arbeiten?

Siehe erste Frage!

7. Welche Sprachkenntnisse brauche ich um in Deutschland im Kindergarten zu arbeiten?

Nicht-Muttersprachler müssen Deutschkenntnisse nachweisen, die dem internationalen Sprachniveau der Stufe B2 (fortgeschrittenes Sprachniveau) entsprechen.

8. Wo kann ich Sprachkurse belegen um die nötigen Deutschkenntnisse zu erwerben?

Sehr viele Bildungsträger bieten Sprachkurse an, beispielsweise die Volkshochschulen. Um ausrichtende Deutschkenntnisse zu belegen, muss eine Prüfung abgelegt werden. Wird diese erfolgreich absolviert, erhalten die Schüler ein entsprechendes Zertifikat. Anerkannt werden z.B. Zertifikate des Goethe Institutes oder des Institutes TestDaF.

9. Was muss ich tun, damit meine Zeugnisse und Urkunden in Deutschland anerkannt werden?

Zunächst müssen alle relevanten Zeugnisse professionell übersetzt und in einer Behörde beglaubigt werden. Für das weitere Vorgehen siehe Frage 4!

10. Wo finde ich im Internet noch Hilfe wenn ich in Deutschland in einem Kindergarten arbeiten möchte, aber einen ausländischen Abschluss habe?

Wer Fragen bezüglich der Anerkennung ausländischer Abschlüsse hat oder sich im Hinblick auf berufsbezogenes Deutsch beraten lassen möchte, kann sich auch an das Netzwerk IQ (Integration durch Qualifikation) wenden.

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