Elterngespräche im Kindergarten und in der Kita - so funktioniert es

Elterngespräche in Kita und Kindergarten

Die Gespräche mit Eltern sind so unterschiedlich wie deren Kinder. Dabei unterscheidet sich nicht nur die Art der Gespräche, sondern oft auch der Inhalt. Von Smalltalk-ähnlichen Tür- und Angelgesprächen über Absprachen zu Bring- und Abholzeiten/ - personen des Kindes, über das mindestens einmal im Jahr stattfindende Entwicklungsgespräch, tritt jede Erzieherin mit den Eltern des Kindes sehr oft in Kontakt. Dabei sind die alltäglichen Begrüßungen beim Bringen und Abholen noch gar nicht mit eingerechnet.

Wichtig ist: Zu jeder Zeit muss man die Professionalität wahren. Das ist heute schwieriger als früher, denn durch gleitende Öffnungszeiten hat man fast immer Eltern in der Einrichtung. Auch in Stresssituationen darf man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Die unterschiedlichen Elterngesprächsarten erfordern verschiedene Herangehensweisen.

 

Das Tür-und Angelgespräch

Eltern neigen dazu, Tür- und Angelgespräch zu einem „netten“ Geplänkel auszuweiten. Darauf sollte man sich jedoch nur sehr bedingt einlassen. Es ist nicht die Aufgabe einer Erzieherin, Eltern zu bespaßen. Solange Kinder da sind, ist das schon gar nicht möglich. Wenn es wirklich etwas abzuklären gibt, was das jeweilige Kind betrifft, dann nimmt man sich die Zeit dafür und bespricht es mit den Eltern. Dabei kann es um Abholzeiten oder Bringzeiten, das Schlafverhalten des Kindes oder sonstige KURZE Absprachen gehen.

Als Faustregel gilt: Ein Tür- und Angelgespräch darf maximal 10 Minuten dauern und kann nur stattfinden, wenn eine Kollegin die Kinder beaufsichtigt. Wenn man alleine ist, bittet man die Eltern darum, am nächsten Tag oder am Nachmittag nochmal zu kommen oder zu einer bestimmten Uhrzeit anzurufen.

Wichtig ist, dass man die Eltern nicht ohne Begründung wegschickt. Sonst kommt leicht Unmut auf. Und zudem muss man gleich einen Ersatztermin anbieten, den es dann aber auch unbedingt einzuhalten gilt. Die Eltern müssen sich ernstgenommen fühlen, denn jedes Elternteil ist der Meinung, dass sein Thema besonders wichtig ist. Zudem sind es oft ja wirklich wichtige Informationen, die die Eltern weitergeben müssen.

Für kurze Absprachen bieten sich auch sogenannte Infokästen an. Darin hinterlegen die Erzieherinnen Informationen für die Eltern und umgekehrt. So umgeht man Dauergespräche während der Zeit, in der man Dienst am Kind absolvieren muss.

Wenn man dann noch feste Gesprächszeiten anbietet, beispielsweise von 7 Uhr – 8 Uhr und nachmittags von 15 Uhr – 16 Uhr (die Zeiten kann man individuell anpassen), hat man allen Rechnung getragen.

 

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Vorlage Protokoll Entwicklungsgespräch

 

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Entwicklungsgespräche:

Oft bedeutet ein Entwicklungsgespräch eine unsichere Situation für Eltern und Erzieherinnen. Die Eltern machen sich Gedanken, ob ihr Kind irgendwie auffällig ist und die Erzieherinnen fragen sich, wie sie auch unschöne Dinge gut „verpacken“ können. Wenn man allerdings ein paar einfache Regeln beachtet, wird das Entwicklungsgespräch für beide Seiten das konstruktive Miteinander zum Wohl des Kindes fördern. Und genau das ist ja das Ziel.

  1. Die Entwicklungsgespräche müssen regelmäßig und bestenfalls in gleichen Abständen stattfinden. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen. Sinnvoll ist es beispielsweise, alljährlich zum Geburtstag des Kindes ein Entwicklungsgespräch einzuplanen. Manchmal sollte man auch auf halbjährlichen Rhythmus zugreifen.
  2. So wie sich die Pädagogen auf dieses Gespräch vorbereiten, sollten es auch die Eltern tun. Dafür ist ein Fragebogen hilfreich, in dem wichtige Impulse gegeben werden. So können auch die Eltern in Ruhe darüber nachdenken und fühlen sich nicht „ausgeliefert“
  3. Nicht mit der Tür ins Haus fallen. Jede pädagogische Fachkraft kennt es: Da ist ein Kind, das sich auffällig verhält. Es hat beispielsweise eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Man hat ein subjektives Bild vom Verhalten des Kindes, tauscht sich bestenfalls mit Kollegen aus und versucht dann, die gewonnenen Erkenntnisse an Eltern weiterzugeben. Doch: Wie geht man am besten vor?

 

  • Zuerst sollte man grundsätzlich IMMER eine positive Entwicklung des Kindes herausstellen. Das gibt Eltern die Sicherheit, dass der Blick der Erzieherin aufs Kind positiv ist.
  • Als nächstes ist es sinnvoll, die Eltern zu Wort kommen zu lassen und sie zu fragen, welche Entwicklungen ihres Kindes sie festgestellt haben. Manchmal sprechen die Eltern dann bereits das ernste Thema an.
  • Sofern es von den Eltern nicht angesprochen wird, kann nun der Einwand der Fachkraft kommen, dass den Erzieherinnen etwas aufgefallen ist. Dabei genügt es, ein bis zwei Beispiele zu nennen und dann die Eltern zu fragen, ob dieses Verhalten auch zu Hause auftritt.
  • Die meisten Eltern reagieren dankbar auf solche Hinweise, doch auch wenn jemand ungehalten reagiert, darf man als Gesprächspartner nie die Fassung verlieren. Als Erzieherin ist man der Profi, doch sollte man den Eltern immer auch zugestehen, dass sie die Bodyguards ihrer Kinder sind und diese zu verteidigen versuchen.
  • Mit gezielten Vorschlägen, wie ein Problem in den Griff zu bekommen ist bzw. wie man gemeinsam die Verhaltensweisen des Kindes verändern kann, sollte das Negative dann beendet werden.
  • Wichtig ist JETZT noch einen positiven Entwicklungsaspekt einzufügen. So gehen die Eltern positiv aus dem Gespräch, was für die weitere Zusammenarbeit enorm wichtig ist.
  • Während des Gesprächs liegt ein Protokollbogen auf, in den man gemeinsame Zielvereinbarungen hineinschreibt und stichpunktartig notiert, wer welche Aufgabe für die nächste Zeit übernimmt.
  • Sehr gut ist es auch, einen neuen Termin für einen kurzen Austausch über die erreichten Ziele festzulegen.
  • Am Ende des Gesprächs unterschreiben alle Anwesenden den Protokollbogen.
  • Der Bogen geht in Kopie an die Eltern und das Original sollte in der Rubrik Elterngespräche im Portfolio des Kindes abgeheftet werden.

 

Noch ein paar wichtige Tipps:

  • Leider passiert es immer wieder, das Eltern-Erziehergespräche eskalieren. Sofern man schon vorher weiß, dass Gespräche mit dem entsprechenden Elternteil schwierig sind, sollte eine Kollegin mit im Raum sein, die sich entweder aktiv am Gespräch beteiligt oder „einfach nur“ anwesend ist.
  • Umgekehrt kommt es auch häufig zu ausufernden Gesprächen, die sich mehr um private Dinge, als um die kindliche Entwicklung drehen. Hier gilt es, Professionalität zu wahren und sich nicht in abschweifende Themen einwickeln zu lassen und schon gar nicht, diese selbst zu beginnen.
  • Mit einem Zeitlimit von max. 45min zeigt man schon vor Beginn des Gespräches, dass es hier um wichtige Dinge und nicht den täglichen Kaffeeklatsch gehen soll. Mit entsprechender Konsequenz verstehen das auch die Eltern und erkennen die wertvolle Arbeit, die Erzieherinnen leisten auch entsprechend an.

 

Bei Festen und Feiern

Viele Einrichtungen bieten neben den alltäglichen Öffnungszeiten alljährlich verschiedene Sonderveranstaltungen an. Diese Aktivitäten, wie Sommerfest, gemeinsame Gottesdienste, Ausflüge mit Familien, Bauspielaktionen, etc. bieten Gelegenheit auch einmal „einfach so“ miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Und hier noch die wichtigsten Tipps für dein erstes Elterngespräch

  • Bevor du das erste Mal die Moderation in einem Elterngespräch übernimmst, solltest du einige Male bei verschiedenen Kolleginnen oder Kollegen hospitieren, wenn diese ein Elterngespräch führen. Reflektiert hinterher gemeinsam das Gespräch, indem ihr über die Art und Weise der Gesprächsführung sprecht, die Gesprächsatmosphäre analysiert und die Ergebnisse schriftlich festhaltet.

  • Wenn möglich sollte das erste Elterngespräch mit Eltern stattfinden, zu denen du einen „guten Draht“ hast. In Zukunft wirst du sicherlich auch unangenehme Gespräche mit Müttern und Vätern führen müssen, die dir weniger sympathisch sind, aber es geht schließlich um das Wohl eines Kindes. Um Sicherheit zu gewinnen und Routine zu bekommen eignen sich aber auch Entwicklungsgespräche, die voraussichtlich problemlos verlaufen. Schwierige Gespräche solltest du ohnehin nicht alleine führen, sondern dir Unterstützung von einer Kollegin holen.

  • Für jedes Gespräch mit Elstern gibt es einen Gesprächsanlass. Die Initiative kann sowohl von dir als pädagogische Fachkraft als auch von den Eltern ausgehen. In beiden Fällen musst du die Möglichkeit haben dich auf das Gespräch vorzubereiten. Kommen Eltern daher auf dich zu und bitten um ein Gespräch, so solltest du dich auf jeden Fall nach dem Anlass erkundigen.

  • Die Grundlage für ein Elterngespräch können gesammelte Beobachtungen von einem Kind sein, die Ergebnisse eines Beobachtungsbogens, ein bevorstehender Wechsel in eine andere Einrichtung oder die Einschulung. Auch andere Gründe sind vorstellbar, beispielsweise einfach der Wunsch, die Eltern näher kennenlernen und eine vertrauensvolle Basis zu schaffen auf deren Grundlage eine Erziehungspartnerschaft erst funktionieren kann.

  • Wenn es sich um ein Entwicklungsgespräch handelt, solltest du alle Punkte, die du ansprechen möchtest, schriftlich festhalten und für die Eltern kopieren (Transparenz!). Werden Maßnahmen festgelegt oder Vereinbarungen getroffen, sollte dies ebenfalls auch in schriftlicher Form geschehen- so haben beide Parteien etwas in der Hand.

  • Wähle für dein erstes Elterngespräch einen ruhigen Ort, am besten einen separaten Raum mit Tisch, Stühlen und einer Möglichkeit, frische Luft hinein zu lassen. Stelle Getränke bereit uns setze dich möglichst neben die Eltern und nicht gegenüber, damit keine „Fronten“ entstehen.

  • Eröffne das Gespräch mit einer Begrüßung. Um den Eltern die Anspannung zu nehmen kannst du ihnen die Möglichkeit geben wichtige Fragen oder Anliegen sofort zu äußern. Das schafft Vertrauen und du weißt sofort, was den Eltern auf der Seele brennt.

  • Fachbegriffe müssen immer erläutert und mit Beispielen erklärt werden. Nur so können Eltern sich ein Bild vom Entwicklungsstand ihres Kindes machen und fühlen sich ernst genommen. Auf der anderen Seite darfst du aber ruhig zugeben, wenn du etwas nicht weißt – gerade als Berufsanfängerin. Erkläre einfach, dass du im Hinblick auf diese Frage Rücksprache mit deinen Kolleginnen halten möchtest. So gewinnst du Zeit.

  • Versuche, nicht zu lange am Stück zu sprechen, sondern gib das Wort immer wieder an die Eltern ab, indem du beispielsweise fragst, wie das Kind sich zu Hause entwickelt und verhält. Indem du dafür sorgst, dass sich Gesprächsphasen und Phasen, in denen du zuhörst abwechseln, wird dich das Gespräch weniger anstrengen.

  • Kein Gespräch sollte länger als eine Stunde dauern. Reicht dieser Zeitrahmen nicht aus ist es in der Regel besser einen weiteren Gesprächstermin zu vereinbaren.

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