Was verdient ein Erzieher? Alles zum Erzieherinnen Gehalt

Verdienstmöglichkeiten von pädagogischen Fachkräften im öffentlichen Dienst

Welchen Lohn ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher mit staatlicher Anerkennung erhalten, kommt auf den Träger an, bei dem sie angestellt sind. Eine einheitliche tarifliche Regelung garantiert nur der öffentliche Dienst, allerdings zahlen kirchliche Träger Gehälter, die sich am TvöD orientieren. Bei privaten Trägern ist das Gehalt Verhandlungssache, ebenso übrigens wie der Urlaubsanspruch. Gemeinnützige, große Träger, die Einrichtungen in ganz Deutschland haben wie das Rote Kreuz, die Diakonie oder die Lebenshilfe, haben eigene Tarifverträge, die an den TvöD angelehnt sind. Wer als Erzieherin oder Kinderpflegerin im öffentlichen Dienst tätig ist, wird in eine Gehaltsstufe eingruppiert. Welche das ist, hängt davon ab, welche Berufsausbildung man absolviert hat, wie viel Berufserfahrung vorliegt und welche Aufgaben im Berufsalltag übernommen werden. Zudem verdienen pädagogische Fachkräfte, die mit behinderten Kindern oder Erwachsenen arbeiten, etwas mehr.

 

Höhergruppierung für Angestellte im öffentlichen Dienst seit 2016

Seit 2016 können sich alle Erzieher und einige Kinderpfleger, die nach TvöD SuE (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst) über eine Höhergruppierung freuen. Bisher wurden Erzieher nach TvöD S6 bezahlt, nun sind sie in die Entgeltgruppe S8a eingruppiert. Kinderpfleger, die bisher in den Entgeltgruppen S2 und S3 eingruppiert wurden, verbleiben zwar dort, erhalten aber ein höherer monatliches Bruttogehalt.

Auch für Leitungskräfte haben sich teilweise Änderungen ergeben. Hier der Eingruppierungsmodus für den TvöD SuE im Überblick:

 

Erzieher/innen

S 4 (selten), in der Regel S 8a

Erzieher/innen mit „besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten“

S 8b

Erzieher/innen mit „fachlich koordinierenden Aufgaben“

S 9

Kita-Leitungen mit >40 Plätzen, stellvertr. Leitungen mit <40 Plätzen

S 9

Kita-Leitungen mit <40 Plätze, stellvertr. Leitungen mit <70

S 13

Kita-Leitungen <70 Plätzen, stellvertr. Leitungen ab 100 Plätzen,

Kita-Leitungen mit behinderten Kindern >40 Plätzen,

 stellvert. Leitungen mit behinderten Kindern <40 Plätzen,

 stellvetr. Leitung in Erziehungsheimen <50 Plätzen

S 15

Stellvertr. Leitung mit behinderten Kindern >40 Plätze

S 11

Kita-Leitungen <100 Plätze,

Stellvertr. Leitung <130 Plätze,

Kita-Leitung mit behinderten Kindern <40 Plätze,

Stellvertr. Leitung mit behinderten Kindern <70 Plätze,

Stellvertr. Leitung von Erziehungsheimen <50 Plätze,

Kita-Leitungen in Erziehungsheimen >50 Plätze

S 16

Kita-Leitungen <130 Plätze,

Stellvertr. Leitung <180 Plätze,

Kita-Leitung mit behinderten Kindern <70 Plätze,

Stellvertr. Leitung mit behinderten Kindern <90 Plätze

S 17

Kita-Leitungen <180 Plätze,

Kita-Leitungen mit behinderten Kindern

S 18

Stellvertr. Leitungen von Erziehungsheimen <90 Plätze

S 17

Heilpädagogen

S 9

Heilerziehungspfleger und Heilerzieher

S 8a

Sozialarbeiter

S 8 oder S 14(je nach Tätigkeit)

Kinderpfleger

S 2 oder S 3

Kinderpfleger mit „schwierigen fachlichen Tätigkeiten“

S 4

 

Keine Eingruppierung gibt es nach wie vor für Kindheitspädagogen bzw. Absolventen ähnlicher Studiengänge mit dem Schwerpunkt frühe Kindheit!

 

Verdienst Erzieher im öffentlichen Dienst

Jede Entgeltgruppe in öffentlichen Dienst besteht aus sechs Gehaltsstufen. Berufsanfänger steigen in Stufe 1 ein. Wer bereits Berufserfahrung hat, kann auch direkt in Stufe 2 oder 3 eingruppiert werden. Ab dem 01.03.2019 beträgt das Bruttogehalt einer Erzieherin in der Entgeltgruppe S 8a, Stufe 1 bei einer Wochenarbeitszeit von 39 Stunden (Tarifgebiet West, im Tarifgebiet Ost sind es 40 Stunden) 2792,04 Euro und in Stufe 6 3815,74 Euro.

Eine Kinderpflegerin verdient am Anfang entweder 2258,49 Euro oder 2426,27 Euro- je nachdem, in welche Entgeltgruppe sie eingruppiert wird.

Eine Kita-Leitung einer mittelgroßen Einrichtung mit 80 Betreuungsplätzen verdient rund 3900 Euro brutto in Stufe 3 der Entgeltgruppe S 15 (wahrscheinlich ist sie schon einige Jahre im Beruf, bevor sie die Leitungstätigjeit übernimmt). Nach etwa 13 Jahren wird sie, wenn es alles gut läuft, in Stufe 6 aufgestiegen sein und rund 4900 Euro brutto verdienen – vermutlich sogar noch etwas mehr, da die Gehälter aufgrund von Tarifverhandlungen jährlich etwas angehoben werden.

Eine Erzieherin im Anerkennungsjahr verdient etwa 1600 Euro brutto.

Der Nettolohn ist dann natürlich abhängig von der jeweiligen Steuerklasse, der wöchentlichen Arbeitszeit, der Konfession usw. Wann der Aufstieg in die nächste Gehaltsstufe erfolgt ist genau festgelegt und abhängig von der jeweiligen Entgeltgruppe.

Es gelten folgende Regelungen:

 

-          Nach einem Jahr in Stufe 1 erfolgt der Aufstieg in Stufe 2,

-          Nach drei Jahren in Stufe 2 erfolgt der Aufstieg in Stufe 3,

-          Nach vier Jahren in Stufe 3 erfolgt der Aufstieg in Stufe 4,

-          Nach vier Jahren in Stufe 4 erfolgt der Aufstieg in Stufe 5

-          Nach fünf Jahren in Stufe 5 erfolgt der Aufstieg in Stufe 6

 

Die Seite oeffentlichen-dienst.de weist jedoch auf mögliche  Ausnahmeregelungen hin für die Entgeldgruppen S4, S8a und S8b hin.

 

Weiter heißt es dort:

„Sollte der Beschäftigte direkt und unmittelbar im Anschluss an ein Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst (§ 34 Abs. 3 Satz 3 und 4) oder zu einem Arbeitgeber, der einen dem TVöD vergleichbaren Tarifvertrag anwendet, wechseln, so ist es möglich, die bereits erworbene Stufe beizubehalten. Dies obliegt jedoch dem Arbeitgeber. Ab der Stufe 3 erreichen die Beschäftigten die nächsthöhere Stufe nach einer bestimmten Stufenlaufzeit und in Abhängigkeit ihrer Leistung gemäß § 17 Abs. 2 TVöD.“

 

Quelle:

 https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tvoed-sue.html Stand: August 2019)

 

Es liegt also am Arbeitgeber, ob und in welchem Umfang vorhandene Berufserfahrung angerechnet wird!

Überdurchschnittlich gute oder schlechte Arbeitsleistungen können dazu führen, dass pädagogische Fachkräfte früher in die nächsthöhere Stufe aufsteigen können bzw. länger in der aktuellen Gehaltsstufe verbleiben müssen.

 

Hier noch einmal die wichtigsten Gehaltsinformationen auf einen Blick:

 

Gehälter Erzieher/innen (brutto) 01.03.2019 bis 29.02.2020)

Gehalt einer Erzieherin beim Berufseinstieg:           2792,04 € (S 8a Stufe 1)

Gehalt nach vier Jahren:                                           3217,38 €

Gehalt ohne Aufstieg in der letzen Stufe:                 3815,74 € (S 8a Stufe 6)

Gehalt einer Kita-Leitung, Gehaltsstufe 3                 4001,70 € (Kita mit 100 Plätzen)

Gehalt in Stufe 6:                                                       4960,57 €

Gehalt einer Kinderpflegerin beim Berufseinstieg: 2436,24 € (S 3 Stufe 1)

Gehalt nach vier Jahren:                                           2798,00 €

Gehalt in Stufe 6:                                                       3105,26 €

Erzieherin ohne Aufstieg in Entgeltgruppe S 8a

  1. Stufe: 2792,04 €
  2. Stufe:              3005,83 €
  3. Stufe:                          3217,38 €
  4. Stufe:                                      3417,76 €
  5. Stufe:                                                  3612,57 €
  6. Stufe:                                                             3815,74 €

Monatliches Praktikantenentgelt:

-          Erzieherinnen:                                               1602,02 €

-          Kinderpflegerinnen:                                      1545,36 €

-          Sozialpädagogen/Sozialarbeiter/

-          Heilpädagogen:                                             1826,28 € (ab 01.02.2017)

Ausbildungsvergütung für Erzieher/innen in der praxisintegrierten Ausbildung (PiA)

  1. Ausbildungsjahr                                             1140,69 €
  2. Ausbildungsjahr                                             1202,08 €
  3. Ausbildungsjahr                                             1303,38 €

 

Quelle: https://www.gew.de/fileadmin/media/publikationen/hv/Arbeit_und_Recht/Tarif/TVoeD/GEW_Entgelttabelle_TVoeD_Kommunen_SuE_Web.pdf

 

Die nächste tariflich festgelegte Gehaltserhöhung für Angestellte im öffentlichen Dienst erfolgt am 01.03.2020 und gilt zunächst bis zum 31.08.2020. Es ist davon auszugehen, dass die Gehälter für den Sozial- und Erziehungsdienst anschließend erneut nach oben hin angepasst werden. Weitere Informationen dazu findest du hier.

 

Stand der Informationen: August 2019

Alle Angaben ohne Gewähr!

 

Hinweis:

Aufgrund der besser Lesbarkeit wurde im Text die weibliche Form genutzt. Die Angaben gelten selbstverständlich für alle Männer und Frauen, die nach Tvöd SuE bezahlt werden.

 

 

 

 

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