Naturpädagogik und Waldkindergarten

Die Idee kommt aus Dänemark. In den 50er Jahren betreute Ella Flatau aus Sölleröd zunächst ihre eigenen Kinder und dann auch Nachbarskinder und ging mit ihnen oft in den Wald. Hieraus entstand eine Elterninitiative für den ersten Waldkindergarten. Den Erziehern und Eltern in Skandinavien gefiel die Idee so gut, dass sie sich schnell in ganz Skandinavien ausbreitete. 1968 wurde auch in Deutschland der erste Waldkindergarten gegründet. Aber erst 1993 wurde ein Waldkindergarten in Flensburg offiziell anerkannt. Mittlerweile gibt es über 1000 Waldkindergärten in Deutschland und sie gelten als die innovativste Bildungseinrichtung im Vorschulalter. Weitere Information bietet auch der Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten in Deutschland e.V.  HIER

Rahmenbedingungen und Organisation

Pro Gruppe sind 15 bis 20 Kinder vorgesehen, die von mindestens zwei Erziehern betreut werden. In manchen Bundesländern sind bis zu 22 Kinder zugelassen. Üblicherweise findet die Betreuung im Freien statt. Die Erzieher müssen für den Bereich Natur- und Waldpädagogik qualifiziert sein. Regelmäßige Fortbildungen werden von den Erziehern erwartet. Hierzulande muss aber ein beheizbares Gebäude in der Nähe sein, in dem Kinder und Erzieher bei allzu schlechten Witterungsverhältnissen Unterschlupf finden können. Ansonsten werden die Kinder bei jeder Witterung von den Erziehern im Freien betreut. Die meisten Erzieher arbeiten nach dem Flensburger Waldkinderkonzept.
Die Waldkindergärten werden meist von eingetragenen Vereinen getragen, die sich von staatlichen Zuschüssen, Beiträgen und Spenden finanzieren. Die Erzieher sind Angestellte des Vereins. Es gibt auch Erzieher, die den Waldkindergarten selbst betreiben und mit den Eltern der betreuten Kinder privatrechtliche Verträge abschließen. Die Kosten entsprechen denen eines Regelkindergartens mit ortsüblichen Unterschieden.




Positive Auswirkungen auf Entwicklung
Wissenschaftliche Studien kommen zu der Erkenntnis, dass die Methode positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder hat und auch den Erziehern gut tut. Sowohl die Grob- und Feinmotorik  als auch Wahrnehmung und Koordination der Kinder wird gefördert. Kinder und Erzieher sind generell weniger Lärmbelastungen ausgesetzt. Das Immunsystem der Kinder und Erzieher ist durch die vielen Stunden im Freien sehr viel besser. Vor allem aber prägt die tägliche Auseinandersetzung der Kinder mit der Natur ihre Persönlichkeit und ihr Verhältnis zur Natur.

Der Tagesablauf im Waldkindergarten

Der Tag beginnt an einem Treffpunkt im Freien. Dort wird von den Erziehern die Anwesenheit geprüft. Gemeinsam mit den Erziehern wird entschieden, wo der Tag verbracht wird. Nach dem Frühstück folgt das Freispiel. Steine und Äste, Wasser und Matsch und was die Natur noch so bietet dienen als Spielzeug und Baumaterial. Klettern, Springen, Laufen ist alles erlaubt. Den Erziehern obliegt hier nur eine begleitende und unterstützende Rolle. In der Aktionszeit danach geben die Erzieher ein Projekt vor. Gemeinsam mit den Erziehern werden dann Ideen zur Umsetzung entwickelt. Zum Abschluss reden die Erzieher mit den Waldkindern über den Tag und der nächste wird geplant.

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