ARBEIT MIT GENDERNONKONFORMEN, GENDERQUEEREN UND TRANS*GESCHLECHTLICHEN PERSONEN UND IHREN FAMILIEN

Datum: 
Dienstag, 17. November 2020 bis Mittwoch, 18. November 2020
Anbieter: 
Lift - Laloba Institut für Fortbildungen & Traumapädagogik/Ruhr
Veranstaltungsart: 
Fortbildung

Gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen, kurz trans* Personen teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrem inneren Erleben und ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Da Geschlecht jedoch in dieser Gesellschaft eine hochrelevante Strukturkategorie darstellt, die in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungen ausgefüllt wird, stehen gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen immer wieder vor erheblichen Herausforderungen wie Gewalt, Diskriminierungen, Nicht- Anerkennen und Nicht-Gesehen-Werden. Diese machen es notwendig, dass diese Personen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten müssen, was zu biografischen Belastungen führen kann und es notwendig macht, spezifische Ressourcen zu entwickeln. Die Ausgestaltungsweisen von Geschlechtsidentität(-en) und Genderpräsentation(-en) einer Person überschneiden sich mit weiteren lebensweltlichen Merkmalen wie sozioökonomischen Status, Gesundheit, Behinderung, Herkunft etc. Dementsprechend ist die Berücksichtigung der Erfahrungen einer Person mit der je individuellen Positionierung in Bezug auf ihre unterschiedlichen Zugehörigkeiten entscheidend für ein Verständnis ihrer Erfahrungen und Umgangsmöglichkeiten damit.
trans* Klient_innen haben aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionierung spezifische Versorgungsbedürfnisse. Damit erfordert die Begleitung dieser Menschen ein Wissen hinsichtlich rechtlicher, psychosozialer und medizinischer Umgangsweisen mit dem Thema, Selbstreflexion der Psychotherapeut_innen hinsichtlich der Bedeutung von Geschlecht und Möglichkeiten der Geschlechtspräsentation, sowie eine therapeutische Beziehungsgestaltung, in der die Psychotherapeut_innen bereit sind, sich auf Unsicherheiten einzulassen und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen oder in Frage stellen zu lassen.
Durch die häufig stattfindenden körperlichen, rechtlichen und sozialen Veränderungsprozesse (Transition) sind trans* Personen in ihrer Umwelt für diesen Zeitraum oder aber dauerhaft als Trans* sichtbar (out). Damit sind auch Angehörige, Partner_innen, Eltern häufig auch den Fragen, Bewertungen und Unsicherheiten der Umwelt ausgesetzt. Das Trans* Sein ist ein Thema, eine Aufgabe des gesamten Systems. Wenn die trans* Person minderjährig oder aus anderen Gründen nicht voll geschäftsfähig ist, müssen Personensorgeberechtigte den Entscheidungen der trans* Personen zustimmen können und diese nach außen vertreten. Systemische Therapie kann Familien und Partner_innenschaften in solchen Veränderungs- und Anpassungsprozessen begleiten. Die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, Rollenerwartungen, Zuschreibungen kann als ein fruchtbarer und kreativer Prozess für alle Beteiligten gestaltet werden. Die angemessene Würdigung der Anliegen aller beteiligten Protagonist_innen, welche durch die Thematisierung von Fragen der geschlechtlichen Identität aktiviert werden, ist eine besondere Herausforderung.
Die Fortbildung möchte anregen, sich mit den Möglichkeiten und der Vielfalt von Geschlecht zu beschäftigen und einladen zur Auseinandersetzung mit dem eigenen geschlechtlichen Gewordensein und vermeintlichen Gewissheiten. Eine konstruktivistische Herangehensweise ermöglicht es, Geschlecht als historisch veränderliches gesellschaftliches Verhältnis und als soziale Konstruktion in den Blick zu nehmen. Geschlechtliche Identität kann auch in einem fluiden Geschehen als eine dauerhafte Gewissheit betrachtet werden. Aus solch einer Perspektive können Anregungen für die Arbeit mit Einzelnen, Paaren und Familien gewonnen werden.

Themen dieser Fortbildung in Stichpunkten:
die Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlechtern,
die therapeutische und beratende Begleitung gendernonkonformer, genderqueerer und transgeschlechtlicher Klient_innen in ihren Entscheidungen
bei Bedarf auch in und nach Transitionsprozessen,
die Darstellung der fachlichen Leitlinien in diesem Themenbereich, insbesondere der neuen AWMF-Leitlinie „Geschlechtsdysphorie/ Geschlechtsinkongruenz: Diagnostik, Beratung und Behandlung“,
Anregung zu Kooperation in Netzwerken psychosozialer und medizinischer Versorgung
sowie die Selbstreflexion, Rollenübungen und Fallarbeit zum Thema.

Alle Angebote des LIFT und weitere Infos zu dieser Fortbildung finden Sie hier: https://institut.schulte-pankoke.de/index.php/lift/angebote-aktuell

Standort

Rohrmeisterei
Ruhrstraße 20
58239 Schwerte
Deutschland
DE

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